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Die Apokalypse des Johannes - 324. Vortrag von Wolfgang Peter, 2026
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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen sowohl Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

Transkription des 324. Vortrags vom 21. Juli 2026
+++ dies ist eine automatisch generierte Rohtranskription (Opus 4.8 Extra). Es wird noch eine händische Nachbearbeitung nötig sein. Willst du MitTun? +++
Begrüßung und der 16. Wochenspruch 00:00:41
Meine Lieben, ich begrüße euch ganz herzlich zur 324. Folge zur Apokalypse, und wir fangen an mit dem Wochenspruch, wie meistens üblich, manchmal kommt er auch am Ende, aber jetzt kommt er gleich am Anfang. Es ist der 16. Wochenspruch, und er lautet so:
Zu bergen Geistgeschenk im Innern gebietet strenge mir mein Ahnen, dass reifend Gottes Gaben in Seelengründen fruchtend der Selbstheit Früchte bringen.
Also das heißt, wir verbinden uns mit der Welt draußen, wir begegnen der geistigen Welt, der Seelenwelt, den Wesen draußen, zunächst einmal natürlich unbewusst, nehmen aber etwas mit davon, und es geht also darum, das im Inneren reifen und wirken zu lassen, dass es in den tiefsten Seelengründen vielleicht einmal Früchte bringt, die uns langsam allmählich bewusst werden könnten, sollten. Und darum geht es eigentlich bei dem Ganzen.
Also das ist ja jetzt unsere Zeit, wirklich ganz genau unsere Zeit jetzt, wo nach und nach ein Bewusstsein erwachen kann, auch für dieses Geistgeschenk, das wir da bekommen im Grunde. Wir nehmen es ja schon längere Zeit auf, es hat ja begonnen bereits mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, da haben wir gesprochen, dass Geisterkenntnis wieder möglich ist, wir haben das ganze Werk Rudolf Steiners, das uns helfen kann dabei, uns dieses Geschenks bewusst zu werden, das uns die geistige Welt wieder macht. Also dass uns die geistige Welt wieder zugänglich wird, nämlich als Erfahrung, nicht bloß als Wissen, als Überlieferung, als etwas, was andere vielleicht einmal gesehen haben und dass wir uns dann erinnern, dass andere es gesehen haben, sondern es geht darum, ganz zentral in unserer Zeit, dass wir zu ersten geistigen Erfahrungen selber kommen.
Das ist nichts Spektakuläres, es geht nicht um großartige Visionen, die wir haben, darüber haben wir auch schon oft gesprochen, also die Zeit der Visionen ist eigentlich überhaupt vorbei. Es geht nur darum, dass in uns die Fähigkeit langsam erwacht, selber Imaginationen, freie Imaginationen zu gestalten, freie Imaginationen, die aber nicht einfach nur Fantasieprodukte sind, sondern in denen unsere Begegnung mit der geistigen Welt zum Ausdruck kommt, mit Wesen der geistigen Welt.
Jeder Sinneseindruck als übersinnliche Botschaft 00:03:55
Und was ich ja auch schon oft gesagt habe: Wir sind ja eh dauernd umgeben von geistigen Wesen, namentlich einmal, wo es also dann ganz handgreiflich und auch sinnlich sichtbar wird, in den Menschen, die uns umgeben, mit denen wir zusammenkommen. Wir müssen sie nur als geistige Wesen auch erleben können und uns bewusst werden, sie sind eben auch geistige Wesen. Also es geht nicht jetzt beim imaginativen Schauen gleich um riesige hellsichtige Erlebnisse, sondern es geht darum: der Geist, der uns begegnet, in Form zunächst einmal der anderen Menschen, aber auch in Form dessen, was durch die Natur zu uns spricht, das ist dann die nächste Ebene, dass wir auch da erleben, dahinter sind geistige Wesen, Seelenwesen, zumindest Elementarwesen, die uns im ganzen sinnlichen Erleben begegnen können.
Jeder Sinneseindruck ist bereits eine Botschaft, auch von dem Übersinnlichen in Wahrheit, in dem, was uns darin berühren kann. Jede sinnliche Wahrnehmung leitet uns eigentlich zu einer übersinnlichen Wahrnehmung hin, und diese übersinnliche Wahrnehmung, um sie uns zu Bewusstsein zu bringen, müssen wir selber ganz bewusst aktiv werden. Das ist eigentlich das, was uns die Anthroposophie lehrt: dass wir die geistige Welt wahrnehmen können, dann, wenn wir selber ganz bewusst tätig werden. Das heißt, das geistige Wahrnehmungsbild, das Seelenbild, das wir erleben, müssen wir uns selber aufbauen, aber es ist nicht etwas Willkürliches, sondern es ist etwas, was aus der Begegnung mit den verschiedensten geistigen Wesen in uns erweckt wird, und wir müssen das einfach nur ins Bewusstsein heben und in ein Bild schaffen. Das ist das Thema, um das es die ganze Zeit geht.
Die zwölf Sinne und die Sinneslehre Rudolf Steiners 00:06:23
Wir haben also jetzt öfter schon davon gesprochen, ich zeige euch jetzt die Skizze hier als Zeichnung wieder, weil das mit dem Einblenden nicht wirklich gescheit funktioniert. Da habe ich immer wieder Probleme gehabt damit. Also es ist hier ein Bild gezeichnet von den zwölf Sinnen des Menschen. Rudolf Steiner spricht von zwölf Sinnen, und die Sinneslehre ist gerade bei Rudolf Steiner ein ganz zentrales Element.
Ja, ich denke, in unserer Zeit kann man das langsam fassen, es ist nicht immer ganz gefasst worden. Er hat schon sehr früh ein Werk geschrieben darüber, wo er die ganze Anthroposophie aufbauen wollte auf die Sinneslehre, also auf die zwölf Sinne, und von dem ausgehend dann eben weiterzugehen: Wie komme ich von dort in den übersinnlichen Bereich hinein? Weil eben alles, was wir mit den Sinnen erleben, eine Vertiefung erfahren kann, wenn wir in uns geistig, seelisch rege und tätig werden. Und dann kann sich zu dem ganzen Bild, das uns die Sinne liefern, eben auch ein weiteres Erleben, ein erlebendes Erleben der übersinnlichen Welt hinzugesellen. Das ist ganz wesentlich. Also es geht darum, dass wir viel wacher werden in unserem eigenen seelisch-geistigen Tun.
Johannes Thomasius: „Jetzt noch nicht" 00:08:00
Das ist der Punkt. Und ich habe so den Eindruck, wir haben aber immer noch die Problematik, die Rudolf Steiner auch so deutlich schildert in den Mysteriendramen. Also namentlich dort bei dem Protagonisten, das ist der Johannes Thomasius. Ich wähle insbesondere den aus, weil er das Musterbeispiel eines geistig strebenden Menschen ist, der aber immer wieder stolpert und irgendwie nicht so ganz weiterkommt. Also der zumindest sehr schwer tut, weiterzukommen. Und der immer wieder sagt: jetzt nicht, jetzt noch nicht, die Zeit ist noch nicht, ich bin noch nicht so weit.
Und wir könnten als Menschheit schon sehr viel weiter sein, wenn mehr Menschen nicht sagen würden „jetzt noch nicht", sondern „jetzt, hier und heute, in diesem Moment. Jetzt wage ich es." Dann würden wir weiterkommen, und dann könnten wir viele Probleme, auch soziale Probleme, im Kleinen wie im Großen lösen.
Die Welt ist ja jetzt kein freundlicher Ort in Wahrheit, wenn man so ganz hinausschaut. Es ist ein laufender Krieg im Gange, Krieg verschiedenster Arten, Kriege im Sinne noch mit relativ altertümlichen Mitteln, in denen man mit Drohnen und so weiter arbeitet und Bomben abwirft und dergleichen. Aber das ist eigentlich alles nur ein sehr altes Schema. Es ist im Hintergrund aber auch noch ein viel anderer, stärkerer Krieg eigentlich, der noch problematischer ist: der Krieg gegen das Geistige überhaupt. Der ist nicht so äußerlich sichtbar, er wird auch gar nicht bemerkt von den meisten Menschen, aber es ist eine große weltweite Bewegung da, die gegen das Geistige arbeitet, sich gar nicht bewusst ist vielleicht dessen, dass sie gegen das Geistige arbeitet.
Der falsche Geist in der Naturwissenschaft 00:10:13
Ich habe das in den letzten Vorträgen deutlich gesagt, das muss man besonders bezüglich der Naturwissenschaft sagen. Obwohl viele Vertreter der Naturwissenschaft und der Physik heute davon überzeugt sind, dass sie da eigentlich sogar etwas Geistiges gefunden haben. Geistiges im Sinne eines Neubelebens des Platonischen, einer Ideenschau, einer Schau des Geistigen. Viele denken gerade in der Mathematik, die der heutigen Physik zugrunde liegt, diesem mathematisch-logisch schließenden Denken, diesem berechnenden Denken, dass darin ja eigentlich in den mathematischen Gesetzmäßigkeiten Geistiges drinnen liegt. In einer gewissen Weise ist das auch berechtigt, das zu sagen. Das hat ja selbst auch Rudolf Steiner davon gesprochen, dass in der Mathematik, der Mathesis, durchaus etwas Geistiges drinnen ist.
Aber es ist dieses berechnende Denken, wie wir es heute haben, weit, weit weg in Wahrheit von dem, was vielleicht noch die Pythagoräer erlebt haben in der Mathematik. Es ist heute, ohne dass es den Menschen bewusst geworden ist, eben namentlich auch vielen Physikern, die glauben, damit auch an etwas Geistiges zu kommen, auch glauben, an das Bewusstsein heranzukommen, was ja für die Naturwissenschaft ein völliges Rätsel ist. Wenn man schon das Leben überhaupt nicht versteht, aber wie Bewusstsein entstehen könnte und wie das zustande kommt, davon versteht man praktisch überhaupt nichts.
Die Gehirnforscher und Philosophen, die sich mit dem Naturwissenschaftlichen beschäftigen, sie haben keine Ahnung davon, wie das Bewusstsein entsteht. Es gibt so viele Ideen dazu schon, aber sie sind alle grotesk eigentlich in Wahrheit, weil nämlich die geistige Erfahrung dazu fehlt. Und wir glauben, wir können über das Geistige, über das Bewusstsein sprechen, wenn wir nicht im Hintergrund eine entsprechende geistige Erfahrung haben. Also die heutigen Bewusstseinsforscher haben in Wahrheit nicht dieses tiefere Erleben, das das Seelenleben so vertieft, dass es wirklich bis zu einem Erleben des eigentlich Seelischen, des eigentlich Geistigen, das dahintersteckt, kommt. Es ist nur der Abglanz des Ganzen. Und das ist das Problem.
Das Ich, das wir nur durch seine Abwesenheit kennen 00:13:28
Das ist unser Problem in unserer Zeit überhaupt. Wir sollen ja auch in unserer Zeit erwachen zum wirklichen Ich-Bewusstsein. Und das Wort „Ich" ist heute eines der häufigsten gebrauchten Worte. Die meisten Menschen sagen: ich will das, ich brauche das, ich sehe das so. Und: nein, das will ich nicht, ich will es anders haben, da sind wir nicht einer Meinung, und so weiter. Das hat aber alles mit unserem wirklichen Ich fast nichts zu tun.
Also, wie ich es schon so oft erwähnt habe: Vom Ich, das kennen wir eigentlich nur durch seine Abwesenheit, durch seine Nichterkennbarkeit zunächst für uns. Dabei ist es hochtätig heute, und wir müssen halt einen großen Unterschied ziehen zwischen dem, was unser Alltagsbewusstsein ist, was der Schatten vielleicht ist im Astralischen, im Seelischen, von unserem Ich. Und das ist das, was wir irgendwie erleben, ohne es weiter erkennen zu können, aber da lebt das Ego drinnen. Unsere sogenannte Persönlichkeit.
