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Die Apokalypse des Johannes - 319. Vortrag von Wolfgang Peter, 2026
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«Ein interaktiver Vortragszyklus über den Zusammenhang mit dem Wirken Jesu Christi und dem eigenen Ich. Ausgangspunkt sind die Schriften von Rudolf Steiner, z.B. die GA 104, GA 104a und GA 346. Hier fließen sowohl Fragen und Anliegen von Zuschauern als auch eigene geisteswissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Und es gibt immer Bezüge zu aktuellen Themen der Zeit.»

Transkription des 319. Vortrags vom 16. Juni 2026
+++ dies ist eine automatisch generierte Rohtranskription. Es wird noch eine händische Nachbearbeitung nötig sein. Willst du MitTun? +++
Einstieg: Johanni und der elfte Wochenspruch 00:00:38
Meine Lieben, ich begrüße euch ganz herzlich. Ich begrüße euch zur 319. Folge zur Apokalypse, und ich möchte heute wirklich sehr intensiv daran gehen, die Sache mit den Sinnen weiterzumachen, fertigzumachen, vielleicht den Zusammenhang, also vor und zwischen sinnlicher Wahrnehmung und, wenn man so will, übersinnlicher Wahrnehmung, was aber eben auf denselben Kräften im Grunde beruht.
Aber zum Einstieg erstens noch eine Erwähnung, eine ganz wichtige. Wir lesen am 19. Juni, am Freitag, die Johanni-Imagination, also ein bisschen früher, ein paar Tage vor Johanni, also die Uriel-Imagination, die ja sehr wichtig ist, sehr gewichtig im wahrsten Sinne des Wortes ist. Und jetzt stürze ich mich in den Vortrag einmal mit dem Wochenspruch. Es ist der 11. Wochenspruch und passt natürlich wieder zur Zeit hinein.
Es ist in dieser Sonnenstunde an dir die weise Kunde zu erkennen, an Welten Schönheit hingegeben, in dir dich fühlend zu durchleben. Verlieren kann das Menschen-Ich und finden sich im Welten-Ich.
Also das heißt, jetzt besonders in der Sommerzeit, oder wo wir gegen die Sommerzeit zugehen, noch ist es ja nicht offiziell Sommer, aber wir steuern darauf zu, also gehen wir mit der Seele mehr hinaus in die Welt, gehen also hinaus in das Geistige der Außenwelt auch, zunächst einmal halt träumend oder unbewusst sogar hinaus. Aber wir finden uns selbst eigentlich in der Welt, in der Welt, die draußen ist. Das Ich, haben wir ja öfter gesprochen, es ist nicht drinnen, es ist eigentlich weder drinnen noch draußen, es ist allgegenwärtig in gewisser Weise. Wir können es überall finden. Aber daher können wir uns finden, draußen in der Welt, durchaus auch in der Sinneswelt können wir uns selber begegnen, unserem Ich, unseren Ich-Kräften in allem, was uns entgegenkommt. Das hat etwas mit unserem Ich zu tun, aber wir können es auch im Inneren suchen. Und wir können uns sozusagen verlieren im großen Welten-Ich. Das ist auch ganz wichtig, manchmal sich zu verlieren, in gewisser Weise loszulassen.
Der Spagat des geistigen Schauens 00:03:21
Das ist gerade bei der geistigen Wahrnehmung etwas ganz Wichtiges. Wir brauchen einerseits Gedankenklarheit, ganz wach bei uns zu sein, uns in gewisser Weise gegenüberzustellen den Dingen, um sie klar zu erkennen. Aber andererseits müssen wir uns auch im Inneren verlieren können, weil sonst ist höchste Wahrnehmung, nämlich Intuition, nicht möglich. Intuition heißt ja, dass ich im Grunde eins werde mit dem anderen geistigen Wesen, dem ich mich zuwende. Das heißt mit dem anderen Menschen, oder mit dem Elementarwesen, dem ich begegne, was auch immer. Und da muss ich mich komplett verlieren können in dem Anderen. Das ist ganz wichtig. Nur muss ich wieder zu mir selber finden, und im Zurückkommen zu mir selbst zum ganz klaren Bewusstsein kommen, wo ich mich auch trennen kann von dem Anderen, ihm gegenüberstellen kann. Das ist ein ziemlich heftiger Spagat, den wir da machen müssen, um einerseits wirklich ganz an die geistige Wahrnehmung zu kommen, um uns ganz eben hingeben zu können an die geistigen Wesen, die uns umgeben, sei es andere Menschen, sei es Elementarwesen, sei es höhere Geistwesen. Also ganz dort einzugehen und keinen Funken mehr von unserem eigenen Bewusstsein zu haben, sondern loszulassen, sich zu verlieren im Anderen. Das ist das eine, aber das ist das Ausatmen sozusagen, wo wir uns selber ausatmen und dadurch eins werden können mit der Welt. Aber dann müssen wir im Gegenschlag wieder ganz zu uns selbst kommen. Das ist die große Schwierigkeit.
Das ist auch ein Thema, ein sehr starkes Thema in den Mysteriendramen im Übrigen. Namentlich im vierten Drama, das wir ja jetzt dann bald wieder in Deutschland spielen werden, im grünen Goetheanum. Da ist so ganz deutlich — es geht darum ja dort, dass wirklich das Geistige in die Welt hineingebracht wird, dass wirklich praktisch im Leben etwas gestaltet wird aus dem Geistigen. Das ist also besonders das Thema des vierten Dramas. Und fast alle zucken aber zurück davor. Und sie können vor allem nicht miteinander arbeiten an dem Werk. Überhaupt nicht. Jeder geht so seinen eigenen Weg, verbohrt sich also ganz in seinem Eigenen.
Und Rudolf Steiner sagt — also im Drama steht das im Text dann drin — etwas sehr Interessantes drinnen. Der Kapesius spricht das aus, warum er eigentlich an diesem ganzen Werk nicht teilnehmen kann. Er sollte ja eigentlich den geistigen Hintergrund dieser Tätigkeit, die man in der Firma da aufgebaut hat, wo künstlerisch Gestaltetes produziert werden soll nach geistigen Kriterien, darüber sollte er die Menschen informieren, etwas darüber sagen. Und gerade das will er überhaupt nicht, weil er spürt, er ist jetzt gerade im geistigen Schauen eine Stufe weitergekommen. Er hat miterlebt die tiefe Unsicherheit, die den Johannes Thomasius erfasst hat. Er merkt also, was da in ihm los ist, welche inneren Konflikte er hat mit dem Geist von Johannes' Jugend. Also das heißt, der Johannes sehnt sich in gewisser Weise zurück in die Zeit, wo er noch unbelastet war von der Verantwortung, mit dem Geistigen umzugehen. Er möchte eigentlich noch so aus unbewussten oder nur halbbewussten Instinkten heraus Künstler sein. Aber er möchte nicht den wachen Verstand einsetzen, weil das tötet ihm das künstlerische Gemüt.
Und der Kapesius unterstreicht es noch deutlicher. Von ihm könnte man ja meinen, er bleibt ja im Bereich des Geistigen, er soll den Menschen darüber erzählen. Aber nein, er kann mit den anderen nicht zusammenarbeiten. Weil zusammenarbeiten im äußeren Leben kann man mit anderen Menschen nur dann, wenn man sich ihnen mit einem gewissen Begriffsvermögen gegenüberstellt. Man muss sich den anderen Menschen gegenüberstellen können auch. Also da darf ich mich nicht einfach verlieren in dem anderen Menschen. Sondern wir müssen erkennen, was kann jeder beitragen, das muss man mit wachem Verstand, mit wachem Denken erfassen können. Und genau das will der Kapesius überhaupt nicht. Er möchte einfach loslassen, weil jetzt ist das Schauen bei ihm erwacht. Er hat sogar geschaut in die Seele des Johannes sozusagen. Und das würde alles verschwinden, wenn er es mit klarem Verstandesdenken erfassen würde. Dann ist das Schauen weg. Und das ist auch tatsächlich so.
Also das ist wirklich ein Konflikt, vor den man bei der geistigen Wahrnehmung immer gestellt ist. Wir müssen einerseits, um es wirklich klar und bewusst fassen zu können, ein strenges Denken entwickeln. Und um aber überhaupt schauen zu können, müssen wir völlig loslassen können. Weil da ist der Weg über die Imagination, da baut man ein Bild auf. Aber ja nicht aus dem Verstand heraus, also dass ich mir überlege, so oder so müsste dieses geistige Wesen ausschauen. Nein, sondern ich muss einfach ihm begegnen. Ich muss den Weg antreten, mit ihm zu verschmelzen, um es wahrnehmen zu können. In seiner wirklichen, wahren geistigen Gestalt es wahrnehmen zu können.
Der Weg von der Imagination zur Intuition 00:09:43
Also wir müssen eigentlich dauernd in diesem Wechselschlag leben, zwischen ganz uns verlieren — verlieren in der geistigen Welt, in den geistigen Wesen, in den anderen Wesen. Sei es Menschen, die auch körperlich da sind, sei es Menschen, die bereits hinübergegangen sind, über die Schwelle gegangen sind, sei es Elementarwesen, die man ja normalerweise mit Sinnen nicht sieht, also die man nur geistig erleben kann oder seelisch besser gesagt erleben kann, wo man berührt werden muss dafür. Um diese Wahrnehmung haben zu können, muss ich das Verstandesdenken ausschalten. Da darf ich nicht nachdenken, was hat der Steiner gesagt, wie nehme ich das wahr, da werde ich sicher zu nichts kommen. Sondern ich muss einfach loslassen können und mich berühren lassen von dem anderen Wesen. Beziehungsweise es auch selber berühren in gewisser Weise. Und aus der Berührung wird in Wahrheit eine Vereinigung.
Das ist der Weg von der Imagination — also zuerst aus diesem noch sehr unbewussten Spüren, da ist ein geistiges Wesen, ein Elementarwesen zum Beispiel, das in der Blüte der Pflanze irgendwo tätig ist. Ich spüre etwas davon, sehe natürlich noch nichts, weil das Bild muss ich mir ja selber malen, die Imagination. Aber die darf ich mir nicht aus dem Verstand malen, sondern dieses Bild muss eigentlich entstehen. Das ist also genau die künstlerische Art, die Johannes so bevorzugt. Er will eigentlich nicht wissen, warum er das Bild so und so und so malt und was notwendig wäre, sondern er will es einfach wie aus dem Instinkt heraus machen. Und glaubt also, dann ist er näher dran an den Dingen. Ist eine halbe Wahrheit drinnen, aber wir müssen auch wieder zum klaren Denken kommen.
Wenn man sich jetzt verliert, indem man einfach das Bild entstehen lässt, aber schon wach dabei ist, zu spüren, ich gestalte dieses Bild — das ist ganz wichtig. Das ist schon der nächste Schritt, nämlich wo Bewusstheit jetzt entsteht im Schauen selber, aber es ist nicht diese Bewusstheit, wo ich mich einfach gegenüberstelle, trenne und sage, so, jetzt schaue ich mir das halt einmal an und beurteile, ob das plausibel ist, ob das eine Täuschung sein könnte, ob es ein Fantasiegebilde ist oder ob es eine wirkliche Schauung ist. Das muss ich alles eigentlich ausschließen können. Und trotzdem muss ich die Distanz immer wieder wahren können. Es ist ein Prozess des Hin- und Hergehens. Ein Eins-Werden mit dem Wesen, ein wieder zu mir Kommen.
Und aus dem gestaltet sich auf erster Stufe eben die Imagination, das Bild, wo ich dann spüre, wie ein richtiger Künstler spürt irgendwann, wenn er ein Bild malt, jetzt stimmt es. Jetzt ist es richtig. Er kann es vielleicht gar nicht begründen, warum es richtig ist, aber er hat die Wahrnehmung, jetzt entspricht es dem, was ich gesehen habe, was ich darstellen will. Und so ist es bei der Imagination auch. Sie ist ja nicht wie beim alten visionären Hellsehen so, dass sie mich überfällt, sondern ich muss ganz bewusst dabei sein.
Das ist schon etwas, was der Johannes Thomasius nicht haben will. Er will eigentlich überfallen werden von den Bildern. Das ist das, was der Kapesius nicht haben will, gerade jetzt insbesondere, wo er eine Stufe höher gestiegen ist, weil er miterlebt hat die tiefen Zweifel und Unsicherheiten beim Johannes Thomasius. Von Benediktus, vom Geisteslehrer, so einen tiefen Einblick in die Seele eines anderen Menschen zu bekommen, in die tiefsten Geheimnisse der Seele eines anderen Menschen — das passiert nur in ganz, ganz seltenen Momenten, nämlich dort, wo man einen großen Entwicklungsschritt macht. Weil ansonsten ist das verschlossene Heiligtum eigentlich, in das niemand hineinschauen darf, auch der Eingeweihte im Grunde nicht. Das ist nur zu ganz besonderen Momenten der Fall. Wäre ja schrecklich. Stellt euch vor, wir haben jemanden, der hellsichtig ist sozusagen, und der schaut jetzt in die tiefsten Geheimnisse der Seele des anderen Menschen hinein, ohne ihn sozusagen um Erlaubnis zu fragen. Das wäre ganz etwas Schreckliches. Das würde natürlich Tore zum Missbrauch in schlimmster Weise eröffnen. Dass man einfach die dunklen Seiten des Menschen aufdeckt, um ihm zu schaden. Oder vielleicht glaubt man ihn zu fördern in irgendeiner Weise, aber tut es nicht. Das ist eine ganz, ganz gefährliche Sache.
Aber es gibt Momente, wo so etwas einmal aufblitzen kann. So eine besondere Situation wird eben im vierten Mysteriendrama geschildert. Und Konsequenz ist, dass weder der Johannes noch der Kapesius wirklich weiterkommen. Weil sie verweigern. Also der klassische Ausbruch vom Johannes immer: jetzt nicht, nicht jetzt. Und das sagt er aber schon seit über 13 Jahren. Weil so lange gespielt hat man. Von dem geht er nicht weg.
Imagination, Inspiration, Intuition als Stufen 00:16:00
Für uns ist es aber jetzt auch ganz wichtig, dass wir uns ganz ernst bewusst werden. Geistiges Schauen, modernes geistiges Schauen — dabei müssen wir uns einerseits verlieren in dem geistigen Wesen, das ich wahrnehmen will. Zugleich muss ich aber auch ganz bewusst werden dabei. Bei dem, was ich da erfahre. Und das ist immer dieser Pendelschlag.