Und wir müssen als Erstes sehen, wenn wir zu einer Erfahrung kommen wollen, was der Mensch wirklich ist, dann müssen wir erstens einmal sehen, dass er jetzt, solange wir uns auf Erden inkarnieren, durch wiederholte Erdenleben durchgeht. Das ist etwas ganz Wesentliches, ein wesentlicher Gedanke. Ein Gedanke, der etwa zur Goethezeit ganz deutlich von vielen erlebt wurde, aber von Einzelnen halt trotzdem nur im Vergleich zur Menschheit insgesamt. Also Goethe war zum Beispiel einer der Menschen, die ganz klar mit dem Gedanken gelebt haben. Das war im Übrigen immer seine Differenz mit der Frau von Stein, mit der er ja sehr eng verbunden war, die aber sich sehr gesträubt hat gegen genau diesen Wiedergeburtsgedanken, der aber für Goethe zum Beispiel ganz selbstverständlich war.
Und heute sprechen viele Menschen von Wiedergeburt, viel mehr, aber die Frage ist, welche Erfahrungen haben sie dazu und welche Vorstellungen davon haben sie. Weil wenn sie keine Erfahrung haben, naja, dann müssen sie wenigstens eine Vorstellung haben, sich ein gedankliches Bild davon machen, wie das sein könnte. Und die meisten dieser Vorstellungen sind weit weg von der Wirklichkeit.
Die Aufgabe der Inkarnation: Fähigkeiten einbringen, Karma ausgleichen 00:16:22
Also zum Beispiel, das eine Wesentliche ist schon: Wir halten uns hier als Menschen auf Erden durchaus mit Recht für eine Persönlichkeit, die kann ausgeprägt oder weniger ausgeprägt sein. Wir sollten sehr wohl zu unserer Persönlichkeit stehen. Also das heißt, zu der ganz besonderen Eigenart, wie sich unsere Individualität durch unser Seelenleben äußert. Und durch unser Seelenleben halt dann bis in die äußere Gebärde, die wir haben, also wie wir den anderen Menschen begegnen. Sie lebt natürlich in unserer Sprache darin, gibt ja unsere ganz individuelle Färbung und so weiter. Nur das Problem ist, das meiste davon passiert, ohne dass wir das ganz bewusst im Griff haben.
Natürlich, wir haben unsere Gedanken, wir wissen, was wir wollen, wir wissen, wo wir geboren sind, was unsere Aufgabe ist, die wir uns im Leben gewählt haben, aber das ist alles nur die Oberfläche. Unser Ich arbeitet in einem viel tieferen Bereich in uns drinnen. Also nicht umsonst hat das Rudolf Steiner ja auch immer wieder betont, dass die größte Tätigkeit, die wir vollbringen im Leben, in den ersten drei Lebensjahren passiert. Da ist unser Ich am allerstärksten tätig, da arbeitet es am allerstärksten bis hinein in die Körperlichkeit, bis ins Knochensystem in Wahrheit hinein, bis in alle Details unserer Leiblichkeit hinein. Das ist halt sozusagen der letzte Ausläufer dieser Kraft, die wir schon lange vorher, bevor wir auf Erden sind, entwickelt haben, um uns unsere Leiblichkeit für die kommende Inkarnation aufzubauen. Mit Hilfe natürlich auch anderer geistiger Wesen, aber wo wir ganz intensiv und sehr bewusst und sehr wach daran arbeiten, uns unsere Leiblichkeit zu gestalten, sodass sie der Aufgabe dienlich sein kann, die wir uns gesetzt haben für die kommende Inkarnation.
Denn wir kommen nicht einfach aus Jux und Tollerei auf die Welt, sondern wir nehmen uns ja eine Aufgabe vor. Eine Aufgabe, die einerseits darin besteht, die Kräfte, die Seelenkräfte, die Geisteskräfte, die wir uns erarbeitet haben in den früheren Inkarnationen, jetzt in dieser Inkarnation zur Geltung zu bringen, etwas der Welt zu geben, ihr etwas zu schenken aus diesen Kräften. Das heißt jetzt nicht, dass wir nicht auch Geld verdienen dürfen in unserem Leben, das werden wir wohl zwangsläufig müssen, sonst können wir von Ausnahmen abgesehen wahrscheinlich nicht existieren. In der Regel werden wir einfach unser Leben gut dadurch bestreiten, dass wir unsere individuellen Fähigkeiten, die die Frucht von vielen Inkarnationen sind, in die Menschheit einbringen. Und um das geht es eigentlich. Deswegen kommen wir hierher.
Der zweite Teil ist das, was wir an karmischen Problemen uns erarbeitet haben in den vergangenen Inkarnationen, dass wir das ausgleichen, dass wir also jetzt arbeiten, die Fehler, die wir begangen haben, auszumerzen, an ihnen zu lernen und sie in Fähigkeiten zu verwandeln. In Wahrheit sind ja die Fehler im Großen und Ganzen dadurch entstanden, dass wir Aufgaben, die wir uns in früheren Inkarnationen gesetzt haben, halt nicht so gut erfüllen konnten, dass wir vielleicht gescheitert sind, dass unser Ego uns namentlich im Wege gestanden ist, das halt immer wieder unter dem Einfluss der Widersacherkräfte steht, und es dem Ich halt noch nicht gelungen ist, damit fertig zu werden, diesen Widersacherkräften Paroli zu bieten.
Die Widersacher als Anstoß zur Freiheit 00:21:20
Und es wird auch noch eine Weile dauern, bis wir ganz den Anfechtungen der Widersacher entgegentreten können, sie zurückweisen können und nur sagen: Dankeschön, du zeigst mir, was ich eigentlich will und weswegen ich eigentlich gekommen bin. Die Widersacher wollen uns in Wahrheit immer wieder abbringen von unserer Aufgabe, die wir uns selbst gesetzt haben, und wir können natürlich gerade an diesem Widerstand uns bewusst werden, was wir eigentlich wollen. Das wäre schon ein riesiger Schritt.
Die Widersacher sind hochaktiv, wir leben in einer Zeit, in der sie so hochaktiv sind, wie sie noch nie vorher waren. Die Vergangenheit war Kleinigkeit dagegen, was da an Anfechtungen sind. Im Grunde wird das immer stärker. Das Motiv des Sündenfalls überhaupt, die luziferische Versuchung, die ist durchaus noch immer sehr stark, ja eigentlich noch stärker als in der Vergangenheit. Und es ist aber dazugekommen, durch unseren Sturz auf die Erde, durch unsere physischen Inkarnationen auf der Erde, dass dann schon sehr früh die ahrimanischen Impulse dazugekommen sind. Sie müssen auch da sein, wir könnten ja gar nicht existieren auf Erden ohne diese ahrimanischen Impulse, nur sie werden laufend stärker. Der Einfluss der Widersacherkräfte ist viel größer geworden und wird in der Zukunft noch größer werden.
Aber der eigentliche Sinn dahinter ist, dass wir halt lernen, unsere Kräfte daran zu stärken, im Widerstand gegen diese Widersacher, weil wir unsere Aufgabe, nämlich freie Wesen zu werden – ich sage bewusst zu werden, wir sind sicher noch nicht im vollen Maße oder sind sogar noch weit entfernt davon –, aber wir haben jedenfalls die Chance, uns diese Freiheit immer mehr zu erwerben. Diese Freiheit besteht eben vor allem darin, dass wir die Impulse der Widersacher erkennen, die uns abbringen wollen von diesem Weg der Freiheit und uns – der Luzifer namentlich – in eine Scheinfreiheit führen. Er sagt: Du kannst ja machen, was du willst im Grunde, lebe dich aus, wie du willst, das Leben ist schön und bunt, genieße es einfach.
Askese als verkappte Selbstsucht 00:24:29
Wir dürfen sehr wohl das Leben genießen, wir sollen sogar, also wir sollen nicht asketisch durchs Leben laufen. Da ist im Übrigen gerade in der Askese noch mehr Verführung drinnen als sonst wo. Das hat vieles betroffen, sogar bei manchen Mystikern, aber vor allem auch bei sehr streng gläubigen, streng kirchentreuen Menschen, die sich gegeißelt haben immer wieder und darin nichts anderes als ihre Selbstsucht ausgelebt haben. Muss man ganz deutlich sagen, auch Rudolf Steiner beschreibt das ja ganz deutlich: gerade die Mönche oder die Nonnen, die sich für ihre Verfehlungen wirklich mit der Geißel blutig geschlagen haben, wo man sagt, naja gut, die haben ja gelitten darunter – nein, sie haben es wohl lüstern genossen, das ist der Punkt darin.
Natürlich, es war halt eine Erscheinung auf dem Wege. Wir müssen das heute mit ganz viel mehr Nüchternheit, viel klarer, viel bewusster angehen, diese Sache. Wir brauchen jetzt gar nicht über die Vergangenheit reden, die können wir so nicht ändern, wir können aber heute unser Verhalten ändern. Und wir müssen heute einfach ganz deutlich lernen, mit unseren Fehlern ganz bewusst und ganz nüchtern umzugehen und uns nicht zu geißeln, uns nicht zehnmal auf den Boden zu werfen und davon zu reden, wie klein und unwürdig wir sind, sondern wir sollten davon reden, welche Aufgabe das für uns bedeutet, sonst werden wir nicht weiterkommen.
Es geht nicht darum, Musterschüler zu sein von irgendwas, sondern es geht darum, uns zu bemühen, immer wieder zu bemühen, aus unseren Fehlern zu lernen und Schritt für Schritt weiterzukommen, dabei nicht in einen Hochmut oder in eine Wollust zu verfallen, wenn wir uns klein machen und uns geißeln. Das nützt nämlich überhaupt nichts, das bringt uns nicht weiter und die Menschheit auch nicht.
„Erfolg hat, wer den Misserfolg nicht fürchtet" 00:27:24
Sondern wir müssen eben einfach das machen, was der Johannes in den Mysteriendramen immer verweigert. Statt „jetzt nicht" zu sagen: „jetzt, und ich probiere es wieder, jetzt, hier, und wenn ich scheitere, scheitere ich dann." Gut, dann wird es halt noch einmal ein Schritt notwendig sein. Das heißt nicht, dass man fahrlässig sein sollte dabei. Nein, wir werden trotzdem scheitern, auch wenn wir ganz konzentriert darauf sind, es wieder gutzumachen, es besser zu machen als in der Vergangenheit, wir werden trotzdem immer wieder scheitern. Das wird uns noch lange Zeit begleiten, und der Punkt ist, dass wir lernen müssen, das auch zu akzeptieren und nicht zurückzuzucken im Sinne von: naja, dann tue ich lieber nichts, dann riskiere ich lieber nichts, oder ich mache nur die kleinen Dinge, wo ich mir ziemlich sicher bin, dass sie gelingen werden. Das reicht heute nicht.
Das sind alles Einflüsterungen in Wahrheit der Widersacher, die uns vom Wege abbringen und uns in die Scheinheiligkeit hineinbringen. Wenn wir dauernd bekennen, wie klein wir sind und wie fehlerhaft wir sind, und das alle Augenblicke zur Schau tragen, dann sind wir eben scheinheilig, nichts anderes. Das können wir uns alles sparen, wir könnten nur versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen, und wenn wir dort wieder scheitern, weiter dranbleiben. Um das geht es.
Also das ist heute von uns gefordert, dass wir ganz, ganz energisch an unserer geistigen Entwicklung arbeiten, dass das ein wesentliches Lebensmotiv auch wird. Und da stehen wir noch sehr am Anfang als Menschheit insgesamt. Natürlich, es gibt einzelne Menschen, die das tun, und ich hoffe, dass Anthroposophie Anregung dazu ist, für mehr Menschen es zu tun. Aber die Erfahrung hat natürlich auch gezeigt, dass das auch im anthroposophischen Umkreis nicht alles so funktioniert hat, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Aber wir können jeder für sich sagen: Ich gehe es an, auch auf die Gefahr hin zu scheitern.
Also es gibt in den Mysterien eine sehr schöne Stelle, da ist so ein Satz: Erfolg hat, wer den Misserfolg nicht fürchtet. Das heißt, wenn wir etwas tun, wenn wir einen Schritt wagen, wenn wir sagen: jetzt, ich denke, ich könnte es riskieren, einmal diesen Schritt zu tun, dann tue ich ihn. Auch auf die Gefahr hin, dass ich stolpere und scheitere. Es kann eigentlich nicht mehr passieren, als dass ich mich wieder zusammenraffe, wieder aufrichte und es neuerlich versuche. Und wenn es in dieser Inkarnation nicht geht, wenn ich es zehnmal probiert habe und es hat trotzdem nicht funktioniert, dann ist es halt in der nächsten Inkarnation.