Also es ist der Weg zur Imagination. Das entsteht noch ähnlich wie ein Traumbild irgendwie. Ich spüre, ich bin beteiligt. Es ist aber ein Wachtraum sozusagen. Ich gestalte dieses Bild, habe aber zunächst noch keine Ahnung, was es bedeutet. Ich komme aber so weit, dass dieses Bild, wenn ich jetzt sehe, jetzt ist es irgendwie stimmig geworden, dann fängt es an, zu mir im übertragenen Sinn zu sprechen. Das heißt, das Bild sagt mir etwas. Es sagt mir, was es bedeutet. Ich erkenne den Sinn des Bildes, das ich zuerst gemalt habe. Es ist ganz wichtig, diese Reihenfolge. Ich weiß nicht vorher, so und so und so muss es ausschauen, sondern ich muss einfach warten, was da als Bild von mir gestaltet wird, aber wo ich nicht weiß, wo das hinläuft. Das ist ein künstlerisch-plastischer Prozess, der noch nicht auf ein fixes Ziel zugehen kann, sondern das ist ganz tastend, diese Bewegung. Und da sind viele Kräfte beteiligt, die eben auch im Sinnlichen wahrnehmen.
Also ich muss warten, bis dieses Bild entsteht, und jetzt der nächste Schritt: das imaginative Schauen geht jetzt über in die Inspiration. Das heißt, das Bild fängt an, sich selbst zu erklären. Wieder nicht, ich denke darüber nach. Aha, jetzt habe ich ein Bild, das erscheint mir stimmig, und jetzt fange ich an zu grübeln, warum stimmt denn das? Sondern das Bild selber erklärt sich. Das ist ganz wichtig. Also nicht mein Eigendenken, das gefärbt ist durch meine Erfahrungen, durch meine Kenntnisse und so weiter, sondern das Bild beginnt, sich selbst zu erklären. Die Imagination beginnt, sich selbst zu erklären, und das Ganze führt dazu, dass wir uns noch inniger verbinden mit dem Ganzen, und dann kommt es wirklich zur Intuition, wo wir wirklich ganz eins werden mit dem anderen geistigen Wesen. Was immer es ist, ob es ein Mensch ist, ob es ein Elementarwesen ist, ob es ein Engelwesen ist — es gibt die wirkliche Begegnung mit einem geistigen Wesen nur insofern, indem wir intuitiv eins mit ihm werden. Anders geht es gar nicht.
Das ist also ganz anders als die Wahrnehmung eben in der sinnlichen Welt, wo wir uns den anderen Wesen immer gegenüberstellen. Da stehe ich und schaue mit meinen Augen oder taste mit meinen Händen hinaus, oder von mir aus schnuppere ich mit meiner Nase hinaus, aber immer ist es etwas, was draußen ist. Die geistige Wahrheit kann ich nur erkennen, wenn ich mit ihr eins werde. Also zum Beispiel auch im höchsten Sinne, den Christus kann ich nur erkennen, wenn ich eins werde mit ihm. Wenn ich das Gefühl habe, ich stehe ihm gegenüber, dann ist das noch nicht die höchste Stufe, sondern die Einswerdung für einen Moment, für einen im Grunde zeitlosen Moment. Und dann muss ich wieder ganz zu mir zurückkommen von diesem Einswerden, und jetzt Schritt für Schritt das, was ich dabei erlebt, erfahren habe, mir immer deutlicher ins Bewusstsein, auch ins klare Gedankenbewusstsein bringen.
Das ist so in etwa grob geschildert einmal der Ablauf, der passiert heute beim modernen, bewussten Wahrnehmen der geistigen Welt bzw. der geistigen Wesen. Denn die geistige Welt besteht aus geistigen Wesen und aus nichts anderem. Es gibt nichts anderes dort. Es kann nur verschiedene Stufen von geistigen Wesenheiten geben.
Dieselben Seelenkräfte wie bei der sinnlichen Wahrnehmung 00:21:04
Und die Begegnung mit diesen geistigen Wesenheiten, die uns eben dazu führen, über die verschiedenen Stufen Imagination, Inspiration, Intuition — dabei verwenden wir Seelenkräfte, dieselben Seelenkräfte im Grunde. Ich sage jetzt bewusst Seelenkräfte, nicht Geisteskräfte, sondern bewusst einmal Seelenkräfte, die bei der Wahrnehmung eine große Rolle spielen. Wir verwenden aber dieselben Kräfte, die wir auch bei der sinnlichen Wahrnehmung verwenden. Darauf habe ich ja schon immer wieder in letzter Zeit hingewiesen — dieselben Kräfte, die wir verwenden, damit wir die Sinneswelt erkennen. Weil die Augen, die Ohren, die Nase und die Zunge, die wir haben, alleine machen noch nicht das Erlebnis, die Erfahrung aus. Sie sind notwendige oder hilfreiche Organe.
Warum sage ich notwendige oder hilfreiche? Weil manche Eindrücke — Menschen können auch einen Eindruck haben, wie zum Beispiel Jacques Lusseyran oder so, der seine Freunde oft darauf hingewiesen hat, schau wie schön der Sonnenuntergang ist. Und er war blind. Er ist als Kind erblindet, also sehr früh erblindet, hatte aber in der ganz frühen Kindheit doch auch Seheindrücke, also das heißt, er hat gelernt, Bilder zu sehen. Das ist ja etwas, was wir lernen müssen. Daher auch gleich etwas gesagt: Ein Wesen, das niemals mit Augen sehen gelernt hätte, kann auch keine Visionen erleben. Das heißt, ein sinnesartiges Bild, ein dem optischen Erleben ähnliches Bild würde sich nie aufbauen. Daher gibt es durchaus auch Menschen, die geistige Wahrnehmung haben, die nichts in unserem Sinn Bildhaftes haben, was sich vergleichen lässt mit dem Seheindruck, sondern wo das Erlebnis ganz anders sein kann. Und gerade die tieferen geistigen Wahrnehmungen haben sowieso mit dem Imaginativen, mit dem Bildhaften eigentlich nichts mehr zu tun. Die gehen in ganz andere Bereiche, sind aber dann vergleichbar vielleicht mit anderen Sinneseindrücken.
Der Geruchssinn: das Höchste und das Gefährlichste 00:24:00
Ich habe das letzte Mal, wenn ich mich recht erinnere, gesprochen auch über den Geruchssinn. Der Geruchssinn ist der, der eigentlich am tiefsten hineinführt in die geistige Welt, der aber auch am allergefährlichsten ist. Der kann im höchsten Sinn, wenn ich erlebe das mystische Eins-Sein mit Gott — also das, was die Mystiker gesucht haben, mit dem Göttlichen, mit der Trinität wirklich eins werden, verschmelzen damit, mich zutiefst intuitiv identifizieren mit der Gottheit. Da ist kein Gegenüberstellen da, sondern ein Moment des Eins-Seins, des mystischen Eins-Seins mit Gott, wenn man so will. Aber genau dieses Wahrnehmen, das notwendig ist, um diese Unio Mystica zu erleben, nach der die Mystiker gestrebt haben, die kann aber auch am allerstärksten auf Abwege führen. Das ist zugleich auch die absolute Autobahn in den Abgrund hinunter. Also bis in den Bereich der ahrimanischen Wesen und dann hinüber in die sogenannte achte Sphäre. Und das ist aber andererseits eben die intensivste, die höchste Form des geistigen Erlebens.
Und die ist wirklich verbunden mit geruchsartigen Eindrücken. Also das Weltenaroma auch geistig zu riechen in gewisser Weise. Wo die Schöpferweisheit drinnen ist. Ich möchte nur erinnern, ganz beiläufig, an den Beginn der Bibel, an die Schöpfungsgeschichte, wo es so schön heißt, der Geist der Elohim schwebte über der Tiefe oder über den Wassern. Womit natürlich kein äußeres Wasser gemeint ist, sondern ein sehr fließendes Element. Aber wie heißt es im Hebräischen? Ruach Elohim. Ruach. Rauch oder Geruch — damit ist dieses hebräische Wort verwandt. Und das ist ganz konkret und ganz wichtig, weil das die tiefste Wahrnehmungsform ist. Die tiefste Wahrnehmungsform des Göttlichen ist sozusagen zu riechen, wenn man so will. Davon schildert Rudolf Steiner einiges, auch in seiner Geheimwissenschaft im Umriss zum Beispiel.
Es sind dieselben Seelenkräfte, die wir gebrauchen, um zu riechen in der äußeren Welt. Das sind Kräfte, die es unheimlich schwer machen, ganz bewusst sich damit zu verbinden oder gegenüberzustellen, wie soll ich das ausdrücken. Gerüche haben auch eine unheimlich starke manipulative Kraft auf den Menschen. Das ist ja immer wieder missbraucht worden, mit Parfüm und allen möglichen Geruchsmitteln, um die Menschen zu verführen zu bestimmten Dingen, ohne dass ihnen das bewusst wird, dass sie verführt werden. Und natürlich, der Mensch, der so etwas tut, muss auch die Fähigkeit dazu haben. Er muss auch dieses Riechen und diese übersinnlichen Geruchskräfte sehr gut kennen. Aber man kann gerade mit dem Geruchssinn am allerstärksten im Sinne der schwarzen Magie arbeiten. Das nehmen sie absolut, und sie zwingen, obwohl sie gar nicht merken, dass sie gezwungen werden, zu Dingen, die sie eigentlich gar nicht machen wollen. Das ist der Appell an diesen sinnlichen, aber auch übersinnlichen Geruchssinn. Das ist eine der höchsten, aber auch eine der gefährlichsten Kräfte. Und da muss man sehr, sehr viel innere, wie soll man das jetzt sagen, moralische Haltung entwickelt haben. Ganz bewusst drinnen stehen, dass man ja nicht diese Wahrnehmungsfähigkeit missbraucht für eigene Zwecke. Da muss ich so selbstlos sein, dass ich das Wohl der ganzen Welt im Auge habe. Ansonsten wird es sehr gefährlich.
Und dieser Geruchssinn ist ja etwas Interessantes, insofern er als der Geruchssinn schon ganz ins Innere geht. Ich nehme ja den Geruch auf, er wirkt manipulativ im Übrigen auch auf unsere ganze Denktätigkeit, auf unsere Verstandestätigkeit, weil das, was wir gerade als das logische Vorderhirn haben, das ist ein umgewandeltes Geruchshirn, ein Riechhirn eigentlich, aus dem ist es entstanden. In dem Riechhirn in der Natur draußen bei den Tieren ist da die ganze Weisheit, das ganze Erkennen drinnen dessen, was dem Tier zuträglich ist, was gefährlich ist, was Gift ist und so weiter. Also bei den meisten Tieren zumindest ist der hauptsächlichste Sinn der Geruchssinn. Der Spürsinn eines Hundes, was der erkennt alles. Nur es ist überhaupt keine Freiheit drinnen. Das Tier folgt also diesem Sinn, es wird also eigentlich durch höhere Mächte geleitet, gerade durch diesen Geruchssinn drinnen. Und es ist da das allerwenigste Bewusstsein dabei. Das heißt, es läuft beim Tier ganz instinktiv ab.
Nur beim Menschen darf es das nicht. Weil dann kann ich den Menschen, wenn er sich auf das einlässt und das Bewusstsein ganz weg steigt, dann kann ich ihn manipulieren, wie ich will. Also da sieht man zwei Seiten im Sinnlichen und im Übersinnlichen, wo einerseits das Höchste und einerseits das Niederste auch sein kann. Und wo ich eben Menschen ganz stark in die schwarze Magie hineinführen kann.
Bewusste Imagination und das alte Bilderbewusstsein 00:32:09
Wo ist jetzt die Sinnesfähigkeit, mit der wir eigentlich anfangen sollten, sie umzuwandeln in eine übersinnliche Fähigkeit? Ist eigentlich nach dem Gesagten eh schon, glaube ich, ein bisschen klar. Es fängt mit der Imagination an. Und die Imagination, das Bilderschaffen, ein Bilderbewusstsein aufzubauen, aber ein bewusstes Bilderbewusstsein. Das ist ja nicht so unbewusst wie das Traumbewusstsein, wo wir zwar den Traum erleben können, aber wir ihn in der Regel zumindest nicht bewusst steuern. Kann schon manchmal sein. Man kann auch im Traum aufwachen und dann dem Traum auch eine gewisse Richtung geben. Das ist ganz interessant. Also wenn man wach genug ist, dann merkt man, aha, ich träume jetzt. Ich bin noch nicht wach, sondern ich träume, und ich kann jetzt das Bildgeschehen verändern.
Das können ganz banale Dinge sein. Ich kann mich erinnern, als junger Mensch habe ich das erlebt, oft erlebt eigentlich. Und dann habe ich mir gedacht, aha, jetzt habe ich da einen Kaffee im Traum vor mir, jetzt will ich wissen, wie der schmeckt. Und das kommt dann auch. Man kriegt ein gewisses Geschmackserlebnis. Oder was vielleicht auch viele Menschen erleben, bevor sie wirklich aufwachen, wo sie noch im Aufwachtraum sind, der Moment, wo man gar nicht weiß, bin ich jetzt schon munter oder bin ich noch im Traum. Ich sehe das Zimmer, in dem ich schlafe. Und dann komme ich drauf, aber eigentlich sehe ich das Zimmer noch gar nicht, weil die Augen habe ich noch gar nicht offen. Sondern ich sehe es sozusagen mit meinem Traumesblick. Und dann ist ein Übergang und dann kommt das Aufwachen. Unter Umständen geht das sogar in mehreren Stufen.
Aber in den Aufwachtraum spielt auch immer wieder bereits hinein ganz stark das sinnliche Erleben. Weil im tiefsten Sinn, wenn man im wirklichen, tiefen Traum drinnen ist — vor allem dort, wo es kein Traum ist, den man so wirklich wach erinnern kann, sondern eben gerade die Träume, die man tief in der Nacht erlebt, kann man in der Regel nur sehr schwer erinnern. Aber dort sind wir noch sehr weit weg von den Sinneseindrücken, jedenfalls von den äußeren Sinneseindrücken. Da sind wir aber sehr stark drinnen mit einem Wahrnehmen des Körperlichen, unseres Organismus irgendwo. Also wenn wir wirklich so in einem tiefen Traum drinnen sind, bekommen wir in diesem Traumbewusstsein sehr klar und deutlich eigentlich mit, was ist in unserem Organismus los. Nur, wir können uns meistens dann am Morgen nicht mehr erinnern daran.