Das Geschenk an die Welt, das jeder selbst ergreifen muss 00:31:19
Und es geht nur darum, dass das etwas ist, was uns immer bewusster wird. Natürlich auch nicht nur in dem Sinne, und das wäre auch wieder fatal, dass wir nur auf uns schauen, ach, wie komme ich weiter. Sondern es muss einem zugleich bewusst sein: Ja, wie komme ich denn wirklich weiter? Indem ich etwas tue, was ein Geschenk an andere Menschen, an die Menschheit, an die Welt ist. Wo ich etwas in die Welt einbringe, was ich durch meinen ganzen Weg, den ich durch viele Inkarnationen gemacht habe, in die Menschheit einbringen kann. Und das einbringe, ohne Anerkennung dafür zu erwarten, ohne zu erwarten, dass es angenommen wird, sondern es nur anbiete. Es in die Welt stelle, es anbiete, und jeder kann davon nehmen, der will, kann Anregung davon nehmen.
Und man ist sich auch bewusst, dass jeder Mensch, der etwas als Anregung nimmt, es selber verinnerlichen muss, es selber sich zu eigen machen muss, es zu seiner eigenen Kraft machen muss. Also wir können nichts verschenken, was der andere einfach nehmen kann und sagt: so, danke, ja, das hat mir noch gefehlt, das brauche ich, das nehme ich jetzt. Er kann aber damit nur etwas anfangen, wenn er es selber ergreift, individuell, es sich zu eigen macht. Das ist das Wichtige in unserer Zeit, dass wir uns alles zu eigen machen müssen.
Das Überangebot an geistigen Strömungen 00:33:21
Und die Verführung ist heute groß in unserer Zeit, dass wir so viel angeboten bekommen. Je weiter wir in der Zeit zurückgehen – wir brauchen gar nicht so weit zurückzugehen –, war lange nicht dieses Angebot da. Und ich meine jetzt gar nicht nur Angebot an äußeren Waren oder Dingen, die ich kaufen kann, sondern überhaupt auch an Anregungen, die in der Welt sind. Heute sind so viele geistige Strömungen präsent überall, es gibt Angebote zu Meditationskursen, zu spirituellen Themen, es wird alles überall angeboten, in einem Maße, wie es noch nie da war. Nur es ist komplett wertlos, wenn ich es mir nicht zu eigen mache, das heißt etwas Eigenes daraus mache. Es ergreife, aber den Mut habe, etwas Eigenes daraus zu tun.
Also es ist geradezu fatal, was heute an Kursen überall in der Welt da ist, wo man etwas lernen kann. Das kann durchaus gut sein, aber es ist ein absoluter Missbrauch, wenn ich es eins zu eins einfach übernehme und sage: so, das mache ich jetzt, das wird mich weiterbringen. Wenn ich es nicht mir zu eigen mache, dann hat es genau die gegenteilige Wirkung. Das sind die Wirkungen, mit denen die Widersacher heute arbeiten. Und das würde auch mit der Anthroposophie passieren, und passiert vielleicht auch sogar, wenn sie einfach eins zu eins übernommen wird als ein Rezept, mit dem man etwas tun könnte. Also man hat die Verpflichtung, sich alles zu eigen zu machen. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt in unserer Zeit.
Der Umgang mit den Medien: sich selbst ein Bild machen 00:35:47
Und das ist auch die ganz besonders wichtige Frage im Umgang zum Beispiel mit den Medien. Medien sind heute allgegenwärtig überall. Sie geben uns ein Bild von der Welt, ein Panorama von der Welt, wie wir es vorher noch nie in dem Ausmaße hatten. Es hat nicht zufällig Anfang des 19. Jahrhunderts schon langsam begonnen, mit den Zeitungen, die entstanden sind, der Beginn schon mit dem Buchdruck überhaupt. Aber das sind zarte, zarte Anfänge. Heute ist es so allgegenwärtig, so selbstverständlich, dass wir ein Bild der Welt bekommen, und dieses Bild ist absolute Lüge, absolute Verwirrung, wenn wir es uns nicht selbst gestalten.
Das heißt, keine einzige Zeitungsmeldung kann ich so übernehmen, wie sie da in der Zeitung drinnen steht. Sondern ich müsste, wenn ich irgendetwas Vernünftiges daraus entnehmen will, selber rege werden und mir selber ein Bild machen. Jetzt würdest du fragen: wieso? Ich war ja nicht dort dabei, war ja nicht als Reporter dort dabei. Wie soll ich denn das machen? Ja, es geht darum, dass man die Dinge zu sich sprechen lässt, und dann, indem ich das Bild zu mir sprechen lasse, innerlich geistig rege werde und jetzt anfange, sozusagen aus meinem Ich heraus umzugehen mit dem Bild. So wie ich draußen in der Natur einer Pflanze begegne, wenn ich Tieren begegne, da sind Elementarwesen dahinter, und ich kann sie wahrnehmen, wenn ich mich berühren lasse durch das, was da mir entgegenkommt.
Und so kann ich mich berühren lassen durch das, was mir zum Beispiel durch Zeitungsmeldungen entgegenkommt. Und es ist dahinter eine tiefere geistige Botschaft, die gar nicht die Journalisten vielleicht hineingelegt haben, aber es spricht etwas durch den Text, den ich da lese, durch das, was ich im Radio erlebe oder im Fernsehen. Da wird es besonders problematisch, weil das sehr verzeichnend wirkt. Also es ist besser, durch Texte dem Ganzen näher zu kommen. Aber ich muss mir selber ein Bild machen, obwohl ich nicht dort war. Oft die Journalisten auch nicht. Die übernehmen es auch über sieben Agenturen und machen dann ihren Text, der vielleicht sehr aus den Fingern gesogen ist. Aber genau das ist etwas, was ich dann bemerken kann, wenn ich selber einmal sage: okay, was sagt dieser Text eigentlich? Ich es nicht als fertiges Produkt nehme, sondern selber erst etwas daraus mache, indem ich damit umgehe.
Die Illusion der Objektivität und die individuelle Perspektive 00:39:23
Das ist heute geradezu das Paradoxon schlechthin in unserem heutigen naturwissenschaftlichen, wissenschaftlichen Zeitalter. Es geht immer um Objektivität. Wie kann ich die objektive Wahrheit kennenlernen? Die objektive Wahrheit, die ja dann letztlich für alle gleich beurteilt werden müsste, oder alle zumindest sagen: ja, sehe ich auch so. Vielleicht kann ich eine andere Idee haben, wie man damit umgeht, aber die Fakten sozusagen müssten doch für alle gleich sein. Und das stimmt eben nicht. Genau das stimmt nicht.
Es geht darum, dass wir nur weiterkommen, wenn wir es wagen, unsere ganz individuelle Perspektive einzunehmen und aus der heraus die Welt zu betrachten. Das heißt nicht, dass ich einem anderen seine Perspektive abspreche, ganz im Gegenteil. Es ist sogar interessant, die Perspektive der anderen Menschen kennenzulernen, auch der Zeitungsjournalisten oder sonstiger Leute, die uns berichten. Aber auch zu wissen, dass ich als Individuum nur etwas damit anfangen kann, wenn ich mir daraus das eigene Bild gestalte. Das heißt, es geht um mehr als 8 Milliarden Perspektiven, die es gibt. Jeder Mensch muss in Wahrheit, wenn er auf der Höhe der Zeit sein will, seine eigene Perspektive finden. Dann ist er an der Wahrheit dran. Wenn er die Perspektive eines anderen Menschen eins zu eins unhinterfragt übernimmt, ist er in der Lüge drinnen. Dann nehmen wir etwas auf, was nicht die Wahrheit ist. Die Wahrheit müssen wir uns selber erarbeiten. Das ist das Große daran.
In Wahrheit schaut es auch in den Naturwissenschaften so aus, in den beinhartesten Wissenschaften, wo es immer um Objektivität geht: Es gibt so viele individuelle Perspektiven, als es Forscher auf diesen Gebieten gibt. Auch wenn sie sich dann einigen auf irgendeine Formel. Der Weg dorthin und der Weg, wie sie damit die Sache betrachten, ist ganz individuell.
Der schöpferische Teil, der sich nicht berechnen lässt 00:42:16
Auch wenn sie sich einigen auf eine bestimmte Formel, mit der man das berechnen kann, dann ist die sowieso das am weitesten von der Wirklichkeit Entfernte in der Regel. Auch wenn man damit für bestimmte Zwecke etwas ausrechnen kann, wenn man sogar Maschinen daraus bauen kann, wenn man Technik daraus produzieren kann, trotzdem ist es der uninteressanteste Teil an dem Ganzen. Der eigentlich interessante Teil, das, was wirklich die Zukunft bestimmt, was die Zukunft der Erde und der Menschheit bestimmt, das ist der schöpferische Teil drinnen. Das ist genau das, was niemals allgemeingültig sein kann, sondern was einfach von einem Menschen ergriffen und verwirklicht werden muss. Das ist genau der Punkt, der sich nicht vorher berechnen lässt, der nicht in der Formel drinnen steht.
Die Formel kann vielleicht über ein paar Jahrzehnte eine gewisse Nützlichkeit haben und insofern auch eine gewisse Berechtigung. Sie gibt zweifellos eine gewisse richtige Perspektive, aber eine ganz einseitige, die keineswegs die Sache als solche voll erfasst, sondern nur einen ganz einseitigen Aspekt herausbringt. Wir sehen es ja heute an der Technik, an den Anwendungen dieser Dinge, dass zum Beispiel die Grundlagen der Quantenmechanik und von mir aus auch der Relativitätstheorie, also der großen wissenschaftlichen physikalischen Theorien des 20. Jahrhunderts – Nachsatz: im 21. Jahrhundert ist eh nicht mehr viel Neues dazugekommen, es sind eigentlich nur Fortsetzungen davon –, ja, man konnte damit viele Anwendungen machen, aber man versteht die wichtigsten Dinge des Lebens und der Entwicklung der Welt nicht davon. Es sind kleine Ausschnitte, und sie haben eine gewisse Teilwahrheit in sich.
Uns muss klar sein: In den nächsten Jahrhunderten, wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten, wird sich vieles davon als absurd erweisen, obwohl es funktioniert. Man wird sehen, es ist eigentlich nur ein sehr schräges Licht auf etwas, wo vielleicht ein Achtel oder ein Sechzehntel davon durchaus wichtig ist, daher funktioniert es in der Praxis auch, aber der Rest trägt zum Verständnis der Welt gar nichts bei. Es ist nur ein Mittel, ein Tor, durch das wir ein technisches Produkt in unsere Welt hineinbekommen, das im Grunde auf den ahrimanischen Einfluss zurückzuführen ist und nichts anderes.
Das Zeitalter der Auseinandersetzung mit dem Bösen 00:46:15
Es zeigt nur, und damit greife ich das auf, was wir die letzten Male schon sehr deutlich gemacht haben: Wir leben heute in einer Welt, die sehr stark von Ahriman beherrscht ist. Er ist allgegenwärtig, die ahrimanischen Kräfte, natürlich Luzifer auch, der uns das Ganze verschönt und wünschenswert erscheinen lässt. Aber das meiste dessen, was wir heute in der Technik produzieren und was dann in die Wirtschaft hineinkommt und über die Wirtschaft in unser tägliches Leben hineinkommt, sind im Großen und Ganzen ahrimanische Dinge. Das will ich gar nicht verteufeln, es ist halt das Zeitalter, in dem wir uns mit dem auseinandersetzen müssen. Es ist das große Zeitalter der Auseinandersetzung mit den ahrimanischen Kräften.
Es ist die Auseinandersetzung mit dem Wesen des Bösen. Und da möchte ich daran erinnern, was Rudolf Steiner oft gesagt hat: Was ist das Böse überhaupt? Jetzt könnte man sagen, das ist der Ahriman oder der Luzifer oder gar die Asuras oder, um Gottes willen, die soratischen Kräfte, also irgendwelche Wesenheiten, auf die wir zeigen können. Zeigen ist schwierig, weil äußerlich sind sie nicht so wirklich sichtbar, sondern nur in ihren Wirkungen. Auf sie zeigen zu können, da müsste man schon ins geistige Erleben hineingehen, um sie wirklich sichtbar zu machen. Aber das sind jedenfalls die hauptsächlichen Kräfte, die unsere Zeit ganz stark prägen.
Es ist ganz offensichtlich, dass wir uns heute mit diesen Kräften auseinandersetzen und uns auch nicht davor scheuen dürfen. Es hat gar keinen Sinn, alle diese Dinge zurückzuweisen. Natürlich muss jeder Mensch für sich entscheiden, mit welchen Dingen er sich da speziell auseinandersetzt. Jeder muss nicht alles machen, es muss nicht jeder täglich vorm Computer sitzen, um halt diese Segnungen Ahrimans kennenzulernen. Machen trotzdem viele, und man kann es ganz bewusst benutzen, auch voll im Wissen, es ist Ahriman, der uns dabei auch dienen kann. Die Frage ist, was machen wir damit?
Werkzeuge, die Ahriman den Weg bereiten 00:49:11
Ein Wichtiges ist dabei, dass wir erkennen: Wir arbeiten, wenn wir diese Werkzeuge benutzen, eben mit diesen ahrimanischen Kräften, und sie zeigen uns nicht die Wirklichkeit damit. Also wenn wir über dieses Medium etwas in die Welt tragen wollen, dann müssen wir sehr aufpassen, dass wir vom ganzen Inhalt, von der Art, wie wir damit umgehen, wirklich etwas aus einem geistigen Impuls hineintragen. Diese Forderung ist damit verbunden, viel stärker, als es in der Vergangenheit der Fall war.
Mit den einfachen Werkzeugen der Vergangenheit – und damit meine ich durchaus bis Ende 18. Jahrhundert, Anfang 19. Jahrhundert hinein – konnte man im Großen und Ganzen noch mit den meisten Dingen so weit umgehen, dass man sie einfach als Werkzeuge benutzen konnte, ohne sich besonders etwas zu denken. Natürlich waren die Kriegsinstrumente schon ein großer Brocken, wo man es eigentlich nicht mehr so tun durfte, ist aber passiert. Aber trotzdem, was heute an Technik in der Welt da ist, hat alles im Hintergrund die ahrimanischen Kräfte. Das war in der Vergangenheit in einem viel geringeren Maße der Fall. Und indem wir diese Produkte in die Welt setzen, bereiten wir dem Herrn Ahriman den Weg.
Nur, wir werden dem gar nicht entkommen. Die Inkarnation Ahrimans wird kommen, wahrscheinlich in näherer Zukunft. Das will ich jetzt gar nicht näher ausloten, aber die Inkarnation Ahrimans wird kommen, und sie muss auch kommen. Es ist eine ganz wichtige Voraussetzung, über das haben wir auch vorletztes Mal gesprochen: Dadurch, dass Ahriman sich als Mensch inkarniert, also wirklich Mensch wird auf Erden, muss er, der Herr des Todes, der Meister des Todes, selber auch erstmalig durch den Tod durchgehen.
Der ahrimanische Doppelgänger als Todesengel 00:52:33
Und das wird eine wesentliche Erfahrung sein für ihn. Und es wird ein wesentliches Tor auch dafür sein, wodurch er das Wesen des Menschen kennenlernen kann, wo er natürlich eben auch in einer gewissen Weise der Wirkung des Christus begegnet, der sich mit der Erde verbunden hat. Das heißt, Ahriman wird hier ganz besonders mit dieser Kraft des Christus in Berührung kommen, noch viel stärker. Natürlich kennt er etwas von dem Ganzen, was sich da abgespielt hat, aber ein richtiges Bild davon hat er nicht. Er hat noch kein richtiges Bild davon, wer der Mensch wirklich ist, und noch weniger hat er ein Bild davon, welche Kraft der Christus wirklich ist. Das kann auch Ahriman, die ahrimanischen Wesen überhaupt, nur durch die Inkarnation auf Erden kennenlernen.
Und Vorbereitung zur Inkarnation Ahrimans schlechthin ist, dass viele ahrimanische Wesen ja im Grunde von Anfang an – man kann nicht sagen inkarniert, das natürlich nicht, aber in gewisser Weise inkorporiert haben – in jeden Menschen, der je auf Erden gelebt hat. Denn jeder Mensch, der auf Erden gelebt hat in einer physischen Leiblichkeit, ist durch den Tod durchgegangen. Und durch diese Erfahrung mitgegangen ist immer wieder der ahrimanische Doppelgänger in uns. Der ist der eigentliche Todesengel. Und das geht von Anfang an so durch, jedenfalls von Anfang der Zeit, wo der Mensch wirklich physisch auf Erden sich inkarniert hat, wo der Mensch durch dieses Todeserlebnis durchgegangen ist.
Das Bemerkenswerte, und das ist der große Unterschied zu der Inkarnation Ahrimans, von der jetzt die Rede ist, die in unserer Zeit stattfindet: Diese ahrimanischen Elementarwesen machen eigentlich den Todesengel aus. Im Grunde ist es ein ahrimanisches Elementarwesen, von dem wir da sprechen. Dieses ahrimanische Elementarwesen, das letztlich den Tod des Menschen bewirkt, herbeiführt. Allerdings kann es das auch nicht aus der Willkür heraus. Es ist das Problem, das diese ahrimanischen Wesen immer wieder damit haben: Sie müssen sich nämlich richten, ob sie wollen oder nicht, nach dem Schicksal des Menschen. Sie können nicht willkürlich für sich den Tod herbeiführen, sondern sie sind eingespannt in das ganze höhere Geschehen, das sie selber gar nicht durchschauen, aber dem sie sich letztlich fügen müssen.
Warum der Todesengel den Sterbenden verlässt 00:56:27
Und ein ganz Wichtiges dabei ist, interessanterweise, und das ist auch wieder nicht zufällig: Dieses ahrimanische Elementarwesen, das von Anfang an der Tod in uns ist und uns auch auf dem Wege durchs Leben letztlich bis zum Tod hinführt – aber kurz bevor der Tod wirklich eintritt, das heißt, der Mensch wirklich stirbt, muss dieses ahrimanische Elementarwesen, dieser Todesengel, die Leibeshüllen des Menschen verlassen. Also diese ahrimanischen Elementarwesen halten den Tod eigentlich nicht aus. Sie können nicht mitgehen bei den Menschen, sie führen ihn dorthin, und wenn sichergestellt ist, dass der Tod jetzt dann eintreten wird, dann müssen sie die Leibeshüllen des Menschen verlassen.
Das kann man manchmal sehr deutlich erleben, diesen Moment, wo etwa Stunden vor dem Tod, es kann ein Tag oder zwei, drei Tage vor dem Tod sein, dieses Elementarwesen den Menschen verlässt. Es zeigt sich dann oft darin, wenn ein Mensch schwer krank ist, eigentlich schon im Sterben liegt und nicht mehr ansprechbar ist, kaum mehr da ist, also die ganzen Lebensfunktionen schon sehr reduziert sind, dass in dem Moment, wo dieser Todesengel die Leibeshüllen des Menschen verlässt, scheinbar oft eine Besserung im Zustand des Sterbenden einzutreten scheint, wo man vielleicht sogar sagt: vielleicht schafft er es doch noch. Das ist aber ein letzter Raum, der den Menschen geboten wird, durchzuatmen und ganz bei sich zu sein, frei zu sein von diesem elementarischen Wesen, bevor dann der Tod eintritt.
Das wäre ganz fatal für den Menschen selber als auch für das ahrimanische Elementarwesen, wenn die gemeinsam durch den Tod durchgehen müssten. Das geht eigentlich gar nicht. Wenn sie bis in die letzte Minute, fast bis zum letzten Atemzug an den Menschen gebunden sind, dann ist es ein ganz schwieriges Erlebnis auch für diese ahrimanischen elementarischen Wesen. Und für den Menschen ist es eine ganz große Belastung, weil, wenn sich dieser ahrimanische Doppelgänger löst, dann ist es ein ganz großes Befreiungserlebnis für den Menschen, auch wenn er es vielleicht äußerlich bewusst nicht mitbekommt, weil er schon im Koma liegt oder Ähnliches. Aber der Geistkern des Menschen bekommt es sehr wohl mit.
Aber Ahriman, dieses höhere ahrimanische Wesen, das sich inkarnieren wird auf Erden oder vielleicht schon inkarniert ist, wie immer man das ansehen mag, das wird dieses Todeserlebnis durchmachen müssen. Und das wird natürlich eine ganz andere Perspektive eröffnen, auch für Ahriman selber und damit für die ganze Gemeinschaft ahrimanischer Wesenheiten.
Wer ist Ahriman? Die ahrimanischen Geister der Form 01:01:05
Wer ist Ahriman? Das ist eine gute Frage. Es steht ja dahinter eine ganze Hierarchie von ahrimanischen Wesenheiten, von Elementarwesen, beginnend von engelartigen Wesenheiten bis hinauf in sehr hohe Bereiche. Es gibt zum Beispiel ahrimanische Geister der Form, und die haben durchaus eine wichtige Rolle gespielt, zum Beispiel dass in unserem Planetensystem, in unserer gegenwärtigen kosmischen Entwicklungsstufe, unser ganzes Planetensystem eben bis zu einem gewissen Grad einen wirklich physisch-stofflichen Charakter bekommt. Denn den bekommt es nur dadurch, dass ahrimanische Wesenheiten mitarbeiten.
Das haben wir das letzte oder vorletzte Mal auch besprochen, dass wir diese Schilderungen am Anfang der Genesis eigentlich zurückverfolgen können bis zu dem alten Saturn. Bis dorthin kann man zurückschauen, weil dort auch schon Geister der Form mitbeteiligt sind, und Geister der Form sind auch hier bei der Erdentwicklung beteiligt, und es sind hier auch ahrimanische Geister der Form beteiligt. Die haben letztlich dazu geführt, dass zum Beispiel unsere Erde, aber auch der Mond, in dieser materiellen Gestalt jetzt vorliegen.
Es ist nicht gesagt, dass alle Planetensysteme so sind. Es ist auch gar nicht gesagt, dass alle Sterne, die da draußen leuchten, in einer vergleichbaren Form vorliegen wie unser Sonnensystem und unsere Sonne. Unser Planetensystem ist dieser Verstofflichung durch ahrimanische Geister der Form im Großen und Ganzen erlegen. Es hat sich jedenfalls ganz ins Physische hineinbegeben. Was auf dem alten Mond noch nicht in dem Maße der Fall war, auf der alten Sonne noch weniger, aber es ist langsam dort auf dem Weg dorthin. Wenn das Luftelement hineinkommt, auf der alten Sonne zum Beispiel, ist es aber noch lange nicht in der stofflichen Dichte da wie unsere heutige Luft.
Die Kosmologie als ahrimanische Illusion 01:04:38
Da wird sich einmal herausstellen, dass die Kosmologie, wie wir sie heute haben, wie heute die Astrophysiker den Kosmos anschauen, dass da noch viel, viel mehr zu sagen sein wird und dass viele Dinge noch ganz anders geschildert werden müssen, als sie uns heute mit unserem heutigen Bewusstsein erscheinen. Man muss sich schon bewusst sein, dass das Bild, das wir heute als Kosmologie haben, genau so ein einseitiges Bild ist oder vielleicht sogar ein noch viel einseitigeres Bild, als das Bild, das die alten Ägypter oder die alten Griechen oder die mittelalterlichen Menschen von unserer Welt hatten.
Wir brauchen nicht zu glauben, dass wir jetzt mit unserer heutigen Astrophysik und mit den Erklärungen, die dahinterstehen, Wahrheiten haben, die lange halten werden. Es sind einzelne Aspekte drinnen, die wichtig sind für uns, sie kennenzulernen, aber im Großen und Ganzen ist es ein Bild, das ziemlich fern der Wirklichkeit ist. Auf andere Art weit weg, als es in der Vergangenheit war; vielleicht war sogar manches an den alten Weltbildern näher an der Wirklichkeit dran. Und trotzdem kann man das heute mit den Teleskopen beobachten, man kann nach den Theorien vieles berechnen und findet Übereinstimmungen. Es ist eine Notwendigkeit, dass wir uns mit diesen Gedanken auseinandersetzen, aber wir sollten im Hintergrund schon ein bisschen die Ahnung haben: Mit der Wirklichkeit hat es nichts zu tun. Es ist etwas, was wir lernen sollen, bis zu einem gewissen Grad zu denken, um es letztlich als ahrimanische Illusion zu durchschauen.