Das heißt, an diesen Traumbildern sind sehr stark auch beteiligt die Sinnestätigkeiten oder auch die Sinnesorgane, die mehr auf die eigene Körpertätigkeit gerichtet sind. Während im tiefen Traum in der Nacht man zugewendet ist den inneren Tätigkeiten des Organismus. Und da gibt es ja auch genug Sinne, die im Inneren tätig sind. Also Eigenbewegungssinn zum Beispiel, Lebenssinn, der tätig ist. Der Lebenssinn hat was zu tun mit dem allgemeinen Wohlbefinden, wenn man so will. Oder genauer, er gibt uns Aufschluss: Gibt es irgendwo Probleme in unserem Organismus? In der Nacht nehmen unsere Sinnesorgane aber sehr stark wahr, was in unserem Organismus passiert.
Das imaginative Erleben in alten Zeiten 00:38:34
Gehen wir jetzt einmal der Reihe nach die Sinne durch. Also der Sehsinn ist in der Regel das, wo es beginnt. Und wo der Übergang ist vom Sehen zum übersinnlichen Sehen. Das heißt im Sinne von einer Imagination sich schaffen aus der Berührung mit einem anderen geistigen Wesen. Die Berührung ist etwas, was wir seelisch erleben. Allerdings zunächst einmal unterbewusst. Was wir aber ins Bewusstsein heben können, indem wir eben diese Berührung mit dem geistigen Wesen, dieses langsame Einswerden, in ein Bild gestalten, es also zur Imagination gestalten. Zu einer freien Imagination, die aber keineswegs willkürlich ist, die also keineswegs ein Fantasiebild ist.
Obwohl in der Vergangenheit die Fantasie sehr wohl an der Wirklichkeit orientiert war, aber es hat sich mit der Zeit sehr verändert. Weil wir eben als Menschheit heute sehr stark ins Sinnliche hineingegangen sind und für die andere Seite der Sinnestätigkeit, eben dort, wo wir nicht mit dem wachen Tagesbewusstsein dabei sind, einfach sehr viel an Bewusstsein verloren haben. Man muss ja denken, in ganz alten Zeiten, wenn ich sogar bis in die atlantische Zeit zurückgehe, gibt es im Grunde keinen wirklichen Unterschied zwischen dem imaginativ traumhaften Erleben und dem sinnlichen Erleben. Das ist im Grunde sehr, sehr eng miteinander verbunden. Man sieht die Außenwelt noch lange nicht so, wie wir sie heute sehen, so gegenständlich, sondern man sieht sie in sinnvollen Bildern, die einem einen Eindruck geben von den Wesen, denen man begegnet.
So hat man in der atlantischen Zeit noch erlebt, und selbst im Übergang zur Zeit der Kulturepochen, also in die nachatlantische Zeit hinein, konnten das viele Menschen noch. Das heißt, sie konnten zwar viel bewusster, aber doch auf ähnliche Art wie Tiere auch sehr klar feststellen, diese Pflanze ist verträglich für mich, die ist giftig, ohne dass man es austesten musste vorher, sondern einfach in ihrer Wahrnehmung hat sie sich ausgesprochen als heilend, als giftig und so weiter. Also die ganzen alten Heiler haben ihr Handwerk dadurch erlebt, dass sie einfach geträumt haben von den Kräften, die in den Pflanzen drinnen sind, und selber gespürt haben dann, aha, das ist bei dieser Organstörung, bei jener Organstörung. Sie hätten es so nicht bezeichnet, weil sie haben nicht mit einer äußeren Anatomie gesprochen, aber sie wussten jedenfalls für bestimmte Probleme in der Körpertätigkeit, aha, diese Pflanze bringt mir ein imaginatives Bild entgegen, das in Wahrheit ja der Mensch sich selber schafft.
Und die Menschen hatten damals in der atlantischen Zeit ein Wahrnehmen, das Halbimagination war oder Dreiviertelimagination, und ein Viertel vielleicht das schon etwas vom Sinnlichen, vom bewussten Sinnlichen so langsam durchkommt. Aber starkes Übergewicht hat das übersinnliche Wahrnehmen, das eben einen visionsartigen Charakter hatte, trotzdem imaginativ natürlich war, aber die Menschen nicht mit wirklich wachem Bewusstsein dabei waren, sondern die Bilder haben sie überkommen. Dieses Bilderbewusstsein ist ein Rest von dem Bewusstsein, das die Menschheit überhaupt ganz stark hatte auf dem sogenannten alten Mond, also der Vorgängerstufe unserer Erde, wo wir noch nicht zum Ich-Bewusstsein erwacht waren. Unser Ich hat es zwar bereits gegeben — darüber haben wir ja auch gesprochen — das menschliche Ich gab es immer und wird es immer geben, es ist also dieses Geheimnis da drinnen, dass das weder erzeugt noch eigentlich geschaffen werden kann, sondern dass es einfach da ist, immer da ist. Nur die Frage ist halt, welches Bewusstsein wir davon erwerben können. Dabei als Kraft ist es da, und wir sind ja jetzt noch nicht sehr weit damit gekommen, unser Ich wirklich zu verstehen, es zu erkennen, es zu unterscheiden von unserem Ego, es in seiner gewaltigen, wahren Größe zu erkennen. Anthroposophie ist eben auch ein Weg, dort wieder eine Stufe weiterzukommen in der Richtung.
Die lebendige Imagination des Kristalls 00:44:27
Ja, also die Imagination können wir insbesondere deswegen ausbilden, weil wir eben auch das Äußere sehen — das sind dieselben Kräfte, etwas ins Bild zu gestalten. Diese bildhafte, imaginative Wahrheit, im Übrigen sowohl die sinnliche imaginative Wahrnehmung, also das Sehen, unser äußeres sinnliches Sehen, wie auch die auf die seelisch-geistige Seite gerichtete Imagination, die schafft uns immer ein Panorama, ein Nebeneinander, ein Hintereinander von Eindrücken, sagen wir es einmal vorsichtig so, in Wahrheit eben von geistigen Wesenheiten, die damit verbunden sind, die wir halt jetzt in die äußere sinnliche Wahrnehmung gleiten und es zum Gegenständlichen werden lassen.
Eine Imagination von einem unbeweglichen Felsen, die kann man eigentlich nur haben, wenn man schon die äußere sinnliche Welt erlebt hat, dieses Abgestorbene, weil die wirkliche Imagination ist immer bewegt. Da gibt es keine Felsen, nichts, was einfach tot ist, mineralisch unbeweglich geworden ist. Auch wenn ich übergehe, zum Beispiel Kristalle mir anzuschauen, äußere Kristalle, Mineralien, dann erscheinen sie uns ja als doch relativ unveränderliche Dinge, als Gegenstände eben. In der wirklichen Imagination gehen sie in die Bewegung über. Das heißt, jeder Kristall, wenn ich ihn imaginativ erlebe, kommt sozusagen in Bewegung. Er nimmt schon etwas mit von der Geometrie, von der Form des äußeren Kristalls, die nicht zufällig ist. Nur ist da sozusagen dieser lebendige Prozess, aus dem der Kristall gewachsen ist, aus dem er entstanden ist, und wo sehr wohl natürlich seelisch-geistige Kräfte mitwirken an der Gestaltung, keineswegs nur physikalisch-chemische Vorgänge, sondern da sind ein Haufen Elementarwesen beteiligt dran, unter der Leitung höherer Wesenheiten, sehr hoher Wesenheiten sogar. Also zumindest einmal Geister der Form, die tätig sind dabei, also Elohim. Und ja, auch dann kann man natürlich die widerstrebenden Kräfte, ahrimanische Kräfte zum Beispiel, die auch auf dieser Stufe stehen können — ahrimanische Wesenheiten gibt es auch in verschiedenen Hierarchiestufen in Wahrheit. Angefangen hat es mit einfacheren Wesenheiten, aber im Prinzip kann das Ahrimanische bis zu den höchsten Hierarchien hinauf sich ziehen fast.
Aber wenn wir imaginativ wahrnehmen einen Kristall zum Beispiel, dann kommt er in Bewegung, dann wird er lebendig in dem Bild. Es hat etwas von den geometrischen Kräften, die damit beteiligt sind, nur sie sind beweglich geworden. Also wie wenn ein Kristall langsam beweglich würde, seine Form verändert, aber in ganz charakteristischer Weise.
Das sind die Dinge im Übrigen auch, mit denen sich die Alchemisten beschäftigt haben. Also vieles, was sie beschreiben — natürlich, sie haben auch äußerlich hantiert mit den Stoffen, aber es ging ihnen vor allem auch um dieses imaginative Erleben, wie verändert sich dieser Stoff. Und zwar nicht nur, indem ich ihn äußeren Prozessen unterwerfe, sondern indem ich einen Prozess anstoße, was ändert sich da im imaginativen Bereich. Und das war das Eigentliche, auf das sie hingezielt haben, weil da drinnen liegen dann zum Beispiel Heilkräfte. Also dass ein bestimmter Stoff als Heilkraft wirken kann, dazu muss er ja eigentlich seine feste Form in jedem Fall verlieren, er muss sich auflösen im Grunde, und trotzdem aber etwas von den gestaltenden Kräften in sich bewahren, mitnehmen. Das ist nämlich das, was dann heilend wirken kann.
Die Zukunft der Medizin: seelisch-geistige Heilung 00:49:58
Also zum Beispiel, wenn ein Organ irgendwie aus der Form gerät, also zum Beispiel zu wuchern beginnt, also ein Ort krebsartiger Prozesse entsteht — das hat man früher ganz anders behandelt, konnte es bis zu einem gewissen Grad auch behandeln, indem man eben meditativ sich versenkt hat in diese Kräfte, die da jetzt wirksam sind, und wie kann ich stärken die gesunde Formbildung, die da jetzt im Organismus irgendwie in die Abirrung gekommen ist. Dann konnte man unter Umständen wirklich auf rein seelisch-geistigem Weg eine Heilung beginnen. Das ist im Grunde die wirksamste, wenn man es kann. Das ist das Problem, dass das heute die wenigsten können. Es gibt auch heute noch Heiler, die das können, aber es gibt halt mehr Scharlatane, die behaupten es zu können und das in Wahrheit nicht können.
Das wird in der Zukunft wieder kommen, also noch während wir wirklich im physischen Leib auf Erden leben. Die Medizin wird noch ganz andere Entwicklungen machen, und es wird wahrscheinlich auch eine Trennung geben, eine Scheidung. Dass ein Heilerwesen in einer Steigerung dessen, was in der Vergangenheit einmal war, nämlich in dem Sinne, dass es ganz bewusst eingesetzt wird, dass ein Mensch eben einfach diese heilenden, diese formbildenden Kräfte ganz bewusst beherrschen kann, Anregungen geben kann dafür. Also beherrschen im Sinne von Anstöße dazu geben. Das wird kommen. Das wird, wenn alles gut läuft, insbesondere eine Blüte erfahren in der nächsten Kulturepoche.
Die anderen werden zu einer immer mehr ahrimanisierten Medizin greifen, die durchaus auch ihre Wirkungen haben wird, aber halt als Preis dafür die Autobahn ist, sich in die Welt der Widersacherkräfte irgendwann einzufügen. Also das ist das, was auf uns zukommt. Eine starke Scheidung der Geister, natürlich auch, die dann insbesondere in der letzten Kulturepoche und am Ende der letzten Kulturepoche, also dieser sogenannten amerikanischen Kulturepoche, ganz extrem werden wird. Ein Teil der Menschheit wird ganz zu diesem seelisch-geistigen Heilverfahren übergehen. Und ein anderer, wahrscheinlich sogar zu befürchten, dass es ein größerer Teil ist, wird ganz setzen auf eine Medizin, die nur mit eigentlich toten Kräften arbeitet. Die also eine perfekte Reparatur des Menschen anbieten will zumindest.
Also es wird nicht funktionieren, jedenfalls nicht im gesunden Sinn, das, was die Transhumanisten träumen, dass man den Tod überwindet dadurch, dass das Bewusstsein irgendwie gespeichert wird in irgendeinem elektronischen Speicher und dort das alleine Bewusstsein weiter existiert. Ich meine, es wird so gewisse Gefangenschaften geben, aber das ist halt dann die Gefangenschaft in der letztlich soratischen Welt, in der achten Sphäre. Das ist der perfekte Weg dorthin.
Die achte Sphäre und die Zahl 666 00:55:40
Aber das ist natürlich ein Ziel, das die Widersacherkräfte — namentlich die ahrimanischen Widersacherkräfte und die asurischen Kräfte und ganz besonders die soratischen Kräfte, die sind in gewisser Weise die gefährlichsten, mit denen können wir es auch nicht erreichen, sie zu erlösen. Dazu sind sie also zu fremd uns. Die wollen eben eine ganz andere Entwicklung. Und diese Entwicklung ist letztlich diese in ihrem Sinne perfekte, mechanisierte Welt, wie ein Uhrwerk läuft, mechanisiert jetzt im sehr erweiterten Sinne. Man darf nicht jetzt denken an unsere heutigen Maschinen, aber es wird ein maschinenartiger Ablauf sein, der in höchster Präzision läuft, aber null Freiheit gibt. Also die absolut technisch perfekte Welt, wenn man so will. Nur keine Freiheit. Kein wirklich Schöpferisches mehr. Sondern das Ganze steht dann unter der Leitung dieser soratischen Kräfte. Also das ist dann diese achte Sphäre, und die scheidet aus der Entwicklung aus.
Wobei wir ja schon oft davon gesprochen haben, weil es ja auch die Apokalypse, die unser Hauptthema ist, so deutlich ausspricht, mit der Zahl 666. Also dreimal die 6, was letztlich in größter Konsequenz hindeutet eben auf die sechste kosmische Entwicklungsstufe. Das ist also der neue Venus-Zustand. Das ist die sechste Stufe. Dann gibt es noch eine siebente, den Vulkanzustand. Aber auf der sechsten Stufe, also auf der neuen Venus, wird es sich im sechsten Entwicklungszustand dieser neuen Venus und dort noch einmal im sechsten Unterzustand endgültig entscheiden, wer noch den soratischen Kräften bzw. der achten Sphäre entkommen kann und wer nicht. Wer dem nicht entkommen kann, wird den Traum oder Albtraum der Transhumanisten erleben.
Der Transhumanismus ist genau in seiner letzten Konsequenz — obwohl zumindest die meisten, die daran beteiligt sind oder das propagieren, selber die Konsequenzen nicht ganz durchschauen können. Ich meine, es sind viele, die das sehr naiverweise tun, die im Grunde Mitläufer sind von den schwarzmagisch Eingeweihten, die im Hintergrund stehen. Da ist nämlich ein stark schwarzmagischer Hintergrund da, wo ganz bewusst das vorbereitet werden soll. Also dass zumindest ein Teil der Menschheit abgezogen werden kann, und ideale Mithelfer, aber völlig unfreie Mithelfer sind dann Werkzeuge der soratischen Wesenheiten. Das ist das Eigentliche, was dahinter steckt. Es gibt sehr wohl schwarzmagische Zirkel, die ganz bewusst diese Entwicklung lanciert haben, die sich auch der richtigen Leute gesucht haben, denen sie diese Ideen suggeriert haben in gewisser Weise. Diese Dinge passieren nicht zufällig. Da steckt ein sehr starker Plan dahinter, hinter dem letztlich die soratischen Kräfte selber stehen, die aber entsprechende Menschen dann mithilfe der anderen Widersacherkräfte, also namentlich der asurischen und ahrimanischen Kräfte, ganz bewusst auf diesen Weg hinführen. Und ihm den als Verheißung geradezu zeigen, als das perfekte Paradies, auf das wir zusteuern. Das aber dann ein soratisches Paradies ist, also in unserem Sinne absolut nichts von dem, was wir uns wünschen könnten, weil die Freiheit nicht gegeben ist dort.
Und man muss sich vorstellen, wie schlimm das dann aber letztlich sein muss für ein Wesen, das eigentlich ein freies Ich hat, bekommen hat, es aber nicht nützen kann. Das werden diese Menschen erleben. Sie werden erleben, was sie hätten haben können, was in ihrem Ich als Potenzial drinnen ist, was aber in dieser soratischen Welt, in dieser achten Sphäre, vollkommen blockiert ist. Wo es auch keine Möglichkeit mehr gibt, herauszukommen. Weil natürlich auch für diese Menschen, selbst wenn sie hinübergehen in die soratische Sphäre, ihr Ich ist unzerstörbar. Aber die ganze Entwicklung ist dann so geführt, dass dieses Ich wie eingekerkert ist im Grunde. Das ist das Dramatische. Nur sie haben dann keine Möglichkeit mehr umzukehren.
Die Freiheit muss ergriffen werden 01:02:27
Denn die Freiheit, die uns mit unserem Ich ermöglicht wird, die muss von uns ergriffen werden. Und ergreifen können wir sie nur in der regulären Entwicklungsbahn. Also wenn wir wirklich den Weg gehen jetzt von der Erdentwicklung dann weiter auf den neuen Jupiter, also sprich das neue Jerusalem, eine ganz wichtige Stufe, wenn wir die ganz bewusst anstreben, von dort eben weitergehen zur neuen Venus, ganz bewusst das wollen, und dann auf den Vulkanzustand, um uns reif zu machen für eine dann höhere Aufgabe. Aber das ist etwas, was von den Menschen in Freiheit gewollt werden muss, wenn es passieren soll. Es ist kein Muss, wo uns irgendwer von oben etwas auferlegt, aber es wird einfach nicht dieser Weg der Freiheit weitergehen, wenn wir ihn nicht wollen. Wir müssen ihn wollen, wenn es passieren soll. Wir können es auch verweigern. Aber dann kommen wir in den Bereich eben gerade dieser soratischen Kräfte letztlich hinein. In diese perfekte, aber völlig tote Welt hinein, wo also wirklich der Tod im Grunde das Lebensprinzip wird, paradoxerweise jetzt gesprochen, wo es in Wahrheit kein Leben mehr gibt in unserem Sinne, wie wir es kennen.
Was ist Leben? Leben hat etwas zu tun mit den Schöpferkräften, wo wir aus dem Nichts etwas schaffen. Das machen wir ununterbrochen in unserem Organismus. Da steckt auch ununterbrochen unser Ich dahinter. Weil jeder Mensch hat sein eigenes Leben. Nämlich die Qualität der Lebenskräfte ist ganz individuell bei jedem Menschen. Und in jeder Inkarnation verschärft sich diese, bildet sie sich halt noch konkreter heraus, diese ganz individuelle Lebenskraft. Und die den ganzen Organismus formt, auf den Entwicklungsstufen, die uns auch dann bevorstehen in der Zukunft.
Der Auferstehungsleib: ein lebendiger Kristall 01:05:09
Also schon im neuen Jerusalem, sprich neuen Jupiter, wird unser Leben ein ganz anderes sein als jetzt auf Erden. Wir werden auch nicht in einem solchen physischen Leib herumlaufen, wie wir jetzt herumlaufen. Wir werden sehr wohl, aber eine sehr ausgeprägte geistige Formgestalt haben. Also der Weg über unseren Auferstehungsleib — könnte man ja jetzt fragen, wozu ist es dann eigentlich gut, dass wir diesen Auferstehungsleib haben, wenn wir eh nicht mehr später in einem physischen Leib herumlaufen. Es wird ein anderer Leib sein, aber er wird eine ganz individuelle, sehr lebendige, bewegte Gestalt haben.
Also wir werden, wenn wir im neuen Jerusalem, auf dem neuen Jupiter leben, wird unser dichtester Leib im Grunde ein Ätherleib sein, aber ein Ätherleib, der mit ganz bestimmten Formkräften verbunden ist. Eine Formgestalt, mit der er verbunden ist. Das heißt, es wird in gewisser Weise eine Ähnlichkeit haben mit dem, was auch der Auferstehungsleib des Christus war, aber trotzdem dann angepasst einer ganz anderen Welt, die eben dieses neue Jerusalem bzw. der neue Jupiter sein wird. Also es wird eine sehr bewegliche Gestalt sein, die dem imaginativen Blick sich dann eröffnen kann. Diese Imaginationsfähigkeit werden wir dann sehr stark ausgeprägt haben. Die wir jetzt langsam wieder lernen. Wir hatten es einmal auf unbewusste Art in der Vergangenheit. Wir lernen es jetzt wieder, und es wird eine riesige Bedeutung bekommen eben auf der nächsten Entwicklungsstufe.
Etwas, was vorausgenommen ist durch den Christus zum Beispiel, also durch die Wiedererscheinung des Christus im Ätherischen, die im 20. Jahrhundert begonnen hat. Und wo tatsächlich gerade in den Zeiten der ärgsten kriegerischen Auseinandersetzungen, wo der Zweite Weltkrieg tobte, doch etliche Menschen diese Begegnung mit dem ätherischen Christus hatten. Und das ist ja nichts anderes als ein natürlich sehr starkes, aber doch Vorbild dessen, was wir Menschen auch erreichen werden. Wir werden eine solche Auferstehungsgestalt haben, aber die ist kein physischer Leib. Das ist ein Ätherleib, der aber so durchformt ist wie ein physischer Leib — und durchformt heißt zwar viel beweglicher als unser physischer Leib, den wir haben, aber ganz individualisiert ist.
Warum ich öfter schon, vielleicht erinnert ihr euch daran, erwähnt habe, unser Auferstehungsleib, ja wie wird denn der ausschauen? Ich habe öfters erwähnt, ich kann nur ein Bild dafür geben, es ist etwas wie ein lebendiger Kristall. Also eine klare Form, die aber lebendig beweglich ist, das meine ich damit. Nichts Verhärtetes, nichts was erstarrt ist im Physischen, sondern was die Lebendigkeit, die ständige Lebendigkeit und Beweglichkeit des Ätherischen hat. Weil das Ätherische ist ununterbrochen in Veränderung. Da kommt immer auch eine schöpferische Tätigkeit hinein. Das ist die Schöpferkraft des Lebens, auch hier auf Erden. Nur das Ergebnis davon ist halt lange nicht so beweglich wie das, was als Kraft dahinter steht.
Das neue Jerusalem und die lebendigen Mineralien 01:10:47
Heute, das ganze Leben auf Erden, aber auch das Leben der Tiere und der Pflanzen, muss sich heute in eine physische Gestalt hineinzwängen und einengen lassen dadurch. Das ist ein wichtiger Prozess auch für unsere Bewusstwerdung und für die Bewusstwerdung auch der Tiergruppenseelen, der Pflanzengruppenseelen. Ja, auch der Mineralien.
Wenn wir dann einmal darauf genauer eingehen — gehört ja auch zu unserem Apokalypse-Thema das neue Jerusalem, da wird ja so viel von Mineralien, von Kristallen gesprochen. Von Mineralien, die also geradezu die Eckpfeiler dieses neuen Jerusalem bilden. Und was sogar jetzt mit irdischen Mineralien verglichen wird, aber das ist nur in Vergleichen Wahrheit. Man darf sich jetzt nicht denken, wenn da vom Topas die Rede ist und allen möglichen anderen, vom Karfunkel und was weiß ich was alles, dann darf man sich das nicht so vorstellen wie die Mineralien, die wir heute als tote, mehr oder minder tote Steine in der Natur finden, obwohl sie aus einem Lebensprozess entstanden sind, aber jetzt erstarrt und abgestorben sind. Nein, das, was dann wirklich kommen wird, wird gerade die Überwindung dieser Erstarrung sein, es wird die Auferstehung sein. Die Auferstehung eben auch dieser Kristalle in einem lebendig beweglichen Kristall, wenn man es so will. Also was heute ein Widerspruch in sich selbst wäre, ist dann in der Zukunft das Eigentliche. Es lebt etwas, was eine ganz definitive, individuelle, aber bewegliche Gestalt bildet — beweglich im Sinne von veränderlich, die sich verändert, aber ganz individuell zugleich auch ist.
Also das ist ein großes Thema, da gibt es endlos viel noch dazu zu sagen. Und zu erkennen und zu erforschen auch, wie das kommt. Rudolf Steiner hat viel dazu gegeben, aber noch viel mehr gibt es zu sagen dazu in Wahrheit, weil das ist ein fast unerschöpfliches Thema.
Lebenskraft, Liebeskraft, das schöpferische Wort 01:13:14
Weil wir müssen auch denken, diese Lebenskraft, von der wir da sprechen, das ist auch die Liebeskraft. Wirkliche Liebeskraft ist lebensspendende Kraft, ist zugleich die gestaltende Kraft des Wortes. Also diese Kraft, die der Christus in die Welt gebracht hat, um die Welt zu gestalten. Er ist das schöpferische Wort. Wir haben ja davon gesprochen, dass eigentlich die Vatergottheit sich längst zurückgezogen hat, das Ganze von unten her trägt, aber überhaupt selbst nicht schöpferisch tätig ist. Also eben das, was einzelne Theologen auch erkannt haben, also wie der Johannes Scotus Eriugena, der das ganz deutlich ausspricht. Die Vatergottheit ist die nicht geschaffene, nicht schaffende göttliche Kraft. Das ist die höchste göttliche Kraft. Und der eigentliche Werktätige, der also schaffend ist, ist der Christus, ist das Wort. Also das Wort jetzt natürlich nicht nur in unserem heutigen äußeren Sinne, sondern ist wirklich die gestaltende Kraft in der Natur.
Die wir aber diese Natur beschreiben können durch unser Wort, indem wir eigentlich im Wort, auch das wir als Menschenwort sprechen, nachbilden können im Kleinen das. Das ist ja zum Beispiel das, was wir auch versuchen in der Sprachgestaltung. Da muss das Wort nicht nur bloß scheinbar beliebige Bezeichnung sein, ja in jeder Sprache halt anders. Nein, sondern da steckt ein ganzes Gestaltungsbild dahinter. Da spricht sich aus, das was ich bezeichne damit in Wahrheit. Also das ist eigentlich ein Verfallsprozess, dass wir heute ein Wort aussprechen für ein Ding, das da draußen in der Welt steht. Eigentlich sollte unser Wort — und genauso wird es dann sein im neuen Jerusalem, beziehungsweise auf dem neuen Jupiter — dass wir mitgestaltend sind an dieser Welt durch unser Wort. Natürlich ist dieses Wort wieder ganz anders als jetzt, wo wir einen physischen Leib haben. Da wird das Wort darin bestehen, dass wir im Ätherischen formen, ganz bewusst formen und damit das Leben formen, mitformen auf diesem neuen Jupiter. Natürlich wird der Christus dort auch tätig sein. Und wir werden Mittätige mit ihm sein. Und er wird durch uns tätig sein. Das sind die entscheidenden Dinge für die Zukunft.
Schöpfertätigkeit Hand in Hand mit dem Christus 01:16:35
Als Vorbereitung dazu ist es für uns jetzt eben gerade dadurch so wichtig, dass wir an der sinnlichen Wahrnehmung, die wir in dieser Form, so wie wir sie jetzt haben, eben nur wirklich während dieser Erdentwicklung haben — wir wissen also, die Keime der Sinnesorgane wurden schon gelegt auf der Wärmewelt, auf dem alten Saturn in Wahrheit hat es begonnen, und das ist immer weitergegangen und findet seinen Höhepunkt jetzt während der Erdentwicklung. Und für die Zukunft müssen wir das, was wir jetzt eben besonders auch an der sinnlichen Wahrnehmung gelernt haben, weiterverwenden, um dann ganz mit tätig sein zu können, die lebendigen Formen dieses neuen Jerusalem beziehungsweise des neuen Jupiter mitzugestalten. Mit dem Christus gemeinsam. Und diese Welt wird umso reicher sein, umso mehr wir uns auch mitbeteiligen können.
Also wir dürfen auch nicht erwarten, dass es jetzt eine Welt ist, in die wir uns fertig hineinsetzen können, wir sind geschaffen worden, sind halt dann so wie wir sind, und die Welt, in die wir hineingeboren werden, ist auch so wie sie ist. Nein, sondern wir werden sehr entscheidend schon mit tätig sein, und wir sind eigentlich jetzt schon auf dem Wege, weil wir es jetzt vorbereiten. Wenn wir jetzt nicht vorbereitend tätig sind, werden wir es dann am neuen Jupiter oder im neuen Jerusalem auch nicht können.