Und das ist etwas, was nicht so leicht zu durchschauen ist, sondern da gehört viel Einsatz an Denken, viel Einsatz an Forschung dazu. Aber die Frucht dieser ganzen Dinge wird ganz anders ausschauen, als wir uns das heute denken. Das Weltbild wird ganz anders werden. Und was uns wieder dazu bringt: Es ist ein Weltbild, das wir uns machen. Und das hat gewisse Aspekte drinnen, die wir kennenlernen sollen, die ein Teil dessen sind, dass wir eben die ahrimanischen Wesen namentlich kennenlernen sollen. Es ist höchst an der Zeit, dass wir sie sehr intensiv kennenlernen.
Theorie als „Gottesschau" – und ihr ahrimanischer Ersatz 01:08:25
Und es ist ja kein Zufall: Die moderne Physik, namentlich das, was durch Einstein in die Welt gekommen ist, also Relativitätstheorie, die moderne Astrophysik, die in sehr engem Zusammenhang mit der Quantentheorie steht – das sind die beiden großen Theorien heute. Allerdings ist das Wort „Theorie" der falsche Ausdruck dafür, weil Theorie eigentlich so viel wie Gottesschau, Gotteserfahrung in Wahrheit heißt. Das ist es eher nicht, das ist halt eine Ahrimanie, oder ich weiß nicht, wie ich das nennen soll. Es ist ein Blick auf die Welt, der halt durch die Linse Ahrimans gesehen ist, der gefiltert ist durch die Blickrichtung Ahrimans. Das ist es, was wir da drinnen haben. Und die Zeit, wo wir eine echte Theorie, eine echte Gottesschau hatten, da müssen wir eigentlich weit in die Vergangenheit zurückgehen.
Wenn wir ein ungetrübtes Bild haben wollen – es ist jetzt immer mehr getrübt worden, es ist jetzt ein ganz ahrimanisches Bild, das wir von der Welt haben. Ein bisschen vielleicht verhübscht durch den luziferischen Einfluss, der uns nämlich die Illusion der Wahrheit gibt dabei. Da spielen die luziferischen Wesenheiten eine große Rolle. Das ist in der modernen Physik, in der modernen Naturwissenschaft überhaupt ein geniales Zusammenwirken der luziferischen und der ahrimanischen Wesenheiten. Hier und da gibt es einzelne Forscher, die sogar ein bisschen Ahnung davon haben.
Also die moderne Astrophysik, die moderne Quantentheorie: Da steckt sehr viel Geistiges drinnen, aber es ist alles ahrimanisches Geistiges in Wahrheit. Und die Verführung ist die – wir müssen als Menschheit halt durch, große Physiker sind durchgegangen durch das, eben durchaus auch ein Einstein oder Heisenberg, Wolfgang Pauli und dergleichen –, aber es ist ein ahrimanisches Bild. Und es ist so, dass sich bei vielen dieser Forscher zugleich erweckt hat: Es ist mathematisch so schön, dieses Bild. So geordnet, dass man schon gesagt hat: ja, das muss ja eigentlich wahr sein. Durch diese mathematische Harmonie, die da drinnen herrscht. Durch die Schönheit der Formeln.
Die luziferische Schönheit der Formeln 01:12:19
Viele haben davon gesprochen. Heisenberg hat davon gesprochen, in einem ganz platonischen Sinn eigentlich. Also die Schönheit der Ideen, die dahinter sind, Platons Ideenlehre. Gerade die Quantenphysiker, überhaupt die Physiker des 20. und 21. Jahrhunderts, haben einen sehr starken platonischen Ansatz im Hintergrund, eine platonische Geisteshaltung, im Sinne dieser Ideenschau. Sie sprechen sehr wohl von einem Geistigen in der Welt, manche ganz offen.
Allerdings, und das ist vielleicht gar nicht schlecht, tritt langsam eine gewisse Ernüchterung ein. Weil vieles von dem Höhenflug der modernen Physik, der im 20. Jahrhundert da war, auch dazu geführt hat, sehr problematische Technologien in unsere Welt hineinzusetzen. Eben die ganze Atomtechnologie vor allem, namentlich auch ihre Anwendung in Form von Kernwaffen. Die sind halt auch ein Ergebnis dieser mathematischen Schönheit der Formeln, die dahinterstecken. Wenn ich das so zusammenschaue, da spielt der Luzifer eine ganz große Rolle auch. Das ist jetzt gar kein Vorwurf. Ich habe das selber kennengelernt, ich kenne das. Die Formeln sind schön und die Arbeit damit ist sehr befriedigend. Man empfindet es als etwas sehr Lichtvolles. Aber es ist ein Licht, das auch eine gewisse Blendung bedeutet, die den dunklen ahrimanischen Hintergrund unsichtbar macht oder verdeckt.
Natürlich, mit dem Einsatz der Atomwaffen über Hiroshima und Nagasaki ist es dann für mehr Menschen schon offenbar geworden, dass da nicht nur Schönheit dahintersteckt und auch in den Formeln. Da ist natürlich auch vielen Forschern dann eine andere Perspektive aufgegangen zu dem, was dahinter ist. Aber trotzdem gibt es heute genug Forscher, die von der Schönheit ihrer Formeln sprechen.
Die Physik als Leitbild der Erkenntnis 01:15:46
Es ist ein sehr bezeichnender Punkt, dass im 20. Jahrhundert die zwei großen Theorien in der Physik sind. Und die Physik gilt heute in Wahrheit als die Wissenschaft schlechthin. Natürlich gibt es andere Fächer auf der Uni, es ist nicht alles Physik, aber die Physik behauptet sich eigentlich als die Grundlagenwissenschaft überhaupt. Das Muster dafür, wie überhaupt Wissenschaft sein kann, wie überhaupt Erkenntnisstreben sein kann, wie überhaupt Erkenntnis möglich ist. Die moderne Physik hat als philosophischen Hintergrund durchaus das Bewusstsein, dass sie das Leitbild gibt, wie man überhaupt Wissen erwerben kann, wie man mit Wissen umgehen kann, wie man wirklich die Welt erkennen kann. Und alles andere baut darauf auf, ist nach diesem Muster gestaltet.
Und da muss man sehen: dahinter steckt rein der Ahriman, aber sehr gut verpackt durch das luziferische Mäntelchen, das da herumgelegt ist und das dem Ganzen eine unbestreitbare Schönheit gibt für Menschen, die Mathematik gerne lieben und sich für Mathematik begeistern können. Wir werden diese Schönheit sehen, die da drinnen ist. Selbst dort, wo es so genial ist – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist ja auch die Chaos-Theorie entstanden, wo man nicht mehr vorher berechnen kann und trotzdem eine wunderbare Schönheit der Formeln dahinter ist und trotzdem scheinbar eine Freiheit drinnen steckt. Das haben viele Forscher so interpretiert: Aha, es ist doch nicht überall alles so streng vorherbestimmt, wie wir es in der klassischen Physik gedacht haben. Die Quantentheorie hat das schon als Erstes gezeigt, die Chaos-Theorie hat das in anderer Weise wieder aufgegriffen, und man kann wunderbare Dinge damit machen, die Fraktale und dergleichen, diese geometrisch-mathematischen Strukturen, die eine unglaubliche Schönheit entwickeln, wenn man sie grafisch darstellt.
Und alle haben aber im Hintergrund den Ahriman, und sie haben an der Oberfläche den Luzifer, der dem Ganzen den Glanz der Schönheit verleiht. Das ist im Grunde die heutige Wissenschaft. Und das Perfide dahinter, ohne dass die Menschen, die sie betreiben, eine Ahnung davon haben: dass sie uns immer weiter wegbringt von einem wirklichen Verständnis des Geistigen, dass das Verständnis systematisch erschwert, weggewischt wird. Auch wenn es namentlich bei den Physikern immer noch welche gibt, die gerade darin das Geistige im Hintergrund des Weltgeschehens sehen, aber sie sehen nur die ahrimanische Geistigkeit. Und sie werden geblendet durch das luziferische Bild der Schönheit dieser ganzen Formeln der Mathematik.
Ahriman umgeben von der Aura Luzifers 01:20:44
Damit sage ich nicht, dass wir jetzt nicht mehr Mathematik lernen sollen, ganz und gar nicht. Aber die Schwierigkeit ist, alle diese Dinge auszuloten, sie handhaben zu können, ohne der Versuchung zu verfallen, darin das wirklich Geistige zu suchen oder zu glauben, dass man es darin finden könnte. Das ist es nicht. Es ist Ahriman umgeben mit einer Aura des Luzifer. Das ist das Bild, das man sehen müsste. Wenn man so imaginativ schaut, ist es diese düstere ahrimanische Gestalt, die aber hell überstrahlt ist von dem luziferischen Licht. Das ist die Gestalt, die uns entgegenkommt, die in den heutigen Wissenschaften allen drinnenliegt. In der anthroposophischen Geisteswissenschaft sollte sie nicht drinnen sein.
Es besteht natürlich die Gefahr, dass heutige Menschen, die sich damit beschäftigen, weil sie in unserer Zeit groß geworden sind, das in der Schule gelernt haben. Und was man in der Schule lernt, bis in die untersten Klassen, ist ja im Grunde ein kleiner Abfall des großen Denkens an den modernsten Fronten der wissenschaftlichen Erkenntnis. Aber sie ist durch und durch ahrimanisiert und von Luzifer verschönt, in einer gewaltigen Weise verschönt. Und da gibt es keine Ausnahme davon. Das ist der Punkt.
Und die Frage ist: Wo müssten wir da weiterkommen? Wir müssten zum Beispiel eine Wissenschaft aufbauen, wirklich auf die Fähigkeit zur Imagination, auf die Fähigkeit zur Inspiration, auf die Fähigkeit zur Intuition. Aber mit absoluter Klarheit, die im heutigen Denken drinnen ist. Weil in dem ahrimanischen Denken herrscht absolute Klarheit, und es ist auch Schönheit drinnen, die uns der Luzifer zeigt. Die Schönheit ist ja vorhanden, die ist gar nicht zu leugnen. Nur vom Inhalt her gesehen führt uns das auf einen Weg, der vom eigentlich Geistigen wegführt. Sie führt uns hin in die luziferische, ahrimanische, asurische, letztlich soratische Geistigkeit. Ja, Geistigkeit ist dort in einer gewissen Weise drinnen. Die Widersachermächte sind geistige Wesen. Aber es ist nicht die Geistigkeit, die den Weg in die Freiheit eröffnet.
Die Bildungseinrichtungen als Schulen Ahrimans 01:24:52
Und die, wenn wir ihr weiterhin so brav folgen, wie wir es jetzt tun, uns immer mehr von unserer Freiheit wegnimmt und uns immer mehr in einen Denkzwang hineinführt. Im Grunde sind heute die Forschungseinrichtungen, die universitären Einrichtungen, die Bildungseinrichtungen Schulen Ahrimans, mit Luzifer als beschönigendem Element dabei. Aber eben eine Schönheit, die keine Kraft hat, die nur schöner Schein ist, nur schöner Glanz. Und das ist zu wenig.
Im Übrigen heißt das auch, dass heute, wo ja auch etwas durchaus Luziferisches in der Kunst drinnen ist, egal welche Form der Kunst es ist – der Luzifer bringt uns die Kunst. Aber wir müssen sehr aufpassen, dass sie nicht in den Dienst des Ahrimanischen gestellt wird und dass wir den Weg finden zu einer wirklichen Schönheit, die ihre Quelle im Geistigen, im göttlich-geistigen, im christlich-geistigen hat. Denn in dem, was uns an luziferischer Schönheit gegeben wird, da ist sehr viel von den ahrimanischen Kräften drinnen, die aber so aufgearbeitet werden, dass sie schön erscheinen. Weil der Ahriman wäre hässlich. An sich wäre er hässlich. Wo wir ihm begegnen, er ist erschreckend hässlich, erschreckend düster. Er ist keine Gestalt, die wir irgendwo lieben würden, wenn wir ihr ungeschminkt begegnen.