Diese nächste Stufe, auf die wir hingehen, auf was auch eben die Apokalypse hinzielt, als das nächste Ziel der Menschheitsentwicklung ist da, dass sich wirklich menschliche Schöpfertätigkeit mit göttlicher Schöpfertätigkeit, oder konkreter gesprochen Schöpfertätigkeit des Christus, miteinander verbindet. Dass wir sozusagen Hand in Hand arbeiten dann in Zukunft. Und zwar im Bereich der Lebens- und Liebeskräfte vor allem. Also es geht dann nicht mehr darum, etwas Festes, feste Formen zu schaffen, sondern lebendig bewegliche Formen zu schaffen.
Und dazu müssen wir eigentlich alles das, was jetzt auch mit unseren Sinnesfähigkeiten zusammenhängt, auf eine höhere Stufe heben. Die Sinne, so wie wir sie jetzt haben, sind eben auf die physische Welt gerichtet. Eine solche physisch-sinnliche Welt, wie wir sie jetzt haben, wird der neue Jupiter oder das neue Jerusalem einfach nicht sein. Sondern es wird eine Welt sein, in der zwar sehr viele Formkräfte wirken, Auferstehungskräfte, aber die im Wesentlichen eine ätherische Welt ist. Keine physisch-stoffliche Welt. Wo das Leben selbst sich gestaltet in ganz beweglichen Formen, aber auch ganz individuellen Formen. Wo jeder Mensch seine individuelle Form haben wird. Und wo auch die Wesen, die sich dort befinden werden. Weil es wird auch das weitergehen, was die Gruppenseelen geschaffen haben. Es wird etwas weitergehen von der Tierwelt, von der Pflanzenwelt, ja auch etwas von der mineralischen Welt. Aber nicht so, dass es in die physische Erstarrung geht, sondern in die lebendige Beweglichkeit, die alles eigentlich lebensspendende Kraft ist.
Und später wird es dann noch auf eine höhere Stufe gehoben werden, indem es in den seelischen Bereich übergeht und dann im ganz geistigen Bereich sich befindet, und von dort aus dann von dieser geistigen Sphäre aus überhaupt ein ganz neuer Kosmos geschaffen wird. An dem wir mitarbeiten werden. Ganz intensiv. Können wir uns jetzt noch keine Vorstellung entwickeln, hat auch gar keinen Sinn, weil die Entwicklung ist offen. Wir werden dann genug zu tun haben, dass wir überhaupt dieses Ziel irgendwo erreichen und eben nicht abirren in diese rechte Widersacher-Sphäre. Das muss man schon auch klar sagen, die Gefahr ist sehr groß. Das ist der Preis für unsere Freiheit.
Und wir brauchen also für unsere Entwicklung, damit wir auch diese Fähigkeit entwickeln, lebensschaffend, seelenschaffend wirken zu können — wir werden Astralkräfte, Seelenkräfte im Wesentlichen erzeugen. Also wir sind jetzt so weit, dass wir auf der nächsten Stufe wirklich lebensschaffend wirken können. Seelenschaffend werden wir lernen während der nächsten Entwicklung eben auf dem neuen Jupiter. Dort werden wir in höchster Form dann den Geistselbst entwickeln. Wir machen jetzt während der Erdentwicklung schon große Vorstufen dazu durch. Wir müssen das also gut vorbereiten. Die höchste Stufe werden wir dann eben auf dem Vulkanzustand erreichen. Die Menschen, die nicht abgeirrt sind und nicht endgültig mitgehen mit den soratischen Wesenheiten, die werden dann ganz intensive Mitarbeiter werden. Werden die Lebenskräfte gestalten können, werden Seelenkräfte gestalten können, und wir werden dann mittätig werden, einen ganz neuen Kosmos zu bauen. Ganz im Großen. Mittätig auf der Stufe der Geister der Form. Wie das alles sich dann abspielen wird, darüber können wir jetzt noch gar nicht sagen, weil es hängt also auch ganz besonders von den freien Entscheidungen der Menschen ab.
Die Kulturepoche der Brüderlichkeit 01:24:39
Von jetzt an spätestens. Viele Menschen haben schon vorher begonnen, wirklich aus der Freiheit tätig zu werden, einzelne. Viele sind es in Wahrheit noch nicht, auch wenn sie sich für freie Menschen halten, aber sie sind es nicht. Sie sind Gefangene ihres Egos und der Widersacher, die dranhängen und es impulsieren in bestimmte Richtungen. Mit dem allen werden wir fertig werden müssen in der Zukunft. Und zwar in der nächsten Zukunft.
Große Bedeutung hat jetzt unsere Kulturepoche als Vorbereitung der nächsten Kulturepoche, die dann wirklich die Kulturepoche der eigentlichen Menschwerdung ist, möchte ich fast sagen. Die Kulturepoche der Brüderlichkeit, wenn man so will, wo wirklich jeder Mensch ganz bewusst aus seinem Ich heraus arbeitet, oder genauer gesagt, so viele wie möglich. Weil die Widersacher werden alles tun, um uns von dem Weg abzubringen. Aber in der nächsten Kulturepoche soll doch das Leitmotiv sein die Liebe von Mensch zu Mensch — in dem Sinne, nicht dass wir uns dauernd umarmen müssen, um das geht es überhaupt nicht, sondern wo einfach jeder Mensch von seinen individuell errungenen Fähigkeiten etwas verschenkt, in Liebe verschenkt. Und in Liebe verschenkt heißt, dass es ganz konkret Lebenskraft ist. Die man anderen Menschen, aber auch der Natur, den Tieren, den Pflanzen, den Elementarwesen schenkt. Einfach schenkt. Ohne für sich etwas davon zu erwarten. Sondern es frei verschenkt.
Weil das eben eigentlich auch das Natürliche ist. Das, was der Mensch aus sich heraus und in seiner individuellen Eigenart eben nur er schenken kann, schaffen kann und schenken kann. Man kann sich diese Schöpferkraft halt auf kein Bankkonto legen oder sie irgendwo ansammeln. Das ist es nicht. Es geht um diese Kraft, die verschenkt wird. Es geht nicht um Dinge, die verschenkt werden. Das ist erst die sekundäre Seite. Aber es wird auch dazu gehören.
Es wird in der nächsten Kulturepoche sehr wohl auch Warenverkehr geben. Es wird Wirtschaft geben, die wird geradezu eine Blüte haben. Aber es wird auch Geld fließen dabei. Sehr wohl. Und eine ganze Menge Geld, noch viel mehr als jetzt fließt. Aber es wird mit dem Antrieb erfolgen, den anderen Menschen das zu geben, was sie brauchen und was ich als Einzelner aus meinen Kräften, die ich mir errungen habe, geben kann. Und wo ich mir geradezu die Menschen suche, die das, was ich geben kann, brauchen können. Und dabei wird Geld fließen, weil wir natürlich angewiesen sein werden auf äußere Waren auch, die wir brauchen. Es wird deswegen nicht sein, dass wir zurückgehen in die alte Höhlenzeit und sagen, wir brauchen eh nichts. Nein, es wird eine hochtechnisierte, eine hoch ökonomisierte Welt werden, diese fünfte Kulturepoche. Aber sie wird zumindest zum Teil, wenn das gut funktioniert, eben eine sein, wo, man soll es nicht glauben, die Arbeit aus Liebe für die anderen Menschen getan wird. Und das ist das eigentliche Grundmotiv. Wie gesagt, deswegen wird trotzdem auch Geld fließen, das wird aber nichts Schlechtes sein, sondern durchaus etwas Gutes, ein Anzeiger im Grunde für die Schöpferkraft, die fließt von Mensch zu Mensch.
Das kann man sich heute noch gar nicht vorstellen. Ja, wahrscheinlich so in der ganz idealsten Form wird es halt auch nicht passieren, weil es wird natürlich auch Auseinandersetzungen geben, und es wird viele Menschen geben, die halt noch von den Widersachern zurückgehalten werden im Grunde. Sagen wir mal, in den Schattenseiten der griechisch-lateinischen Kulturepoche, weil da ist das Ego sehr stark herausgekommen. Da wurde es geradezu gepflegt, also insbesondere dann im Römertum. Und das sage ich jetzt gar nicht, um das Römertum abzuwerten, es war eine wichtige Aufgabe, weil das Ego brauchen wir auch. Nur, es sollte nicht die Position von unserem Ich übernehmen und sich an die Stelle unseres Ichs setzen, sondern es sollte eben unterstützen, dienen auch dem Ich. Also das Ego ist nicht das, was frei ist, es ist das, was eigentlich darauf angewiesen ist, dass es höhere Impulse bekommt, die es leiten.
Arbeit an sich selbst 01:29:52
Und das ist ja jetzt schon auch während unserer Zeit das Wichtige, dass wir an dem arbeiten. Arbeiten an uns selbst, ganz bewusst. Es ist halt das Um und Auf. Also es geht eigentlich nicht mehr an, dass wir sagen, ja, ich bin wie ich bin, so müsst ihr mich nehmen. Sondern es geht darum, dass wir doch, natürlich nicht nur, aber in großem Maßstab auch immer schauen auf unsere eigene Entwicklung. Dass wir uns immer mehr selbst in der Hand haben. Dass wir Herr über uns selbst sind oder Frau über uns selbst sind oder wie immer wir es nennen wollen. Dass wir nicht deswegen etwas sind, weil irgendwer gesagt hat, so müsst ihr sein, sondern wo wir es aus der Freiheit selber erschaffen. Und wirklich immer mehr der werden, der wir eigentlich sind. Von unserem Potenzial her. Weil kein Ich gleicht dem anderen. Und kein Ich ist austauschbar. Es ist etwas Einzigartiges.
Und es ist etwas, wie alles Geistige, das davon lebt, sich zu verschenken. Das heißt nicht, dass ich jetzt im Äußeren alles, was ich am Leibe trage und besitze, ununterbrochen verschenken muss. Wir brauchen auch gewisse Dinge, solange wir im physischen Leib auf Erden leben. Wir brauchen Kleidung, wir brauchen Behausung, wir brauchen Nahrung. Sonst können wir gar nicht existieren und uns auch nicht entwickeln auf der Erde. Also alle diese Dinge müssen fließen, und das wird in der nächsten Kulturepoche sein, und wenn es gut läuft, wird es die Blüte des wirtschaftlichen Lebens auch sein. Gerade diese Kulturepoche der sogenannten Brüderlichkeit. Wo die Menschen wirklich füreinander arbeiten, für die Natur, für die Erde arbeiten, und das dem Leben ihren Sinn gibt. Und wo eigentlich so als Nebeneffekt natürlich jeder dann auch möglichst das hat, was er braucht, um seine Kräfte voll und ganz zu entwickeln. Ist schon klar, das ist jetzt das Idealbild, das wird nicht hundertprozentig erreicht werden, aber wir sollten halt darauf hinzielen, dass wir es zumindest zu einem größeren Teil erreichen. Also, weiß ich nicht, 50, 60 Prozent wären schon toll. Aber selbst wenn es nur 10 Prozent sind, ist es immerhin schon etwas.
Also das heißt, unser Leben wird sich stark verändern, so wie es in der Vergangenheit auch war, nur es wird jetzt immer schneller gehen und die Veränderungen werden viel gravierender noch sein. Weil natürlich schon sehr viel mehr Menschenkraft hineinfließt, und zwar bewusster, immer bewusster hineinfließt. Das wird das Wichtige sein. Und genau das ist der Grund, warum wir uns jetzt beschäftigen vor allem mit dem: Wie schaffe ich den Übergang vom sinnlichen Leben, vom sinnlichen Wahrnehmen zum übersinnlichen, seelisch-geistigen Leben? Wie kann ich mich in beiden Welten ganz bewusst bewegen?
Wir haben uns in der Vergangenheit aber noch ganz unfrei und halbbewusst nur ganz im Seelisch-Geistigen bewegt und von der Außenwelt noch nichts bewusst mitbekommen, sondern wie Traumwandler durch die Welt gegangen, konnten schon alles Mögliche zwar tun, aber haben ganz etwas anderes erlebt dabei als wir heute. Weil wir eben die Sinneswelt zwar schon gebrauchen konnten, aber nicht wie wir heute wahrnehmen konnten, sondern eigentlich sie von der seelisch-geistigen Seite gesehen haben. Das wird auf neue und höhere Art in der Zukunft wiederkommen.
Die Erdheilung und der elektrische Apparat 01:34:11
Das wird uns befähigen dazu, dass wir dann wirklich, vor allem insbesondere dann, wenn wir nicht mehr auf Erden inkarniert sind, ganz entscheidend noch mitarbeiten werden, die Erde weiterzuentwickeln. Sie ist zwar über einen Höhepunkt hinaus, aber es wird sehr entscheidend sein, wie wir mit ihr umgehen, wie wir an ihr arbeiten werden, wenn wir nicht mehr inkarniert sind. Wenn sozusagen äußerlich gesehen die Menschheit scheinbar ausgestorben ist. Aber da werden wir sehr, sehr fleißig tätig sein. Da werden wir unsere wichtigsten Kräfte schulen und entwickeln, eben gerade der Erde dieses Leben zu geben, dass sie noch eine lange Zeit sich entwickeln kann, auch wenn wir nicht mehr inkarniert sind auf Erden. Und alle die Wesen, die auf Erden sind, die Tiere, die Pflanzen, die Elementarwesen.
Also so, dass die Erde vielleicht kein äußeres Paradies wird, so wie man es sich halt primitiv vorstellt. Weil die Erde wird natürlich dem nicht entkommen, dass sie eigentlich auf einer Bergab-Entwicklung ist. Aber wir werden so viel als möglich dazu tun können, etwas aufzufangen davon. Die Lebensspanne der Erde dadurch zu erweitern, dass wir wirklich so etwas wie eine Erdheilung machen.
Der Gegenprozess wird halt sein, dass die ahrimanisch-technischen Kräfte überhandnehmen. Das wird eben auch durchaus der Fall sein, was Rudolf Steiner ja deutlich gesagt hat. Die Erde wird ein selbsttätiger elektrischer Apparat werden. Das ist eigentlich ein sehr gutes Bild. Also diese Durchtechnisierung der Welt wird nicht aufzuhalten sein. Die wird überall drinnen sein. Und trotzdem werden wir dafür sorgen müssen, dass auch genügend Lebenskräfte da sind. Dass entsprechend Wälder da sind und so weiter. Auch wenn selbst die durchzogen sind von elektrischen Kräften. Es wird nichts mehr geben, wo das nicht der Fall ist, aber es wird auch das Leben sich überall ausbreiten können.
Das kann man sich konkret heute natürlich noch gar nicht vorstellen, da müssen wir noch viel lernen dazu. Aber an dem arbeiten wir ganz energisch mit. Und darum jetzt unsere Aufgabe: Wie geht es mit dem sinnlichen Erleben weiter? Wie schließt das an, ganz nahtlos, ans übersinnliche Erleben? Wie wird es ein Erleben werden, das auf beide Seiten sich auch richten kann? Eben auf die sinnliche Welt, weil wir ja noch Aufgaben haben — also ein immer tieferes Verständnis für die sinnliche Welt, zugleich aber ein immer tieferes, bewussteres Erleben der höheren Welten. Das ist ganz wichtig.
Die zwölf Sinne: der Kreis 01:37:28
Ja, ich möchte euch jetzt einmal einblenden, ich weiß nicht, ob ihr das seht. Seht ihr jetzt eine Zeichnung da auf dem Bild — vielleicht die anwesend sind hier im Livestream, vielleicht werde ich eine Rückmeldung geben, ob ihr seht dieses Bild. Nämlich diesen Kreis mit den zwölf Sinnen. Im Jitsi sieht man es schon. Ja, wunderbar. Dann sollte es im Livestream auch kommen, weil das Bild weitergegeben wird. Und ich werde dann schauen, dass auch die Aufnahme, die François bearbeiten wird für YouTube, dass es eben auch drinnen ist. Es ist auf YouTube sichtbar. Wunderbar, fein. Danke, Elke. Bin ich glücklich, dass das so ist.
Ja. Also wir sehen hier eine Zeichnung, die also auf den Angaben von Steiner beruht, die aber nicht er selber gezeichnet hat, sondern jemand anderer gezeichnet hat — Assatur Ghenikov war es, der glaube ich diese Zeichnung gemacht hat, also nachempfunden hat dem, was damals als Wandtafelzeichnung von Rudolf Steiner gegeben wurde, die aber leider nicht erhalten ist.
Also das Wichtige ist, Rudolf Steiner geht aus von zwölf Sinnen, die es gibt. Also ein Umkreis von zwölf Sinnen, wobei es einen Unterschied gibt zwischen den Tagessinnen, nennen wir es einmal so, die ganz wach eigentlich nach außen gerichtet sind, auf die sinnliche Außenwelt gerichtet sind, und anderen Sinnen, die viel weniger bewusst nach innen gerichtet sind, auf unser körperliches Erleben. Schon auch, wir kriegen was bewusst mit, also es gibt innere Sinne und äußere Sinne. Und zwar spricht der Rudolf Steiner von sieben äußeren Sinnen, die eben dann insbesondere eine Beziehung zu Imagination, Inspiration und Intuition auch haben. Und dann fünf Sinnen, die nach innen gerichtet sind. Insgesamt sind es also zwölf dann.
Der Sehsinn und die Imagination 01:40:18
Schauen wir es uns vielleicht einmal an, vielleicht mit dem wichtigsten Sinn beginnend. Er ist da jetzt interessanterweise nicht an höchster Stelle, einfach mittendrin. Rudolf Steiner hat oft solche Zeichnungen gegeben. Diese zwölf Sinne hängen ja natürlich auch mit dem Tierkreis irgendwo zusammen, aber wie es bildhaft gestaltet ist, ist oft sehr unterschiedlich.
Fangen wir mal mit dem Sehsinn an. Also das ist der Sinn Nummer sechs hier. Der Sehsinn, der, wie wir jetzt eh schon oft besprochen haben, mit der Imaginationsfähigkeit auch zusammenhängt. Also der Sehsinn, dass wir überhaupt unsere Augen auch gebrauchen können, braucht die Fähigkeit, Bilder schaffen zu können. Das ist das ganz Wichtige. Wir können Bilder schaffen für das, was wir mit den Augen aufnehmen, wir können aber auch Bilder schaffen für das, was wir seelisch-geistig aufnehmen. Unter Umständen sogar können Blinde etwas von der durchaus auch sinnlichen Außenwelt miterleben, wo sie aber von der imaginativen Seite herangehen.
Da gibt es also teilweise sehr verblüffende Sachen. Ich glaube, ich habe das öfter schon erzählt, dass ich einmal bei einem Vortrag eine Dame hatte — das war ein Vortrag im Brunner Heimathaus bei uns, am Abend, stockdunkel — und sie mich gefragt hat, was denn da zum Vortrag geht, und ich habe gesagt, ja durch die Tür und dann die Treppe hinauf, und sie ist ganz sicher dort hineingegangen, die Treppe hinauf. Der Saal ist dann gleich rechts, ist sie ganz sicher hineingegangen, weil ich bin dann eigentlich gleich nachgegangen, sie ist vorausgegangen, sie hat das ganz sicher gefunden. Und in dem Vortrag selber bin ich interessanterweise auf das Sehen überhaupt und auf das Blindsein eingegangen. Und dann nach dem Vortrag spricht sie mich an und sagt, wissen Sie, dass ich blind bin? Sie haben ja heute direkt für mich gesprochen. Und ich war wirklich baff, ich war konsterniert geradezu, weil ich das nicht bemerkt habe, dass sie blind ist. Sie ist so sicher gegangen, und sie hat natürlich auch kein Wort davon gesagt. Sie sagt, sie hat das erlernt, man kann das erlernen, sich auch als Blinder fast wie ein Sehender zurechtzufinden.
Kinder können das relativ gut, dass sie dann auch mit verbundenen Augen zum Beispiel sich orientieren können. Und eben auch diese Frau hat das gelernt, und sie ist ohne Stock, ohne Blindenstock, und sie ist selber von der Bahn dort den Weg hingefunden zu dem Heimathaus. Es hat sie niemand mit Taxi hingebracht, sie ist selber vom Zug, der dort hält, in Brunn am Gebirge, bis zu dem Heimathaus gegangen. Als Blinde, ganz sicher, ganz allein, ohne Hilfe. Es geht.
Also, das heißt, sie orientiert sich dann, indem sie das, was nämlich in Wahrheit jeder Mensch auch wahrnimmt von der Umwelt, auch wenn er die Augen zu hat — wir nehmen sehr viel mit den anderen Sinnen wahr, also wir nehmen mit allen Sinnen in Wahrheit wahr, und können uns orientieren daran, und können es sogar so weit bringen, dass wir uns ein Bild dieser Welt bilden, auch wenn wir die Augen geschlossen haben. Das heißt, was wir dann wirklich bewusst seelisch erleben, ist so wie ein optisches Bild, wie ein äußeres Bild.
Das ist eine Fähigkeit, die man erlernen kann. Ich habe dann lang mit ihr gesprochen, weil mich das natürlich fasziniert hat. Und ich habe dann später kennengelernt, also es gibt Möglichkeiten, vor allem Kinder sind sehr begabt dafür, auch zu sehen sozusagen, ohne dass sie mit den Augen sehen, sich zu orientieren, ganz sicher zu orientieren im Raum, und das Ganze wirklich aber in ein, wenn man so will, optisches Bild zu übersetzen. Das heißt, in ein bildhaftes, in Wahrheit imaginatives Wahrnehmen, das aber jetzt ersetzt bis zu einem gewissen Grad das sinnliche Sehen mit den Augen.
Alle Sinne nehmen alles wahr 01:45:29
Dabei spielen aber eine wesentliche Rolle alle anderen Sinne, weil im Grunde jeder Sinn alles wahrnimmt, in gewisser Weise. In jedem Sinn so ein Gewahrwerden der ganzen Welt, der uns umgibt, der äußeren sinnlichen Welt. Also es sind immer eigentlich alle Sinne beteiligt. Wir würden auch nicht sehen können, wenn wir nur Augen hätten. Wir würden gar nichts sehen. Wenn wir nur Augen hätten und sonst gar nichts, keinen Tastsinn, keinen Geruchssinn, keinen Gehörssinn, keinen Hautsinn — die Haut ist sehr empfindlich. Lichtwahrnehmung, wir haben eine ganz starke Lichtwahrnehmung mit der Haut, die ganze Haut ist sehr empfindlich für Licht. Man kann damit sehr, sehr viel wahrnehmen, in Wahrheit.
Wenn irgendwo ein Hindernis im Raum ist, auch wenn man mit geschlossenen Augen geht, mit einer gewissen Wachsamkeit, aber auch mit einer gewissen Sicherheit, man merkt sofort, halt, da ist eine Wand, da kann ich nicht durch. Also man spürt das. Oder auch andere Menschen, man spürt ja sogar, das werdet ihr wahrscheinlich auch kennen, wenn jemand hinter einem steht, man merkt das ganz deutlich, da ist jemand. Man muss nur aufmerksam sein darauf. Weil wir mit dem ganzen Organismus, mit allem einfach wahrnehmend tätig sind. Also in Wahrheit ist diese Spezialisierung in die zwölf Sinne zwar da, und damit können wir bestimmte Aspekte besonders gut hervorheben, aber in Wahrheit erleben wir immer alles mit allen Sinnen, die wir haben.
Und da wir eben auch innere Sinne haben, haben wir auch im Grunde das Potenzial dafür wahrzunehmen, wie ist das, was von außen kommt, wie wirkt das auf mein Inneres, auf meinen Organismus. Ich meine jetzt gar nicht primär das seelische Innere, obwohl das natürlich unwendbar damit verbunden ist, aber wie wirkt das auf meinen Organismus? Also wenn ich etwas sehe, belebt mich das? Macht mich das matter? Macht mich das müder? Das sind so feine, sinnliche Wahrnehmungen, die aber dann eben auch bereits mit dem Seelischen, ja auch mit dem Geistigen einen Zusammenhang haben. Wir dürfen nicht so nehmen eine scharfe Trennung, sinnliches Wahrnehmen, übersinnliches Wahrnehmen. Ja, es wandelt sich der Charakter natürlich, aber es hängt miteinander zusammen.
Wir können nur mehr unser Bewusstsein jetzt richten auf das Äußere, oder mehr auf das — ich würde es gar nicht sagen Innere, aber auf das, was eigentlich jenseits des Raumes ist. Weil die Imaginationen haben im Grunde nichts mit dem Räumlichen zu tun. Selbst wenn ich imaginiere ein Elementarwesen und es vor mir sehe, also vor meinem geistigen Auge sehe, weil ich mir diese Imagination dieses Wesens erschaffe aus der Berührung, die ich spüre mit diesem Wesen — dann ist dieses Wesen ja eigentlich nicht in Wahrheit im Raum drauf und sitzt da in der Blüte drinnen. Es wirkt in der Blüte. Und die Wirkung dieses Wesens ist in den Kräften zu spüren, zu sehen, die die Pflanze bilden, aber trotzdem kann ich nicht sagen, das sitzt da jetzt drinnen, das Elementarwesen, wie ein äußeres Wesen. Es ist etwas, was äußerlich sinnlich in Wahrheit nicht sichtbar ist. Und trotzdem kann ich es mit denselben Kräften, die in der Sinneswahrnehmung drinnen sind, mit denselben seelischen Kräften, die dahinter stehen, mir zum Bild gestalten. Und dann erlebe ich es sozusagen in der Blüte sitzend oder auf den Blättern oder bei den Wurzeln sitzend, so wie es Kinder oft ganz natürlich erleben können.
Das Lernen des Sehens 01:50:21
Nämlich gerade deswegen auch, weil das Lernen des Sehens, das ist ja nicht so schnell fertig. Das Kind in den ersten drei Lebensjahren muss das alles lernen. Auch wenn es natürlich schon relativ früh sehen kann und dann schon Entfernungen ein bisschen abschätzen kann, etwas wiedererkennen kann, den Papa, die Mama wiedererkennen kann. Aber deswegen ist die Entwicklung des Sehens noch lange nicht am Ende. Sie ist so zumindest auf ein gewisses halbwegs fertiges Niveau gekommen, so mit dem dritten Lebensjahr. Wenn auch die anderen Fähigkeiten erwacht sind, also sprechen können, gehen lernen, tasten können, sich aufrichten, eben dieses Gehen, aufrechte Haltung. Wo dann beginnt auch eine gewisse räumliche Wahrnehmung im Sehen.
Ist ja lange dann aber noch schwierig beim Kind. Selbst Kinder im Schulalter noch, also so in den ersten Klassen, sie tun sich unheimlich schwer, Entfernungen abzuschätzen. Wenn im Verkehr ein Auto kommt, das abzuschätzen, kann ich da nur über die Straße gehen oder nicht, ist unheimlich schwer. Also das ist ein sehr langwieriger Prozess, das zu lernen. Das bleibt durchaus noch in ein späteres kindliches bis fast jugendliches Alter hinein, wo man da noch eine ganze Menge lernt, aber es wird halt immer schwerer.
Und ich habe euch ja auch erzählt, öfter schon, blind geborene Menschen, die man operieren kann — also meistens sind das so staarartige Erkrankungen, wo man also diese Kalkablagerungen, diese Verdunkelungen, die drinnen sind, operativ beheben kann, schon seit einer relativ langen Zeit kann man das heilen. Aber ob der Mensch dann mit dem Sehen etwas anfangen kann oder nicht, wenn er es als Kind nicht gelernt hat, also das heißt, wenn nicht in früherer Kindheit diese Operation passierte, dann hat er dieses Sehen nie gelernt. Und dann tut er sich schwer, sehr schwer, bis zur Unmöglichkeit hin, die sinnliche Welt zu sehen. Er wird aber auch keine Imaginationen in unserem Sinn erleben, so wie ein Sehen, das er erleben kann. Er wird schon ein seelisch-geistiges Wahrnehmen entwickeln können, aber gerade dieses imaginative Element, also dass es wirklich in ein geradezu sinnesartiges Bild gekleidet wird, das wird er nicht können.