Aber gerade dort, wo er uns am meisten begegnet heute, also in der Technik, in der Wissenschaft, in der Bildung, das ist die Domäne Ahrimans. Ja, natürlich auch in den Kirchen, natürlich auch in vielen geistig strebenden Gemeinschaften steckt er dahinter. Über das haben wir ja oft gesprochen, dass die Widersacherwesenheiten, sowohl die luziferischen als auch die ahrimanischen, am meisten dort zu finden sind, wo Versammlungen geistig strebender Menschen sind. In welcher Art auch immer. Sei es in Form der Wissenschaftler, der Forschenden. Die haben ja ein ehrliches Streben in sich, sie sind ja nicht von Haus aus Anhänger Ahrimans, ganz und gar nicht. Es geht ihnen um die Wahrheit im Grunde, jedem Forscher geht es um das. Er will die Wirklichkeit erkennen. Aber das ist halt heute nicht sehr stark der Fall.
Die Erde als selbsttätiger elektrischer Apparat 01:28:31
Wir sind also weiter weg als vergangene Zeiten davon, in gewisser Weise. Obwohl wir eine technische Welt erzeugen, die auf Illusion beruht im Grunde. Auch wenn ich die Maschinen angreifen kann, natürlich, und unsere äußere Welt ändert und umgestaltet, aber in letzter Konsequenz unserer Welt den Tod bringt. Das ist ja der Punkt. Und wir kommen gar nicht darum herum.
Was ich euch öfter schon gesagt habe, was Rudolf Steiner ja so deutlich gesagt hat: Erstens, wir müssen energisch daran arbeiten, das Überleben der Erde noch für eine längere Zeit zu sichern. Das wird nur gehen, wenn wir Menschen energisch daran mitwirken. Durch sich selbst allein kann sie es nicht. Dazu ist der Einfluss namentlich der ahrimanischen Kräfte schon viel zu stark. Aber es wird eben auch kommen, unausweichlich, wie Rudolf Steiner deutlich schildert, dass die Erde so etwas werden wird wie ein selbsttätiger elektrischer Apparat. Ein sehr raffinierter Apparat. Eine ahrimanische Welt in letzter Konsequenz. Das wird das sein, was eine wesentliche Rolle spielen wird, wenn unsere Welt stirbt.
Aber auch da wird es ähnlich sein: Vom Wesen unserer Erde, das heißt von den ganzen geistigen Wesenheiten, die mit der Erdentwicklung verbunden sind, wird sich das trotzdem trennen, auch diese ganzen ahrimanischen Wesen. Es wird im großen Maßstab so sein, wie es bei uns im Kleinen ist: Wenn der einzelne Mensch stirbt, muss die ahrimanische Wesenheit, der ahrimanische Doppelgänger, der in uns ist, diese Entwicklung verlassen. Das sind genau die Punkte, die im großen Zug der Entwicklung dazu führen werden, dass sich aus der Erdentwicklung diese sogenannte achte Sphäre abscheiden wird.
Die Abspaltung der achten Sphäre 01:31:26
Also insgesamt aus der Entwicklung unseres ganzen Planetensystems, das gehört alles zu unserer Erde. Wenn man im geisteswissenschaftlichen Sinn von Erde und Erdentwicklung spricht, ist immer das ganze Planetensystem, das ganze kosmische System, in dem wir drinnen leben, mitgemeint. Aber aus diesen sieben Sphären, die da durchschritten werden, sieben große Entwicklungsphasen, die alle wieder jeweils sieben Unterphasen haben, wird sich eine Entwicklung zur achten Sphäre in jedem Falle abscheiden. Die Frage wird nur sein, wer geht dort mit.
Es wird eine Gabelung da sein. Das ist plausibel, dass sich das auf dem künftigen, dem neuen Venus-Zustand endgültig trennen wird. Es wird ein Teil der Wesenheiten, die jetzt mit der Erdentwicklung sind, auch Menschen, mitgehen in diese achte Sphäre. Da wird sich eine ganz andere Entwicklung von dort aus anbahnen, die mit uns dann überhaupt nichts mehr zu tun hat. Bis zum künftigen Venus-Zustand können noch Wesen von dort herüberkommen, also Menschen können noch herüberkommen. Es können aber auch sogar Widersacherwesenheiten, also ahrimanische Wesenheiten, die dort mitgegangen sind, asurische Wesenheiten, noch in unsere Entwicklung herübergehen, wenn ihnen Menschen dabei helfen. Das heißt, das wird eine große Aufgabe für die Zukunft sein, zu arbeiten an der Erlösung der Widersacher.
Es geht um die Befreiung der Menschen, die im Moment an die Widersachermächte gefesselt sind und die in der Zukunft vielleicht noch mehr gefesselt werden. Das ist das eine. Und das zweite: Diese Widersacherwesenheiten, sowohl die luziferischen als auch die ahrimanischen als auch die asurischen, sind alle zu ihrer Aufgabe bestellt worden. Sie sind im Dienste der Menschheitsentwicklung auf diesen Weg geraten und erfüllen ihre Aufgabe, so gut sie können, und bemühen sich mit Kräften, uns eben Widerstand zu leisten. Ihre Aufgabe besteht letztlich darin, uns zu verführen, uns vom Weg abzubringen, damit wir ihn selber aus Freiheit wählen können. Und zwar den eigenen Weg. Jeder einzelne Mensch.
Die Geister der Freiheit 01:35:10
Also so, dass jeder einzelne Mensch die Freiheit bekommt und damit die Freiheit überhaupt in der Menschheit da ist. Das ist am guten Ende unserer Erdentwicklung, womit ich den Weg bis über die neue Venus und Vulkanzustand hinaus meine. Dass wirklich die Menschen, die Menschheit die Vorreiter sind, die Freiheit zu entwickeln. Das ist ja seit dem ersten Vortrag, den ich über die Apokalypse gehalten habe, der Hintergrund des Ganzen. Es geht um die Freiheit des Menschen. Es geht um die Freiheit überhaupt im weitesten Sinn. Wir sind halt die Ersten, die vorangehen müssen. Aber es geht um die Freiheit, dass jedes geistige Wesen, das neu geschaffen wird, das neu in die Weltentwicklung eintritt – und die kann man bis zu einem gewissen Grad alle als Menschen bezeichnen, wenn man sie bezieht auf dieses wesentliche, unterscheidende Merkmal, dass sie die Freiheit haben, dass sie schöpferische Wesen sind, die aus der Freiheit heraus schaffen können und nicht einfach eins zu eins einen Weltenplan verwirklichen.
Und damit ist eine zukünftige Entwicklung angedeutet, die um undenkbare Größenordnungen Größeres in der Zukunft hervorbringen kann als jetzt alles. Also wir dürfen, wenn wir uns die ganze Weltentwicklung anschauen, das Göttliche überhaupt anschauen: Auch das ist in einer Entwicklung begriffen. Das ist vielleicht gerade jetzt in unserem Zeitalter, im Bewusstseinsseelenzeitalter, so wichtig. Und das Bewusstseinsseelenzeitalter heißt vor allem auch, Bewusstsein unserer Freiheit zu erlangen. Das heißt aber zugleich, untrennbar damit verbunden, auch eine tiefere Erkenntnis des Göttlichen überhaupt.
Die sich zurückziehende Vatergottheit 01:38:21
Nicht einfach nur zu sagen, das Göttliche, naja, das ist Gott, der liebe Gott, oder wie immer wir ihn nennen, es ist ganz egal, besteht in der absoluten Vollkommenheit, in der größtmöglichen Vollkommenheit, die denkbar ist. Damit ist der Gedanke noch gar nicht zu Ende gedacht. Was muten wir der Gottheit dann zu? Dass sie sich nicht mehr entwickeln kann? Dass sie nicht mehr geistig lebendig sein kann? Ist es das, was wir uns davon denken? Es ist schon klar, in der Vergangenheit und auch heute wäre es noch sehr berechtigt und wird immer berechtigt bleiben, aufzuschauen zu dem großen Beispiel, das uns da gegeben ist, wo wir sagen, da haben wir eine Orientierung in der Welt, etwas, dem wir nachstreben können. Aber es ist trotzdem eines nicht: Es ist nicht das absolut Vollkommene.
Das ist ein falscher theologischer Gedanke, auch heute noch. Das ist bei Rudolf Steiner vielleicht nicht so deutlich ausgesprochen. Es ist auch sehr gewagt, das auszusprechen, weil es immer damit verbunden ist mit dem geistigen Hochmut des Menschen, der sich einschleichen kann. Wie soll denn der kleine Mensch sich ein Urteil bilden können über das, was die Gottheit tut, wie vollkommen oder nicht vollkommen sie ist? Oder wo wir uns sicherheitshalber der Gottheit anvertrauen, mit dem klassischen Bild: der liebe Gott wird es schon richten. Wenn wir nicht mehr aus- und einwissen, der liebe Gott wird es schon machen für uns.
Aber die Zukunft liegt darin, dass jedes geistige Wesen – und ein geistiges Wesen ist ein Wesen, das aus Eigenfreiheit schaffen kann. Das ist es. Darum hat bereits die Vatergottheit sich komplett zurückgezogen, als die nicht geschaffene und nicht schaffende Wesenheit. Das heißt, die Vatergottheit ist zwar der tragende Grund von allem, aber in die Entwicklung bringt sie nichts mehr ein. Sie hat sich zurückgezogen. Sie hat dem Christus die Aufgabe übergeben, die Welt zu gestalten im Wesentlichen. Das fängt leise im Hintergrund schon an, in Wahrheit auf dem alten Saturn ganz stark, dann auf der alten Sonne, wo der Christus ganz deutlich von Rudolf Steiner als der führende Geist dieser alten Sonnenentwicklung genannt wird. Dort ist es absolut nicht die Vatergottheit, die das tut, da ist sie bereits ganz im Hintergrund, und das zieht sich jetzt in uns weiter. Also die Vatergottheit tut nichts.
Scotus Eriugena und die niedergehaltene Erkenntnis 01:42:25
Sie tut nichts. Eben das, was schon Johannes Scotus Eriugena ganz deutlich festgehalten und niedergeschrieben hat. Das heißt, es gab immer wieder Menschen, die das erkannt haben, und irgendwie ist das auch durchgerutscht in der Kirchengeschichte. Seine Werke, sein Hauptwerk, ist auf jeden Fall übergeblieben. Es wird zwar geschildert, dass er angeblich durch seine Schüler umgekommen sei, weil sie ihn mit der Schreibfeder ermordet hätten. Wirklich Genaues weiß man nicht darüber, aber es ist wahrscheinlich gemeint durch die Schriften dieser Schüler, die vieles davon, gerade die wesentlichen Punkte dessen, was Scotus Eriugena in die Welt gesetzt hat – eben dieses, dass die Vatergottheit sich zurückgezogen hat –, sehr dafür gesorgt haben, dass das möglichst nicht in die Welt hinausgetragen wird. Es sind zwar die Werke des Scotus Eriugena erhalten geblieben, aber im Großen und Ganzen geht man über diese Dinge hinweg.
Aber genau um das geht es: dass immer mehr Zustrom gerade an die weltschöpferische Tätigkeit kommt, von den neu geschaffenen geistigen Wesenheiten, die neu dazukommen. Jetzt kann man sich die Frage stellen: Wer schafft die? Wo kommt das her? Ich will das jetzt gar nicht beantworten, kann ich auch gar nicht. Aber ich stelle es als Frage hin.
Die Stufenfolge der neuen Hierarchien 01:45:08
Wo kommen jetzt die nächste Generation geistiger Wesenheiten her? Wo kommen zum Beispiel schon die Menschen zweiter Stufe her? Ich erinnere euch daran, dass ich davon gesprochen habe: Immer wieder sind mit einer neuen Weltentwicklungsstufe neue geistige Wesen in die Entwicklung eingetreten. Auf dem alten Saturn waren es die heutigen Urengel, von denen manche zu Asuras geworden sind, die sind als neue geistige Wesenheiten sozusagen als unterste Hierarchiestufe dazugekommen. Dann sind die heutigen Erzengel auf der alten Sonne dazugekommen, und dann die einfachen, jungen Engelwesenheiten auf dem alten Mond. Und jetzt hat die Erdentwicklung begonnen, und bei der Erdentwicklung sind halt wir, die Menschheit, die Menschen als nächste Stufe dazugekommen.