Daher wird die Schilderung seiner geistigen Wahrnehmung dann in der Regel nicht so gestaltet sein, dass sie an ein sinnlich-sichtbares Bild erinnert. Er wird dann vielmehr mit anderen Sinnesqualitäten in Beziehung bringen, die eine Rolle spielen, also Tasterlebnissen und dergleichen. Menschen, die blind geboren sind, werden überhaupt, wenn sie auch geistig wahrnehmen — sehr wohl, stark sein können, aber richtige Imaginationen werden sie nicht schildern, so wie sie sehende Menschen schildern. Sie werden schildern können vielleicht, dass sie ein Elementarwesen erleben können, ein Engelwesen erleben können, aber es wird ihnen in der Regel nicht einfallen, das in ein optisches Bild zu gleiten, also in eine Imagination in diesem Sinne.
Also das heißt, Imaginationen können auch einen nicht-sinnlich-bildhaften Charakter haben, sondern können auch ganz anders sein. Aber was ihnen gemeinsam ist, dass sie ein großes Weltenpanorama vor sich ausbreiten. Auch wenn man ein Engelwesen schildert — ein Mensch, der im Leben sinnlich sehend ist und der dazu vielleicht, wenn er in der Imagination ist, das Engelwesen auch ganz in ein Bildhaftes hineinbringt, also mit, weiß ich nicht, ein Mensch mit Flügeln oder so, das übliche Bild, was man dann wirklich eben auch so in der Imagination erlebt. Die Imagination kann aber auch ganz anders sein, kann sich durchaus auch auf andere Sinnesqualitäten stützen. Und die werden dann mehr Wert legen auf Dinge, die sich vergleichen lassen mit anderen Sinneswahrnehmungen. Unter Umständen, wie es die Mystiker immer wieder gemacht haben, mit dem Geruchssinn, der aber, wie wir gesagt haben, eine sehr heikle Sache ist, weil sie auch ganz in Richtung schwarzer Magie gehen kann.
Sehsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn: Imaginationen tingiert mit Materialität 01:56:51
Also wenn ihr euch das Bild jetzt anschaut, seht ihr auch, der Sehsinn und der Geschmackssinn sind sehr eng beisammen, und dann folgt gleich der Geruchssinn, aber der Geruchssinn ist einer, der schon zu den inneren Sinnen zählt. Weil alles, was ich erriechen muss, das muss ich aufnehmen mit der Nase, vielleicht auch durch den Mund, durch das Einatmen, aber vor allem auch durch die Nase, wir müssen es in unser körperlich Inneres hineinnehmen. Also es ist dieser Geruchssinn eigentlich ein innerer Sinn in Wahrheit. Auch das ist eine Ursache dafür, warum Geruchswahrnehmungen auch immer sich beziehen auf uns als physisches Wesen. Irgendwo zunächst einmal. Der Geruchssinn spricht ganz stark unser Ego dann auch an. Das heißt nicht, dass er was Schlechtes ist, aber er ist was Gefährliches.
Auf der anderen Seite ist es aber auch die einzige Möglichkeit, durchaus auch imaginativ in gewisser Weise uns zu verbinden mit den tiefsten Kräften, die die Welt gestalten. Also gerade eben alter Saturn oder so diese Welten, wo es noch kein Licht gab, wo wirklich der Vergleich mit einer optischen Wahrnehmung im Grunde nicht gegeben ist. Wenn man sich diesen alten Saturn so einfach vorstellt, jetzt wie unsere Erde, eine Kugel wie unsere Erde, nur sehr feurig und heiß, ist das eine nicht der Wirklichkeit so ganz entsprechende Vorstellung. Da muss man anderes zur Hilfe nehmen. Eben daher Eindrücke aus dem Geruchssinn, aus dem Geschmackssinn vielleicht auch.
Die liegen aber im Bereich drinnen — Sehsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn, das ist sehr eng beisammen. Das sind Dinge, die mit der Imagination sehr eng zusammenhängen, aber eben nicht unbedingt bildhaft sind wie beim Sehsinn, aber bildhaft im weiteren Sinne, dass es ein ganzes Panorama ist, das ich erleben kann, das ich halt dann nicht sehe, sondern schmecke oder rieche. Paradox scheint es uns jetzt vielleicht ein bisschen. Aber das ist noch das Harmlosere, das weniger Gefährliche als der Geruchssinn und der Geschmackssinn.
Ihr seht am Bild, es ist geschrieben, Imaginationen tingiert mit Materialität. Das ist der Originalwort, den Rudolf Steiner auch dazu geschrieben hat. Man nimmt etwas in der Imagination wahr, aber es drängt sich sehr vor, ja was ist denn da an materiellen Kräften drinnen? Es ist eigentlich nicht mehr das rein Übersinnliche, sondern es ist auch mit dem feinen Materiellen zumindest, nicht jetzt gleich mit dem Plumpen, festgewordenen, aber doch mit den feineren Qualitäten der materiellen Welt, also die die Welt baut, das ist drinnen.
Der Geruchssinn und das Ego 02:01:01
Beim Geruchssinn geht es noch tiefer hinein, geht es noch tiefer, und geht also insbesondere sehr stark hinein. Entweder, wenn es ganz rein und geläutert ist, geht es bis in unser Innerstes, dann kommen wir damit auch sehr stark an unser Ich heran. Dann müssen wir so sein, dass wir nicht sagen, ich kann mich heute nicht riechen, sondern wo wir uns gerade riechen können, innerlich, in gewisser Weise. Aber das muss also dann ganz frei sein vom Ego. Wenn ich mich da begeistere an dem, wie ich geistig rieche, dann bin ich schon auf einem ganz egoistischen Abweg irgendwo, dann muss ich mich sozusagen objektiv riechen lernen, übersinnlich riechen lernen, das ist sehr schwierig.
Also das aufs eigene Wesen zu richten ist nicht sehr gut, aber ich kann es objektivieren, und das ist das, was die Mystiker versucht haben. Mystik ist ja meine Versenkung ins Innere. Da kann sehr stark kommen dieser Weg, eine Imagination über den Geruchssinn zu erleben, aber dann muss ich, wenn ich keine verzerrte Imagination haben will, sondern eine wirklich den Tatsachen entsprechende, dann muss ich aber ganz, ganz, ganz mein Ego beiseitestellen können. Wenn ich das nicht habe, dann kommen alle möglichen relativ niederen Triebe, also namentlich Sexualtrieb zum Beispiel — wobei ich nicht sage, dass Sexualität etwas Niederes grundsätzlich ist, aber wenn es nur um die Lust geht, um das Erleben der Lust und am egoistischen Genuss der Lust, die mit der Sexualität verbunden ist, wo es mir auch gar nicht um den Geschlechtspartner geht, sondern um das eigene Genießen sozusagen dieser ganzen Sache und mich stark fühlen daran, dann kann das ganz auf Abwege führen.
Und das ist durchaus in der Mystik immer wieder passiert, und selbst bei vielen Mystikerinnen auch, also auch bei den Frauen, die Mystikerinnen waren, mit ihrer Nähe zum Christus, die sie erleben dabei. Nicht alles ist wirklich ganz rein dabei. Manches ist sehr stark durchdrängt mit einem Erleben der sexuellen Kräfte irgendwo. Dabei mit einer sexuellen Erregung, die damit verbunden ist. Das war bei nicht so wenigen Mystikerinnen, aber auch bei Mystikern natürlich, also beiderlei Geschlechts, sehr stark drinnen.
Wenn ich aber den eigenen Genuss sozusagen, die Lust an diesem Erleben, wenn ich das zurückstelle und es einfach neutral nehme — weil Lust ist ja nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, nur als Weg zur geistigen Erkenntnis ist es etwas, was in die falsche Richtung geht, einfach weil man es dann nicht bewusst lenkt, sondern ja geradezu aufgehen will in diesem Genießen, das damit verbunden ist. Mit dem Selbstgenuss eigentlich, den man erlebt. Gerade das sollte nicht hineinkommen, weil dann ist das ganze Bild extrem verzerrt. Da sieht man aber auch, wo Gefahren sind, wenn man in ein geistiges Erleben kommt, wo man total abirren kann im Grunde und wo man ein komplett verzerrtes Bild der Welt geben kann.
Diese Gefahr ist also beim Geruchssinn am stärksten, aber in gewisser Weise überhaupt natürlich besonders stark bei den Sinnen, die nach innen gerichtet sind. Also auch der Tastsinn neigt dann sehr ans Materielle, ans Besitzenwollen, etwas Berührenwollen. Kann was Gutes sein? Ich meine, ganz wichtig, das Streicheln ist etwas ganz Wichtiges für die Beziehung zwischen Menschen, für die Beziehung zwischen Mutter und Kind, für die Beziehung zu Tieren. Haustiere brauchen das geradezu, dass sie gestreichelt werden. Und sie erleben dabei sehr viel, wenn wir da unser Wesen hineinlegen. Es ist ganz wichtig, dieses Zusammenleben mit Haustieren. Das bringt für die Tiergruppenseele sehr, sehr viel. Da kann sehr viel fließen, aber es ist immer die Gefahr bei diesen Dingen drinnen, die sich auf die inneren Sinne stützen. Und der Tastsinn ist eben auch ein innerer Sinn, weil eigentlich erleben wir nicht, wenn ich den Tisch betaste, ich erlebe eigentlich nicht den Tisch als solchen, sondern ich erlebe mich an dem Tisch. Das heißt, auch wenn ich glaube, ich erfasse das Material, wie das beschaffen ist, aber eigentlich erlebe ich mich dabei. Und nur sekundär dadurch, durch dieses Eigenerleben, erlebe ich das Äußere dabei. Das ist also so an der Grenze. Daher sind die inneren Sinne etwas Gefährliches.
Gleichgewichtssinn, Bewegungssinn, Lebenssinn 02:07:21
Der Gleichgewichtssinn ist unheimlich wichtig, weil er in einer vergeistigten Form eine starke Orientierungshilfe ist, sich zurechtzufinden in der geistigen Welt. Das ist halt das geistige Pendant davon, dass ich mir eine Richtung im Geistigen gebe, dass ich nicht so in der geistigen Welt nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, sondern wo ich mir eine klare Orientierung gebe. Das ist der Gleichgewichtssinn, aber jetzt ins seelisch-geistige Wahrnehmen übertragen.
Ebenso der Bewegungssinn, der etwas beiträgt dazu, sich zu orientieren in diesem sich Bewegen zwischen geistigen Wesenheiten. Das sind dieselben seelischen Kräfte, die unserem äußeren Bewegungssinn zugrunde liegen.
Lebenssinn — Wahrnehmung von dem, was fördert das Leben in mir, was nimmt es zurück. Das ist überhaupt auch natürlich ein Wahrnehmungsvermögen für Lebenskräfte oder lebensschädliche Kräfte, die in der Umgebung sind. Da brauche ich diese Kräfte, aber die alle sind sehr, sehr heikel. Ich muss schauen, dass sie nicht mein Ego breit machen und dass ich darin nur das erlebe, was mir wohltuend erscheint. Beim äußeren Sehsinn, bei der Imagination, die sich auf den äußeren Sehsinn stützt, auf die seelischen Kräfte, die dort auch dabei sind, die sind relativ unproblematisch.
Der Wärmesinn: Imaginationen tingiert mit seelisch Affizierendem 02:09:31
Wenn wir jetzt schauen, da auf dem Kreis nach oben, Wärmesinn, Wärmewahrnehmung, die wir auch haben. Kann sein natürlich, dass wir etwas berühren, aber sehr wichtig auch, dass wir spüren, dass etwas Wärme ausstrahlt oder Kälte erzeugt. Das spielt durchaus eine deutliche Rolle, auch wenn wir mit geschlossenen Augen erkennen, da ist eine Wand, da steht jemand. Da spielt unter anderem auch der Wärmesinn eine Rolle. Wir spüren das seelisch dann.
Und hier schreibt Rudolf Steiner dann dazu: Imaginationen tingiert mit seelisch Affizierendem, also was mich seelisch berührt. Das ist etwas sehr Wichtiges, eben auch zu spüren, wenn ich mit dem Wärmesinn gerade zum Beispiel an Elementarwesen herangehe. Da ist einerseits natürlich die Imagination, die ich bekomme, aber ich spüre dieses Berührtwerden durch Elementarwesen, bevor ich sie eigentlich noch als Imagination sehe. Sie zu spüren, wie sie mich berühren, das ist eigentlich so etwas wie eine seelische Wärme oder Kälte, die mich berührt.
Wärmesinn ist ja zusammen mit Kalt und Warm, also mit beiden, nicht nur mit dem Warmen, auch mit dem Kalten. So wie wir nicht so unrecht sagen, mit manchen Menschen wird man seelisch warm, da wird mir warm ums Herz, wenn ich denen begegne, und andere empfinde ich als kalt. Das kommt ja nicht von zufällig, dass wir das erleben, weil das im Grunde genau dieselben Wahrnehmungskräfte sind, die wir äußerlich für die sinnliche Wahrnehmung verwenden, um wirklich Wärme und Kälte zu unterscheiden im äußeren Sinn. Aber das hilft uns auch, die Seelenqualität eines Wesens, das mir gegenübersteht, eines anderen Menschen, wahrzunehmen. Daher ist es wichtig, etwas mit einem Wärme- oder Kälteerlebnis zu vergleichen. Den Charakter eines Menschen zu spüren — da ist etwas Warmes drinnen, da ist etwas seelisch Verbindendes drinnen. Oder der Mensch ist kalt, er ist eiskalt, er geht sozusagen bildlich gesprochen über Leichen. Dem ist nur Seines wichtig. Ganz andere Ausstrahlung, die drinnen ist.
Gehörssinn, Wortsinn, Gedankensinn: Inspiration und Intuition 02:12:33
Ja, Inspiration. Ich möchte nur kurz den Kreis durchgehen. Wir werden uns das nächste Mal noch tiefer damit beschäftigen, den Überblick fertigzumachen.
Inspirationen haben was zu tun mit dem Gehörssinn, mit dem Hören. Mit dem Hören, wo mir die geistige Wahrnehmung in gewisser Weise zum Wort wird, wenn man so will. Ich verstehe. Ich beginne sie zu verstehen. Das ist ganz wichtig, und dieses Verstehen, das geht dann noch weiter mit dem Wortsinn, mit dem Sprachsinn. Das ist ja etwas, was Rudolf Steiner ganz deutlich unterscheidet, was heute in den äußeren Wissenschaften noch nicht unterschieden wird. Obwohl man es eigentlich schon deutlich sehen könnte, dass da ein Unterschied drinnen ist.