Und so wie wir jetzt bei unseren Vorgängern sprechen können – Urengel, Erzengel, kleine Engel, bitte nicht herabwürdigend gemeint, nur zur Unterscheidung –, das ist eine Dreiergruppe, die sich gebildet hat in der Stufenfolge der göttlichen Hierarchien. Aber mit dem Menschen als unterster Wesenheit ist eine ganz neue Stufe entwickelt worden. Was jetzt in der Zukunft kommt, das heißt mit dem neuen Jupiter oder neuen Jerusalem, mit der neuen Venus und mit dem Vulkanzustand, sind drei Stufen des Menschlichen. Da entstehen die drei Stufen des Menschlichen.
Das heißt, unsere Stufe jetzt, auf der wir stehen, ist die Vorbereitung dazu, und in den drei folgenden Stufen, die während unseres ganzen Entwicklungszyklus stattfinden, ist am Ende eine ganz neue Hierarchiegruppe entstanden. So wie wir drei Stufen von Engelwesenheiten haben, so wird es dann drei Stufen des Menschlichen geben. Als geistige Wesenheiten, die sehr energisch an der Entwicklung mitarbeiten werden und die aber vor allem eines leisten: dass nach und nach auch die Hierarchien, die bereits jetzt über uns stehen, die also in der Vergangenheit geschaffen wurden, alle die Freiheit nicht haben, bis hinauf zu den Höchsten – wo wir aber die Aufgabe haben werden, als Geister der Freiheit zu wirken und allen Wesenheiten, auch den höchsten Engel-Hierarchiestufen, diese Freiheit zu ermöglichen, ihnen den Weg zu weisen, diese Freiheit ergreifen zu können.
Die Freiheit in die Wiege gelegt 01:49:58
Das ist nämlich ganz interessant. Wir Menschen haben sie sozusagen von Anfang an, das ist uns in die Wiege gelegt, die Möglichkeit zur Freiheit. Aber es ist eben verbunden mit dieser ganz, ganz starken Anfechtung durch die Widersachermächte. Diese Entwicklung, die mit der Erschaffung des Menschen begonnen hat, wo die Grundidee dazu, der schöpferische Impuls, die Menschheit zu schaffen, noch auf die Vatergottheit zurückgeht als Impuls. Und die erste Handlung dazu ist, dass sich die Vatergottheit zurückzieht aus dem Ganzen, weil sonst genau das Ziel, das angestrebt ist, gar nicht erreicht werden könnte, man gar nicht den Weg dorthin gehen könnte. Also das ist der erste Schritt der Befreiung: dass die Vatergottheit sich zurückzieht.
Und das nächste ist, dass der Christus diesen Weg geht. Ja, es gibt den Christus in uns, aber er lässt uns vollkommen frei. Er ist ein Begleiter, ein Berater, aber keiner, der uns unsere Freiheit nimmt, der uns nur dort unterstützt und aus den Kräften unserer Freiheit, wo es notwendig ist, eine genügende Kraft und Substanz verleiht. Daher auch dieses Gnade-Prinzip, von dem im Christentum die Rede ist: Es bezieht sich nicht darauf, dass der Christus einfach so für uns etwas macht, sondern er ist so, dass er dem, was wir als Impuls in die Welt setzen, die notwendige Kraft verleiht, um in der ganzen Welt wirksam zu werden. Was wir jetzt zumindest noch nicht können. Aber wir lernen jetzt gerade immer mehr, und das unterstreicht auch in einem noch höheren Sinn unsere Verantwortung für die Erde und ihre Entwicklung, weil wir da unser Handwerkszeug erarbeiten, und zwar selber, ohne dass uns wer Tipps dazu gibt, sondern wir müssen es selber finden: wie baue ich eine ganze Welt, in der Freiheit möglich ist.
Die perfekte tote Welt der achten Sphäre 01:54:37
Dazu haben wir noch viel Unterstützung durch den Christus, aber es wird immer mehr so sein, dass wir immer mehr selber übernehmen müssen, dürfen, sollen. Die, die diese Entwicklung nicht mitgehen wollen, gehen halt in das soratische Reich, in die achte Sphäre hinüber. Und natürlich wird es dort auch eine Entwicklung geben, eine Entwicklung, die von den soratischen Mächten geleitet wird, aber die eigentlich nur eine perfekte, im Grunde tote Welt schaffen kann. Man könnte sagen, einen perfekten Mechanismus, als Bild jetzt nur genommen. Der Punkt ist, dass es die Freiheit dort nicht gibt. Es wird Schritt für Schritt das Seelische ausgemerzt werden, das Seelische mechanisiert, das Leben mechanisiert.
Wenn einseitig nur diese Wesenheiten mitarbeiten würden, dann würde diese achte Sphäre einfach immer dominierender werden für die ganze Entwicklung. Stellt sich natürlich die Frage, wie es in der Zukunft weitergeht. Es wird sich diese achte Sphäre völlig ausgliedern, es wird in dem Sinn keinen Rückweg geben in die Entwicklung, die bei uns da ist. Wird das ewig so bestehen bleiben? Wird es dort eine Entwicklung geben? Nein, eigentlich nicht, eine Entwicklung wird es nicht geben, weil das absolut Vollkommene – und das ist das, was diese soratischen Wesenheiten anstreben, etwas, was perfekter nicht mehr werden kann – in ihrem Sinne verwirklicht wird, was Nietzsche zum Beispiel geschildert hat: die Wiederkehr des Ewiggleichen. Das heißt, wo dieses perfekte Uhrwerk immer wieder abläuft, immer wieder, das ist so wie das ewige Murmeltier – wer kennt denn den Film, wo das immer wieder kommt, wo der nächste Tag wieder genauso läuft wie der vorhergehende. Es ist genau dieselbe Situation, alles läuft wieder, und das in alle Ewigkeit.
Jedenfalls während des Zyklus, den wir überschauen können, werden wir nichts mehr daran ändern können. Diese achte Sphäre wird genau auf dem Weg dorthin sein, und sie wird, auch wenn wir mit dem Vulkanzustand fertig sind, wenn unser Entwicklungszyklus abgelaufen ist, ihre absolute Perfektion erreicht haben, in dem Sinne, wie es diese soratischen Wesenheiten anstreben: dass ein absolut vollkommener Zustand immer wieder abläuft. Und der dadurch erreicht wird, dass es eben keine Freiheit gibt drinnen, keine Möglichkeit zur Abweichung.
Das Bild des Diktators und die perfekte Maschinerie 02:00:24
Warum ich das so betone, ist auch, weil sich viele Menschen und viele Herrscher das gerne vorstellen, gerade in ihren Staaten. Diktatoren sind da besonders stark, sie wollen ein Staatssystem haben, was perfekt läuft, in ihrem Sinne perfekt läuft. Und wo jeder ein Rädchen ist, das seine Aufgabe zu erfüllen hat, keine Freiheit hat zu sagen, ich würde das gerne anders machen oder ich würde gerne eine andere Aufgabe übernehmen, nein, sondern wo man an den Platz gestellt ist und dort zu bleiben hat. Dort in dieser perfekten Welt als kleines Rädchen mitzuarbeiten.
Und Freiheit heißt genau das Umgekehrte. Heißt aber in gewisser Weise sogar, ja, es ist das kleine Stäubchen vielleicht, das kleine Körnchen, das den perfekten Mechanismus – ein Organismus ist es nicht, sondern ein Mechanismus – zu Fall bringen könnte. Aber das sind Fragen, über die brauchen wir uns jetzt gar nicht den Kopf zu brechen, weil das sind Dinge, die sich eigentlich erst als Frage stellen, wenn wir den Vulkanzustand vollendet haben. Das heißt, wenn wir durch diese ganze siebengliedrige Entwicklungskette durch sind und dann weltschöpferisch tätig werden, weil wir dann am Ende auf einer vergleichbaren geistigen Stufe stehen, aber natürlich ganz anders, wie die Elohim, wie die Geister der Form, die an unserer Erdentwicklung beteiligt sind, so wie sie in der Bibel als Elohim geschildert werden. Aber wie wir das letzte Mal gehört haben, fängt diese Tätigkeit im Grunde schon am alten Saturn an.
Die soratische Grenze im Venus-Zustand 02:03:03
Das heißt, man kann die Schilderungen der Genesis, das erste Kapitel namentlich – Garten Eden ist dann schon wieder eine andere Geschichte –, das Sechstagewerk auch als große Schöpfungstage errechnen, die bis dorthin gehen, bis zum Venus-Zustand. Etwas über die Mitte des Venus-Zustandes, wo dann die Entscheidung fällt, ob man abzweigt ins soratische Reich oder weitergeht. Bis dorthin erstreckt sich die Macht dieser soratischen Wesenheiten, die diese perfekte Welt machen wollen. Dort ist die absolute Trennung davon zunächst einmal. Das heißt, Menschen, die in diese soratische Welt hinübergewechselt sind, können dann nicht mehr weg.
Die Frage, die man sich stellen kann, ist aber, wie es in die Zukunft weitergeht. Man könnte denken, die soratischen Wesenheiten separieren sich, gliedern sich aus, und das wird in alle Ewigkeit so bestehen. Die Frage ist, was können die Menschen, die nicht in diese soratische Sphäre übergegangen sind, sondern ihren Weg weitergehen, vielleicht mitwirken in der großen Weltentwicklung, die jetzt dann auch diese achte Sphäre umfasst? Kann man dort etwas tun, einen gewissen Eingriff machen oder nicht? Ich weiß, wir brauchen uns jetzt darüber nicht den Kopf zu brechen, weil wir es jetzt eh nicht entscheiden können, wir haben nicht einmal ansatzweise Fähigkeiten dazu. Aber so ganz leise im Hinterkopf sollte man es nicht von uns weisen, weil wir steigen ja immer weiter auf in den Hierarchien, sofern wir nicht mitgehen in das Widersacherreich.
Und man muss sehen, der Preis dafür, dass die Menschheit sich entwickeln konnte – die Menschheit im Sinne dieses kleinsten, neugeborenen geistigen Wesens, von Haus aus mit der Möglichkeit, die Freiheit zu entwickeln, mit dem Ziel, dass es die Freiheit entwickelt, was es vorher noch nicht gab. Die Frage ist, welche Aufgabe hat dieser Geist der Freiheit, denn das werden wir dann. Wenn wir mit unserer Entwicklung weitergekommen sind, spätestens wenn wir auf dem Vulkanzustand angelangt sind, dann können wir mit Fug und Recht sagen: Wir sind die Geister der Freiheit.
Den Freiheitsimpuls weitergeben 02:07:05
Und wir sind insofern die Geister der Freiheit, als wir auf dem Weg dorthin auch schon diese Freiheit weitergegeben haben. Das ist eine wesentliche Aufgabe, die wir sehen sollten. Also, dass wir, wie ich es schon oft geschildert habe, als Erstes durch die Erlösung der Widersacherkräfte diese als allererste andere geistige Wesenheit der Freiheit teilhaftig werden lassen. Das heißt, die bekommen sie nicht einfach vom lieben Gott verliehen, sondern mit Duldung der Vatergottheit, sogar von der Vatergottheit erwünscht, aber sie gibt die Freiheit nicht weiter. So wie sie uns die Freiheit gegeben und ermöglicht hat, geben wir sie weiter.
Wir, so wie wir der Erlösung durch den Christus bedürftig sind, und im Hintergrund steht die Vatergottheit, damit wir überhaupt unser Ziel erreichen können – durchaus aus Freiheit, und durchaus gehört das mit, aber ohne diese Kraft wäre es nicht möglich –, aber indem wir daran arbeiten, sind wir als Geister der Freiheit deswegen Geister der Freiheit, weil wir diesen Freiheitsimpuls weitergeben. Die anderen geistigen Wesenheiten, die schon existieren, Geister der Form, also Elohim, bis hinauf zu den Höchsten, bis zu den Seraphim, sie haben alle die Freiheit nicht, und wenn sie sie bekommen sollen, dann können sie sie in Wahrheit nur durch uns bekommen.
Man kann es nicht hundertprozentig vorhersagen, aber wenn man sich den Sinn der Entwicklung anschaut, dass die Freiheit anderer geistiger Wesenheiten entsteht: Sie wird nicht auf dem gleichen Weg entstehen wie jetzt bei Menschen. Nicht, dass wir jetzt die höheren Hierarchien auch mit Widersacherkräften in Verbindung bringen, die sie aus eigener Kraft überwinden und erlösen müssen, und das Spiel läuft immer so weiter. Nein, es wird nicht genau so weiterlaufen. Was mit der Menschheit als Projekt, als Versuch, als Experiment in die Welt getreten ist, das wird sich so nicht wiederholen, sondern in der Zukunft wird das anders sein.
Freiheit auch für die höchsten Hierarchien 02:10:38
Wir haben die Aufgabe, wir können das aus der Freiheit heraus machen, dass wir diese Freiheit auch an andere geistige Wesenheiten weitergeben. Sogar an Wesenheiten, die in der Hierarchiestufe wesentlich höher stehen als wir. Das wird nicht gleich morgen sein, es wird nicht während der Erdentwicklung sein, aber es wird in der zukünftigen Entwicklung immer mehr dorthin laufen, dass wir die Wesenheiten sind, die die Freiheit weitergeben. Einerseits von Haus aus an die Wesenheiten, die nachrücken – das werden zunächst die drei Stufen des Menschlichen sein, die drei großen kosmischen Generationen des Menschseins –, aber wir werden es auch weitergeben an die Wesenheiten, die über uns sind.
Jetzt schon fängt die Arbeit daran an, indem wir an der Erlösung der Widersacher arbeiten, es primär an diese Wesenheiten weiterzugeben. Weil wenn wir sie erlösen, dann ist es nicht nur so, dass sie von ihrer Aufgabe als Widersacherkräfte entbunden werden, sondern die Belohnung dafür ist, dass sie als Erste der Freiheit teilhaftig werden, nach den Menschen. Durch den Menschen und nach den Menschen werden sie die Nächsten sein, die auch der Freiheit teilhaftig werden. Nicht gleich die höchsten Hierarchien, die Seraphim, Cherubim, die werden zunächst noch in ähnlicher Weise weiterwirken, indem sie von der Gottheit die Impulse empfangen und, wie Handwerker – ist natürlich ein dummer Ausdruck, sie haben nicht so Hände wie wir, aber in gewisser Weise doch, indem sie handelnd, weltgestaltend tätig sind – die Welt zur Freiheit führen. Aber erst dadurch, dass sie von uns diesen Impuls bekommen haben.
Und wir werden diesen Impuls auch weitergeben an unsere Nachfolger, an die drei Stufen des Menschlichen, die mit uns kommen. Wir sind jetzt in der Vorbereitungsstufe, und dann gibt es die drei Stufen des Menschlichen. Und dann können wir gar nichts mehr sagen. Was nach dem Vulkanzustand ist, dort sind die drei Stufen des Menschlichen bereits alle da, in voller Reife, aber auf drei Stufen aufgeteilt.
Der offene neue kosmische Zyklus 02:13:55
Aber dann fängt ein ganz großer neuer kosmischer Zyklus an, der natürlich so unbestimmt ist, so nicht vorherbestimmt, dass er nicht ganz deutlich in der göttlichen Allwissenheit drinnenliegt. Da müsste eigentlich jetzt dann auch schon drinnenstehen, dass die Vatergottheit weiß, wie das laufen wird, welche Abweichungen es geben wird, weil doch irgendwelche Widersacherkräfte vielleicht wieder eine Rolle spielen oder nicht. Nein, es ist in dem Fall wirklich unbestimmt. Absolut unbestimmt. Es ist offen. Es ist einfach offen. Und es wird auch nicht die Vatergottheit entscheiden, was damit passiert oder den Plan vorgeben, sondern es werden dann bereits viel, viel mehr Wesenheiten aus den Hierarchiegruppen und auch aus den neuen Wesen, die geschaffen werden, an dem Ganzen mitwirken.
Die Vatergottheit ist dann etwas, was in allen diesen Wesenheiten lebt, als Kraftimpuls, aber nicht als Impuls, der den Weg bestimmt, sondern es wird diese Gemeinschaft feuergeistiger Wesenheiten werden, die die Entwicklung im ganz Großen bestimmt. Im Kleinen ist halt unsere Menschheitsentwicklung das Übungsfeld dazu. Und das heißt, auch im sozialen Zusammenleben der Menschen hier auf Erden ist das der Punkt, um den es geht: jetzt während unserer Erdentwicklung, während unserer jetzigen und unserer künftigen Inkarnationen, dass immer mehr Menschen diesen Freiheitsimpuls aufgreifen, ihn auch wirklich leben. Und dazu können wir nur ein Beispiel geben. Jeder Mensch kann Beispiel dazu werden, aber ergreifen muss es jeder Mensch selber aus der Freiheit.
Aus Freiheit wirken, ohne den Anstoß der Widersacher 02:16:50
Das ist ein Schritt in die Richtung dessen, dass wir lernen, aus der Freiheit zu wirken, auch ohne dass wir dauernd den Anstoß der Widersacherkräfte dazu brauchen. Sondern aus der Freiheit wirken, weil wir es ganz bewusst wollen. Wir gehen in die Richtung Freiheit mit Hilfe der Widersacher, die uns immer von dem Weg abzubringen versuchen, die uns immer wieder wegführen und täuschen. Und mit der Zeit lernen wir, das zu durchschauen. Und das ist dann der Weg der Erlösung der Widersacher. Und das ist der Weg, wo in Zukunft nicht mehr notwendig wird zum Erwerb der Freiheit, dass diese Widersacher überhaupt da sind als solche Kräfte. Da ist eine Perspektive in einer anderen Entwicklung.
Heute können wir uns das gar nicht anders vorstellen, als dass wir immer am Widerstand arbeiten. Das sind auch so große Fragen: Wie wird es in der Zukunft ausschauen? Wird es keine Fehler mehr geben? Was die Gottheit ursprünglich einmal geschaffen hat, war etwas Vollkommenes in gewisser Weise. Ein Vollkommenes, aber ganz anders als die vollkommene Welt, die sich die Widersacherkräfte, die soratischen Wesenheiten namentlich, vorstellen. Also diese perfekte Welt, die nicht mehr perfekter werden kann, weil sie das vollkommene, unzerstörbare, ewigwährende, perfekte Weltprinzip ist. Es wird aber eine Welt, in der auch keine Entwicklung mehr möglich und notwendig ist. Sie ist perfekt, und das genügt diesen soratischen Wesenheiten.
Der Widerstand gegen die lebendige Schöpfung 02:19:34
Das ist das, was sie anstreben. Es genügt ihnen vielleicht auch, weil sie nichts anderes kennen oder weil ihre Perspektive von dem ist, was sie sich als vollkommen denken. Man muss im Hintergrund sehen, dass genau das, was sie anspornt, den Widerstand zu leisten – sogar der Vatergottheit, auch wenn die sich in den Hintergrund zurückgezogen hat, aber auch dem Christus, der tätig ist –, weil sie den Eindruck haben, da geht ja die Entwicklung weg von der perfekten Welt, die wir anstreben. Von dieser Welt, die immer wieder das Gleiche im Grunde wiederkehrt, wo es im Grunde kein Problem gibt, wie eine perfekte, unzerstörbare Maschinerie, die immer weiterläuft, aber immer im gleichen Schema.
Und mit einer starken Erbitterung kämpfen diese soratischen Wesenheiten sogar an gegen das, was die Gottheit selber tut, weil sie finden, die macht ja etwas ganz Schlechtes, die will ja gar keine perfekte Welt haben, wie wir sie haben. Was ist denn das? Die machen ja keine vollkommene Welt im Sinne dieser soratischen Wesenheiten. Das ist ein Schöpfungsprinzip, wo bildlich gesprochen diese soratischen Wesenheiten nur immer wieder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können: In welche Richtung läuft denn das? Da kann ja nicht diese Perfektion entstehen, die sich die soratischen Wesenheiten vorstellen, mit der ständigen Wiederkehr des Perfekten. Immer wieder. Das ist wie ein Film, der immer wieder in gleicher Weise abläuft. Und das Höchstmögliche im Sinne der soratischen Wesenheiten an Perfektion, an Schönheit, wo sich nichts verändern kann. Was aber in Wahrheit die Manifestation des absolut Toten ist, auch wenn sie sich bewegt. Aber es ist eigentlich eine Scheinbewegung, aus der nichts mehr entstehen kann.
Eine immer lebendigere Welt, in der nichts berechenbar ist 02:22:37
Und wir sollen aber gerade den Anstoß dazu geben, die Freiheit nicht nur selber zu entwickeln, sondern sie auch weiterzugeben an andere geistige Wesenheiten. Und damit eine immer dynamischere, immer lebendigere Welt hinzustellen, wo nichts vorhersehbar ist. Nichts. Also eine Welt letztlich hervorzubringen, wo nichts, aber auch schon gar nichts berechenbar ist. Sondern wo Augenblick und Ewigkeit eins sind in einer gewissen Weise. Und trotzdem dauernd Veränderung ist.
Aber ja, das sind so Zukunftsgedanken, ferne Zukunft. Ich glaube, wir sollten für heute wieder einmal Schluss machen, meine Lieben. Ich danke euch fürs Dabeisein. Wir werden das weiter fortführen, diese wahrscheinlich verrückten Ideen. Ich weiß es nicht. Aber sie liegen irgendwo drinnen. Auch wenn es vielleicht so nicht ausgesprochen zu finden ist bei Rudolf Steiner, aber es ist die Konsequenz daraus. Und nicht umsonst spricht Rudolf Steiner davon, es geht um die Freiheit. Und auch von seinem Werk wird die Philosophie der Freiheit überbleiben. Jedenfalls der Kern davon, um den es geht.
Und die Freiheit heißt eben wirklich, dass jedes geistige Wesen frei ist. Freier, schöpferischer Mitarbeiter an der Schöpfung. Also aus einem ursprünglich ganz hierarchischen System wird ein System, wo zwar nicht Gleichheit herrscht im Sinne von, alle machen das Gleiche und können das Gleiche, aber wo jeder gleichberechtigt mitarbeitet an der Weltentwicklung. Jedes geistige Wesen. Und zwar nicht nur als Ausführungsorgan, sondern immer mehr als schöpferisch mitgestaltendes Organ. Das ist die ganz große kosmische Perspektive.
Dann wird es in dieser Welt, die entsteht, nichts, aber gar nichts Berechenbares mehr geben. Nichts Vorhersehbares. Vorhersehbar wird nur das sein, wo immer noch Fehler passieren. Weil natürlich die Welt wird nicht diese Perfektion haben. Es werden Fehler passieren, an denen man wird arbeiten müssen. Aber es wird eine Welt sein, wo alle Wesenheiten letztlich beteiligt sind, sie mitzugestalten. Irgendwann, wenn das so wirklich in diese Entwicklung geht und nicht irgendwo falsche Abzweigungen kommen, die das verunmöglichen. Aber dann wird es eine Welt sein, an der wirklich jedes Wesen mitgestaltend wirkt, mit eigenen schöpferischen Impulsen. Das ist die ganz große Zukunftsperspektive.
In diesem Sinne, meine Lieben, danke ich euch fürs Dabeisein. Ich danke euch, die im Livestream dabei seid. Bis zum nächsten Mal.
Zuschauer: Auch herzlichen Dank, Wolfgang.
Wolfgang: Gerne. Bis zum nächsten Mal. Gute Woche euch allen.
Zuschauer: Danke. Ich wünsche euch auch eine gute Woche.
Wolfgang: Gute Woche, danke.
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Literaturangaben
Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;
Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;
Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;
Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;
Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;
Emil Bock, Das Neue Testament, Übersetzung in der Originalfassung, Urachhaus, Stuttgart 1998, ISBN 3-8251-7221-X