Mit dem Hörsinn nehme ich nämlich Klänge, Geräusche wahr, aber sie sagen mir nichts. Mit dem Wortsinn ist es ganz etwas anderes. Ich meine, Hörsinn natürlich im Äußeren, es ist ein Unterschied zum Beispiel, wenn ich ein silberhelles Glöckchen höre, oder wenn ich eine Glocke aus einem stumpfen Metall, aus Blei vielleicht, höre, die nicht klingt, die dumpf ist. Die sagt mir etwas über das innere Wesen des Metalls. Blei ist eben etwas anderes als Silber zum Beispiel. Klingt anders. Sagt etwas von dem Inneren. Und so ist es auch im übertragenen Sinn, dass uns die Inspiration etwas von dem seelisch-geistig Inneren des Wesens vermittelt, dem ich begegne.
Und noch mehr ins Innere komme ich dann hinein mit dem Wortsinn. Also es ist nicht nur so eine Klangqualität allein, eine musikalische Qualität, sondern es wird sehr viel konkreter noch. Es wird vergleichbar dem Hören von Worten, wo ganz klar ist, wo eine ganz klare Kommunikation mit dem anderen Wesen entsteht. Aber natürlich ist die nicht in einer äußeren Sprache. Aber trotzdem bekomme ich seelisch ganz klar mit, was dieses andere Wesen bewegt. Ganz klar. So als würde es in äußerer Sprache zu mir sprechen.
Und ganz innerlich tauche ich ein, wenn ich dann durch Intuition in den Gedankensinn eintauche. Der Gedankensinn ist das, wo ich unmittelbar — ja auch im äußeren Wahrnehmen jetzt erlebe, nicht nur die Worte höre, die der andere spricht, und mir daraus einen Reim darauf bilde, was er mir eigentlich erzählen will, sondern wo ich unmittelbar eintauche. Wo ich mitbekomme — kann man ja schon im äußeren Hören von Worten mitbekommen, was meint denn der wirklich damit? Um was geht es ihm wirklich? Das ist noch mehr, als dass ich seine Worte interpretiere. Sondern wo ich tiefer gehen kann.
Ist heute eine sehr wichtige Fähigkeit im äußeren Wahrnehmen von Worten, also mitzubekommen, meint der Mensch das auch wirklich, was er sagt? Oder ist das auf gut Wienerisch Schmäh? Also eine Täuschung, die er uns vorspielt. Es gibt Menschen, die wunderbar schöne Worte machen können, die auch wirklich gut klingen, aber wenn man wirklich mit dem Wortsinn hineinhört, merkt man, der hat ganz andere Intentionen. Gar nicht das, als das er sich gibt damit. Da sind wir auch schon an der Grenze zu einer natürlich seelisch-geistigen Wahrnehmung des anderen.
Es ist aber trotzdem nicht so, dass wir alles jetzt mitkriegen, was der im Inneren erlebt. Also wie ich es am Anfang geschildert habe mit dem Kapesius, der mitbekommt, was beim Johannes abläuft. Wenn man das so im Detail mitbekommt, das ist in ganz seltenen Momenten wirklich nur, wo man gerade einen Entwicklungssprung in der geistigen Wahrnehmung macht. Nämlich, dass man auch selber genügend geistig-moralisch reif ist, das, was man erleben kann an dem anderen, dass man es nicht missbraucht. Oder nicht im Leisesten dazu mehr neigt. Da muss man also so ganz allein geworden sein in Wahrheit, dass man, auch wenn man sozusagen geradezu in die Gedanken des anderen eindringt, ihn wirklich ins Tiefste verstehen lernt, das nicht missbraucht. Und dem anderen die Intimität seines bei sich Selbstseins stört damit. Kann also auch was Heikles sein.
Diese Inspiration, die tingiert mit innerem Erleben, und dann als Nächstes die Intuition, da ist man dann wirklich ganz eins mit dem anderen Wesen. Da wird man es im Grunde. Aber natürlich kommt man wieder zu sich selbst zurück. Das ist immer bei dem, was ich am Anfang gesprochen habe, sich verlieren in der Welt oder in dem anderen geistigen Wesen und wieder zurückfinden zu sich. Und das muss eigentlich ununterbrochen passieren. Hin und her, hin und her. Bis zu einem Eins-Werden mit dem anderen geistigen Wesen kommen und wieder zurück.
Schluss: der elfte Wochenspruch und das Karma 02:19:07
So, meine Lieben, ich habe jetzt die Bildschirmfreigabe wieder gestoppt. Ich denke, ihr könnt jetzt mich wieder sehen, weil wir werden jetzt Schluss machen, wir sind schon mit der Zeit wie üblich einmal fortgeschritten.
Ich lese euch zum Schluss noch einmal den Wochenspruch. Weil da auch interessanterweise ja wirklich viel von dem drinnen ist, was ich jetzt da versucht habe einmal anfänglich zu erläutern. Jedenfalls mit dem, sich zu verlieren in den anderen geistigen Wesen, die mich umgeben. Egal ob sie auch äußerlich als Mensch vor mir stehen oder ob sie nur übersinnlich wahrnehmbar sind. Aber ich muss ganz mich vergessen können, ganz eintauchen können, und muss aber auch wieder ganz zu mir selbst kommen, mich selbst finden. Mich selbst finden im anderen. Und das sich ganz zu Bewusstsein bringen, wenn ich wieder ganz zu mir komme. Also dieses ewige Hin-und-her-Pendeln zwischen diesen beiden Polen, das ist ganz wichtig.
Also — zu sommerlichen Höhen erhebt der Sonne leuchtend Wesen sich, es nimmt mein menschlich Fühlen in seine Raumesweiten mit, erahnend — na, Blödsinn, entschuldigt, ich bin beim falschen Wochenspruch. Es ist nicht der zehnte, es geht um den elften. Verzeihung, ich habe die falsche Seite aufgeschlagen. Aber es hängt natürlich auch mit dem zusammen. Es hat mich jetzt abgelenkt, dieses in die Raumesweiten hinaus zu gehen, weil das müssen wir natürlich auch.
Elfter Wochenspruch. Der ist es, der für diese Woche zuständig ist. Es ist in dieser Sonnenstunde an dir die weise Kunde zu erkennen, an Welten Schönheit hingegeben, in dir dich fühlend zu durchleben. Verlieren kann das Menschen-Ich und finden sich im Welten-Ich.
Wir verlieren uns bis ins große Welten-Ich hinein, ja eigentlich im Grunde in dem Christus, und mit dem Christus eigentlich alle Wesen, die mit ihm in irgendeiner Weise verbunden sind. Da kann ich aufgehen, also eigentlich, wenn ich mich an den Christus verliere, verliere ich mich aber auch in allen anderen Wesenheiten in Wahrheit. Ich muss aber trotzdem wieder ganz zu mir finden können. Ganz wieder, ganz nüchtern eben auch letztlich die geistige Wahrnehmung wieder abschalten, auf gut Deutsch. Es zulassen, sie loszulassen, sie verschwinden zu lassen. In dem Wissen, so wie ich sie jetzt hatte, wird sie nie wieder kommen. Nie wieder. Ich kann sie nicht erinnern, ich kann sie auch nicht genau in der gleichen Weise wiedererleben, so wie in Wahrheit auch im äußeren Wahrnehmen nicht genau die gleiche Situation jemals wieder wahrnehmen kann. Ich kann etwas sehr Ähnliches erleben, aber die Situation genau gleich wird es nie. Sie ist einmalig. Weil jedes Erleben einmalig ist. Hier und jetzt.
Also wirkliche Wahrnehmung, egal ob geistige oder sinnliche oder übersinnliche, sie braucht immer Geistesgegenwart. Für jede Wahrnehmung gilt das in Wahrheit. Natürlich man kann sich an die äußere sinnliche Wahrnehmung bis zu einem gewissen Grade erinnern, obwohl ihr wisst, dass manches dann verschwindet und es gibt Lücken. Bei der übersinnlichen Wahrnehmung, mit all diesen Möglichkeiten, eben von der Imagination über die Inspiration zur Intuition und auch die ganzen inneren Wahrnehmungen mit ihrem geistigen Pendant — durchdrungen sein mit dem Gottgefühl etwa durch den Geruchssinn im Grunde. Dieses mystische Einssein. Und Tastsinn zum Beispiel ist auch durchdrungen sein mit dem Gottgefühl. Tastsinn und Geruchssinn liegt eng beisammen auch in Wahrheit. Aber nichts kann man erinnern davon, von diesem seelisch-geistigen Erleben. Man muss es einfach wieder erleben.
Man kann in gewisser Weise in die Vergangenheit zurückblicken, man kann in mögliche Entwicklungen vorausblicken, aber die müssen sich erst manifestieren. Weil eben, weil die Freiheit des Menschen gegeben ist, ist das etwas, was aber für die ganze Weltentwicklung bedeutet, dass die Zukunft nicht feststeht. Also das ist auch eine Folge dessen, dass der Mensch die Möglichkeit bekommen hat, zur Freiheit zu kommen — eine der Folgen davon ist, dass auch in der Weltentwicklung nichts fest vorherbestimmt ist. Fest vorherbestimmt ist nur eines, dass wir gewisse Dinge, die wir als karmische Last mit uns tragen, dass wir denen in der Zukunft begegnen werden. Außer wir biegen vorher ganz ab ins Reich der soratischen Kräfte, dann können wir dem entkommen, aber dann scheiden wir aus der eigentlichen Entwicklung aus, die wir gehen könnten, der Entwicklung zur Freiheit.
Aber wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es nichts, was wir jemals so genau wieder erleben können, weil wir in einer Welt dann leben, in der nichts fest vorherbestimmt ist. Es ist in der Richtung drinnen. Es ist vorherbestimmt oder angelegt, dass wir gewissen Dingen karmisch begegnen werden, beruhend auf den Fehlern, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, aber wie wir oft auch schon besprochen haben, die Widersacher tun alles dazu, dass wir daran vorbeigehen, dass wir unsere karmischen Aufgaben ignorieren oder vielleicht gar nicht erkennen. Das heißt, die Freiheit geht sogar so weit, dass wir nicht aus unserem Schicksal lernen müssen. Dass wir nicht unser Karma aufarbeiten müssen. Allerdings, wenn wir es nicht tun, werden wir trotzdem oder gerade deswegen die wirkliche Freiheit nicht erleben.
Die wirkliche Freiheit entsteht eben gerade dadurch, dass wir uns auch von unseren ganzen karmischen Verfehlungen befreien. Von denen müssen wir uns selber befreien. Dass der Christus die Sünden der Welt auf sich genommen hat, nimmt uns diese Aufgabe nicht ab, dass wir unsere karmische Last selber bewältigen müssen. Und daran lernen und gerade dadurch Fehler ausmerzen, wodurch wir als Rechte in der Zukunft in Freiheit handeln können. Dort, wo wir aus Fehlern heraus agiert haben, aus falschen Begierden vielleicht, aus unserem Ego heraus agiert haben, da waren wir eben ja noch gar nicht frei. Das heißt, es ist ganz essentiell, dass wir diese Fehler selber ausmerzen und dass wir unser Karma annehmen. Dass wir geradezu Freude darüber haben, die Fehler, die wir gemacht haben, bereinigen zu können. Das wird ganz wichtig sein. Aber zwingen tut uns niemand dazu. Das ist eine Hilfe, die uns gegeben wird.
In der Vergangenheit, als wir noch weit entfernt waren, die Freiheit zu entfalten, wurden wir zwar nicht gezwungen dazu, aber angeleitet dazu. Aber die Widersacherkräfte haben alles dazu getan, um das Karma in Unordnung zu bringen. Und sie tun das heute auch noch, indem sie sagen, du musst nicht, du musst nicht. Da liegt irgendwas an, aber das brauchst du nicht weiter kümmern. Das ist Vergangenheit. Kümmer dich nicht weiter darum. Der Christus gibt uns den Rat, kümmere dich aus der Freiheit darum. Wenn der Christus Herr des Karmas wird, heißt das auch, es liegt bei uns, ob wir das Karma annehmen und lernen wollen daraus oder nicht. Die Zeit ist vorbei, dass es uns einfach aufgedrängt wird.
Auch wenn jetzt viele sagen werden, mir sind so viele Dinge im Leben passiert, ich habe das aber nicht gewollt, bitte. Es ist mir einfach passiert, und ja, ich habe was daraus gelernt, das sehe ich schon ein, aber ich wollte das ganz und gar nicht. Doch, wir wollten es. Unser Ich wollte es, und es hat sich durchgesetzt gegenüber unserem Ego, das es absolut nicht wollte. Weil es halt schmerzlich ist, weil es anstrengend ist, und weil es vor allem auch unangenehm ist, sich selber in den Spiegel zu schauen mit den vielen Fehlern, die man mitbringt. Dabei ist das einfach etwas ganz Natürliches und Normales für die Menschen. Weil wir alle haben Fehler gemacht, und die, die die meisten Fehler gemacht haben, haben die größte Chance, schnell weiterzukommen, wenn sie sie überwinden. Menschen, die gar keine Fehler gemacht haben, die haben den Weg zur Freiheit noch gar nicht einmal angefangen. Aber rein theoretisch genommen, ein Mensch, der keine Verfehlungen begeht, der ist entweder wirklich schon fertig mit seiner Entwicklung, wie wir sie hier auf Erden erreichen können, oder er hat noch gar nicht einmal angefangen damit.
Also schauen wir mal. Gut, aber damit möchte ich jetzt wirklich Schluss machen für heute. Meine Lieben, ich danke euch fürs Dabeisein. Ich danke euch allen, die ihr im Livestream dabei seid. Bis zum nächsten Mal.
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Literaturangaben
Rudolf Steiner, Alexandra Riggins: Die sieben apokalyptischen Siegel, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1;
Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8 (1989), ISBN 3-7274-0080-3;
Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X;
Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0;
Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0;
Emil Bock, Das Neue Testament, Übersetzung in der Originalfassung, Urachhaus, Stuttgart 1998, ISBN 3-8251-7221-X




